Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Ein verantwortungsvoller Umgang mit schützenswerten Naturflächen sichert die bayerische Heimat und wichtige ökologische Lebensräume für die Zukunft. Ein zentrales Instrument dazu ist die Förderung herausragender regionaler Projekte im Rahmen des “BayernNetz Natur“-Programms.

470.000 Euro für BayernNetz Natur-Projekt (Quelle: stmuv)

Bei der Übergabe eines Förderschecks des Bayerischen Naturschutzfonds für das Projekt "Neues Leben im Dachauer Moos" betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber: "Moore gehören zu den wertvollsten Lebensräumen für seltene Tiere und Pflanzen. Sie sind charakteristisch für das bayerische Landschaftsbild und unverzichtbarer Bestandteil unseres Naturerbes. Die Maßnahmen zur Renaturierung im Dachauer Moos leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten in der Region und schützen gleichzeitig unser Klima. Nach der Renaturierung von Niedermooren können jährlich etwa 30 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr eingespart werden."

Im Dachauer Moos befinden sich Niedermoor- und Streuwiesenreste, die Lebensraum für seltene Pflanzengesellschaften wie Duftlauch-Pfeifengraswiesen bieten. Hier leben bedeutende Tier- und Pflanzenarten wie der Kiebitz, die vom Aussterben bedrohte Libellenart Helm-Azurjungfer oder das Gefärbte Laichkraut. Ziel des Projekts ist es, die für das Dachauer Moos typische Artenvielfalt zu bewahren und die charakteristischen Lebensräume zu verbessern. Unter anderem wird die Biotopfunktion der Moosbäche Kalterbach und Roßbach durch Renaturierungen gesteigert und die naturschonende Landwirtschaft etabliert. So kann die Bedeutung für die Artenvielfalt nachhaltig verbessert und gesichert werden.
Das Dachauer Moos war eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete in der Münchner Ebene.

Wichtige Partner des "BayernNetz Natur"-Projekts sind neben den Kommunen der Landschaftspflegeverband Dachau und die Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Verantwortlich für die Durchführung des Projekts ist der Verein Dachauer Moos. Huber: "Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion vieler Akteure. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre der Naturschutz vor Ort nicht denkbar. Ehrenamtliche Naturschützer setzen sich mit Idealismus dafür ein, dass unsere Schöpfung auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibt."

Das Projektgebiet umfasst rund 5.700 Hektar - das entspricht der Fläche des Starnberger Sees. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 470.000 Euro. Davon stellen der Bayerische Naturschutzfonds 237.000 Euro und die Trägergemeinschaft "Biodiversitätsprojekt Dachauer Moos" rund 47.000 Euro zur Verfügung. Die Landkreise Dachau und München sowie die Stadt München stellen zusammen 184.000 Euro für die ökologische Aufwertung bereit. Unter der Dachmarke "BayernNetz Natur" wurden seit 1986 bayernweit 387 Projekte ins Leben gerufen.

 

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