Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

DLG-Erlebnisausstellung informiert über aktuelle Garten-Trends und gibt Pflanz-Tipps für Kinder und Erwachsene - 28. Februar bis 3. März 2013 auf dem Frankfurter Messegelände.

Eigenes Obst und Gemüse anpflanzen, die Kinder in der Natur spielen lassen und mit Freunden im Grünen grillen - Schrebergärten haben ihr angestaubtes Image schon längst verloren. Immer mehr Städter sehnen sich nach einem Kleingarten, und gerade Akademiker und junge Familien zieht es in die Parzellen. Wer keinen eigenen Garten findet oder weniger Zeit investieren will, der findet für seinen grünen Daumen auch in Mietgärten oder auf dem eigenen Balkon das gärtnerische Angebot.
Auf der Erlebnisausstellung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), der "Land & Genuss", die vom 28. Februar bis 3. März 2013 auf dem Frankfurter Messegelände stattfindet, erhalten Besucher Tipps zum erfolgreichen Gärtnern in der Stadt. Die Gärtnerei Löwer, der Hessische Gärtnereiverband, Blumen Ballenberger sowie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen sind offizielle Themen-Partner.

Eine Erklärung für den Gärtner-Boom lautet, dass immer mehr junge Leute beruflich flexibel bleiben, und häufig den Wohnort wechseln. Für sie ist das klassische Eigenheim, ein Häuschen mit Garten, wie sie es noch von ihren Eltern kennen, unattraktiv. Sie wohnen zur Miete und pachten sich lieber ein Fleckchen im Grünen dazu. Auch in Frankfurt verzeichnen Schreberkolonien einen regen Zulauf junger Nachwuchs-Gärtner. Wenn sich die Altingesessenen und die Neulinge gut verstehen, entsteht eine entspannte Atmosphäre, in der viele Generationen aufeinandertreffen, Ältere den Jungen Tipps geben und Garten-Freundschaften geschlossen werden, die mit dem ersten Frost in Winterpause gehen und sich im März wie die Natur erneuern.

In Deutschland bewirtschaften derzeit rund 15 Millionen Freizeitgärtner eine Fläche von 930.000 Hektar. Dies entspricht etwa 2,6 % der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland. Unterstützung finden die privaten Kleingärtner bei zahlreichen Gartenakademien, die es in acht Bundesländern gibt und die in staatliche Versuchs- und Forschungseinrichtungen für Landwirtschaft und Gartenbau bzw. Landwirtschaftskammern integriert sind. Mit ihrem vielfältigen Angebot und einer unabhängigen und kompetenten Beratung fördern sie den Freizeitgartenbau, Vereine und Verbände sowie kommunale und berufsständische Einrichtungen.

Mietgärten als Alternative

Als echte Alternative zum Schrebergarten erweisen sich immer mehr sogenannte Mietgärten. Wem der Sinn weniger nach Grillen, Kaffeeklatsch und Sonnenbaden im Freien steht und mehr danach, eigenes Obst und Gemüse anzupflanzen, der mietet für sich und seinen grünen Daumen einfach ein paar Quadratmeter Erde. So lautet auch das Konzept von "Meine Ernte" (www.meine-ernte.de). Über die in mehreren Großstädten vertretene Organisation kann man ein Stück Scholle in Frankfurt Nieder-Erlenbach mieten und den Landwirt in sich entdecken. Die nötigen Gartengeräte sind im Preis inbegriffen wie die Erstbeschickung der Beete und die Beratung durch einen kundigen Landwirt vor Ort.

Lokaler Genuss direkt vom Balkon

Ein kleiner Garten auf dem Balkon bedeutet kaum Arbeit, aber viel Freude. Ist die Auswahl einmal getroffen und das Saatgut gepflanzt, hat man mehrere Monate etwas von den grünen Vitamin- und Duftbomben. Aber Achtung: Nicht jedes Kraut und jede Pflanze hat dieselben Anforderungen, wenn es um Sonneneinstrahlung, die Bewässerung und die Aussaat geht! Wie viel Raum zur Bepflanzung zur Verfügung steht, sollte man sich vorher genau überlegen, denn der schönste bewachsene Balkon bringt im Sommer nichts, wenn dann nur die Pflanzen ihre Köpfe der Sonne entgegenstrecken können und man selbst bei hohen Temperaturen in der Bude hockt, da kein Platz mehr für Gartenmöbel ist.

