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Mittwoch, den 08.02.2012

Europäische Landschaftsgärtner begrüßen EU-Programm "Horizont 2020"

Forschung und Innovation sind die Triebfedern für die Entwicklung der Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund begrüßen die europäischen Landschaftsgärtner, dass die EU-Kommission Wachstum und Beschäftigung in Europa weiter ankurbeln und dazu im Zeitraum von 2014 bis 2020 rund 90 Milliarden Euro in Forschung und Innovation investieren will. - So Dr. Hermann J. Kurth, Generalsekretär der European Landscape Contractors Association (ELCA).

Das EU-Programm "Horizont 2020" wurde von der Europäischen Kommission Ende vergangenen Jahres im Entwurf vorgelegt. Es soll direkte Anreize für die Wirtschaft bieten sowie die Voraussetzungen für eine intelligentere, nachhaltigere und stärker integrierte Gesellschaft schaffen.

Dr. Kurth: "Von Impulsen für die Wirtschaft sollte allerdings nicht nur die Industrie profitieren, sondern auch die Branche der grünen Dienstleister mit ihren überwiegend kleineren und mittelständischen Unternehmen."

Die Ansätze des EU-Programms "Horizont 2020" seien eine Steilvorlage für die gezielte Forschung rund ums Grün. "Interdisziplinäre Forschungsvorhaben sind notwendig - sie tragen zum Erhalt und zur Sicherung nachhaltiger landschaftsgärtnerischer Arbeitsfelder bei", so der ELCA-Generalsekretär.

Durch Forschung: Basis für gute Zukunftsperspektiven in grüner Branche schaffen

Die ELCA hat daher im Rahmen einer ausführlichen Stellungnahme zu dem Programm-Entwurf aufgezeigt, in welchen Bereichen die Landschaftsgärtner einen bedeutenden Forschungsbedarf rund um die Wirkungen von Grün auf Gesundheit, Lebensqualität, Klima und vieles mehr sehen.

"Das EU-Programm bietet zahlreiche Ansatzpunkte, in denen auch eine interdisziplinäre Forschung zum Grün berücksichtigt werden sollte. Mit einer fundierten Datenbasis können wir im Garten- und Landschaftsbau noch gezielter unseren Beitrag für eine lebenswerte Umwelt leisten. Auf diese Weise würden den Betrieben in unserer Branche weitere viel versprechende Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. So werden einerseits Arbeitsplätze gesichert und andererseits gute Zukunftsperspektiven mit Blick auf den Ausbau des grünen Marktes geschaffen", unterstreicht auch Lutz von Wurmb, Vizepräsident des Bundesverbandes GaLaBau e. V. (BGL) mit Blick auf die Stellungnahme der ELCA an die EU-Kommission.

Rolle des Grüns für Gesundheit, Klimaschutz, Ressourceneffizienz und vieles mehr

Von Wurmb erläutert: "Eines der drei Kernziele des EU-Programms umfasst unter anderem auch die Bereiche Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen sowie Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe. Diese Themen liegen ganz in unserem Interesse als Dienstleister rund ums Bauen mit Grün."

Er zeigt auf: "Hier haben wir unsere Forderungen nach Ergänzung des EU-Programms an vielen Stellen deutlich gemacht. Stärker Rechnung getragen werden sollte nach Ansicht der europäischen Landschaftsgärtner vor allem auch der Integration von vegetationstechnischen Aspekten. Dazu sollte das EU-Programm beispielsweise mit einem neuen Kapitel zum ,Bauen mit Grün' ergänzt werden."

Ziel solle es sein, die Vegetation und die Pflanzen als Bau- und Gestaltungselemente stärker zu berücksichtigen. Denn das schnelle Wachstum der Städte erfordere einen sachkundigen Umgang mit der Integration und Gestaltung von "Grün" im Alltag. Das Spektrum reiche dabei vom Umgang mit Boden und natürlichen Baumaterialien bis hin zu Details, die beim Bepflanzen, Anlegen und Pflegen von Rasen- und Pflanzflächen beachtet werden müssen.

Der ökonomische Wert von Grün für die Gesellschaft liege viel höher als allgemein angenommen: Denn Grün führe zu beträchtlichen direkten und indirekten Einsparungen. Grün biete nicht nur Arbeitsplätze. Investitionen in Grün wirkten sich zum Beispiel positiv auf die Gesundheit der Menschen und die Sicherheit in ihrem Wohnumfeld aus.

Nichttechnologische "grüne" Lösungen mit Pflanzen und Vegetationstechnik Wo im EU-Programm "Horizont 2020" vom Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel die Rede ist, hat die ELCA angeregt, die aufgeführten "nichttechnologischen grünen Lösungen" um "grüne Lösungen mit Pflanzen und Vegetationstechnik" zu ergänzen, die zur Bewältigung des Klimawandels beitragen können. Denn "grüne" Lösungen gingen "mit Pflanzen und Vegetationsflächen" weit hinaus über "Green Solutions" (mit Hightech-Konzepten und komplizierter Technik unter der Prämisse der Energieeinsparung beim Thema "Green Buildings"). So müssten mit Blick auf Technologien für energieeffiziente Gebäude auch die Bauwerksbegrünungen durch Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen berücksichtigt werden. Dies seien nur einige von vielen Punkten im EU-Programm, zu denen die ELCA Stellung genommen habe.

Grüne Lösungen für Herausforderungen der Zukunft

Aus dem Blickwinkel der europäischen Landschaftsgärtner sei es daher insgesamt von großer Bedeutung, dass die Forschung rund um die vielfältigen positiven Wirkungen von Grün auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden intensiviert werde. Auch zu den Leistungen von Grün zur Bewältigung des Klimawandels, zur Verbesserung der Luftqualität, zum Temperaturausgleich für Wärmeinseln im urbanen Raum und vielem mehr seien wissenschaftlich fundierte Daten für den Garten- und Landschaftsbau erforderlich.

"Auf der Basis belastbarer Fakten können wir Landschaftsgärtner geeignete grüne Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft weiterentwickeln", so BGL-Vizepräsident von Wurmb.

Forschungslücken rund um die Wirkungen von Grün schließen

Für die Schließung von Forschungslücken rund ums Grün hatte sich die ELCA übrigens auch im Mai 2011 im Rahmen ihres mit rund 100 Teilnehmern sehr erfolgreichen ersten Forschungsworkshops in Brüssel im EU-Ausschuss der Regionen eingesetzt. Bei dem Forschungsforum standen Themen wie Grün und Gesundheit, Grün und Feinstaub, Grün und Stadtklimatologie sowie Biodiversität im Fokus.

Horizont 2020: Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken

Zum Hintergrund: "Horizont 2020" fasst erstmals alle EU-Finanzierungsprogramme für Forschung und Innovation in einem einzigen Programm zusammen und schnürt ein Paket von Maßnahmen, mit denen Europa seine Spitzenposition in Wissenschaft und Technologie weiter ausbauen sowie seine Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Das neue EU-Programm hat zum Ziel: Forschungsergebnisse sollen künftig effizienter in konkrete Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können.

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