Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

In Plastik verpackt sind Karotten im Gemüseregal des Supermarktes zur Billigware verkommen. Nur wer sie selbst anbaut, weiß, welch einen Hochgenuss frisch geerntete gelbe Rübchen aus dem Garten bieten. Damit der Karottenanbau auch gelingt, erfahren Sie alle Tipps und Rat von den Experten der Bayerischen Gartenakademie.

Karotten (Foto: LWG)

Das richtige Erdreich

Der Lebensraum der Karotte ist der Boden. Ein schwerer und lehmiger Boden mit Verdichtungen und Staunässe ist eine Plackerei für die Pflanzen. Karotten wachsen schlecht und Bodenpilze setzen ihnen zu. Darunter leidet auch der Geschmack. In diesem Fall: Lockern und verbessern Sie schon vor dem Säen den Boden, z.B. durch das Einarbeiten von Sand. Profis behelfen sich auf bindigen Böden, indem sie die Karotten auf Dämmen anbauen. Für den Freizeitgärtner gibt es Karottensorten mit kurzen, rundlichen oder kurzen Wurzeln, wie ´Caracas´, die nicht so tiefgründigen Boden brauchen. Übrigens sind diese Sorten auch für den Anbau im Balkonkasten oder Kübel geeignet.

Karottenanbau

Aussaatzeit für Möhren ist von März bis Mitte Juni. Im Frühjahr sollte sich der Boden schon erwärmt haben. Die Samen werden in Reihen (Reihenabstand 12 cm) ca. 1 cm tief und relativ dicht gesät. Geduld ist gefragt. Es dauert 2 - 3 Wochen bis die Karotten keimen. Sorgen Sie von Anfang an für gleichmäßige Feuchte im Boden. Kurz nach dem Keimen geben Sie den Pflanzen Platz und vereinzeln sie auf 2 cm Abstand.

Karottenpflanzen gießen

Bei gleichmäßiger Feuchtigkeit gedeiht das Wurzelgemüse am besten. Sehr extreme Unterschiede bei der Wasserversorgung führen zum Platzen der Karotte. Deshalb gießen Sie am Besten in Trockenperioden ausreichend und gleichmäßig.

Erntezeit

Ernten Sie rechtzeitig. Bleiben Möhren zu lange auf dem Gemüsebeet, werden sie holzig, geschmacklos und manchmal leicht bitter. Jung geerntete Möhren hingegen sind zart und saftig. Aus der Erde ragende Wurzelköpfe vergrünen und sind dann ungenießbar. Sobald sie zu weit aus dem Boden spitzen, werden sie deshalb leicht angehäufelt.

Karottenschädlinge

Die Möhrenfliege ist der bedeutendste Schädling der Karotten. Die Mischkultur mit Zwiebeln als Abwehrpflanzen ist, obwohl das immer wieder empfohlen wird, nicht ausreichend wirksam. Zudem bereiten die unterschiedlichen Feuchtigkeitsbedürfnisse von Möhre und Zwiebel Probleme. Sicherer ist das Abdecken der Möhrenbeete mit Gemüseschutznetzen während der gesamten Wachstumszeit. Schaffen Sie mit Metallbögen einen Luftraum und achten Sie darauf, dass es darunter nicht zu heiß wird.

Karottenanbau

Eine wechselnde Fruchtfolge ist zudem nötig, um einem Befall mit Wurzelnematoden (Fadenwürmern) vorzubeugen. Dieser äußert sich durch Missbildungen, Wachstumsstörungen, Verkürzungen, Einschnürungen und Verdickungen. Die Nematoden ernähren sich auch von anderen Doldenblütlern wie z. B. Petersilie und Sellerie. Um sie zu dezimieren, sollten eine Zeit lang andere Pflanzenarten angebaut werden, von denen sich die Fadenwürmer nicht ernähren können. Wirkungsvoll sind sogenannte Feindpflanzen, besonders der Anbau von Tagetes patula kann den Befall reduzieren.

 

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
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Tel.: +49 (0)931/9801-402
Fax: +49 (0)931/9801-400

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