Das Zitronenbäumchen, Tomaten oder auch Bohnen wollen Freiraum und möchten ihre Wurzeln tief schlagen. Für diese Pflanzen sollte man jeweils einen großen Topf mit viel Erde wählen, der im Unterboden ein Loch zum Absickern des Wassers eingestanzt hat. Dies ist prinzipiell bei allen Töpfen wichtig, da die Pflanze so das überschüssige Wasser abgeben und bei Bedarf auch wieder aufnehmen kann.

Tomaten können aus Saatgut entweder selbst gezogen oder schon als Jungpflanze im Gartencenter erworben werden. Beim Selbstziehen sollte man beachten, dass die Samen Anfang Februar erst einmal in der Wohnung in kleine Töpfe gepflanzt werden und es schön warm haben sollten. In den kommenden Wochen müssen die sprießenden Triebe immer wieder in größere Gefäße umgetopft werden und können dann nach den Eisheiligen im Mai auf den Balkon umgesiedelt werden. Tomatenpflanzen wachsen extrem schnell, wenn sie die richtige Sonneneinstrahlung und Bewässerung bekommen, deshalb können sie gegebenenfalls mit einer Rankhilfe stabilisiert und müssen regelmäßig von überflüssigen Trieben befreit werden.

Sonne und Wärme sind für die meisten Pflanzen Voraussetzung zum Gedeihen: Lavendel, Tomaten, Paprika, Aubergine mögen es warm, aber auch die sollten sich an die direkte Sonneneinstrahlung gewöhnen dürfen und werden am besten an einem bewölkten Tag gepflanzt. Ganz im Gegensatz zu der gängigen Annahme, mag das Basilikum direktes Sonnenlicht gar nicht, denn dann wird es bitter. Am besten stellt man es an einen halbschattigen warmen Platz.

Kräuter jeglicher Art sind besonders einfach anzusiedeln. Ob in hängenden Blumenkästen am Geländer oder in kleinen dekorativen Töpfen: Die grünen Ge-schmacksbomben können im Frühjahr direkt in frische weiche Erde gestreut werden und sind innerhalb von ein paar Wochen erntebereit. Dill, Petersilie und Schnittlauch machen sich nicht nur im Salat zusammen gut, sie können auch getrost nebeneinander gezogen werden. Thymian, Rosmarin, Lavendel und Oregano sind Südgewächse und mögen es gern sehr warm und sonnig, diese Kräuter können also neben den Tomatenpflanzen, Paprika und Aubergine ihre Triebe in die Sonne strecken.

Für kühle Drinks an heißen Sommertagen lohnt es sich, Minze anzupflanzen. Die wuchert, einmal gepflanzt, wild vor sich hin und bedarf nur wenig Pflege. Wichtig ist ein nährstoffreicher Boden und gute Bewässerung. Mit weniger Nass begnügt sich der Salbei, der entweder als wohltuender Tee oder aber auch mit Gnocchi und Butter hervorragend schmeckt.

Land & Genuss 2013: Das Beste, was das Land zu bieten hat

Entdecken. Genießen. Einkaufen - Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr lädt die Erlebnismesse "Land & Genuss" auch 2013 wieder Besucher zu einem Land-Trip mitten in der Stadt ein. Vom 28. Februar bis zum 3. März gibt es zahlreiche Highlights aus Land, Garten und kulinarischen Spezialitäten zu bestaunen und viel Ländliches mit nach Hause zu nehmen. Auf dem Frankfurter Messegelände präsentieren sich in den Erlebniswelten "Landleben/Landwirtschaft", "Garten" und "Regionale Spezialitäten" zahlreiche Aussteller mit Produkten zum Entdecken, Genießen und Einkaufen. Es wird geschlemmt, gegärtnert und mit den Ausstellern diskutiert. Regionale Erzeuger informieren über ihre Arbeit und bieten ihre Produkte zum Kauf an. Genuss-Manufakturen zeigen ihr Können mit einem breiten Angebot an Käse, Schokolade, Spirituosen, Wein oder Edelsalamis. Auf dem Außengelände warten Tiere und Traktoren auf ihre Besucher. Auf der Showbühne geben Experten Tipps zu Themen wie selbst Einmachen, Urban Gardening oder regionale Spezialitäten.

Landwirte der Region liefern darüber hinaus praxisnahe Informationen rund um das Thema "Landwirtschaft heute".

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