Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Insbesondere die zahlreichen kleinen und mittleren Familienbetriebe haben mit der Übersättigung des Marktes und dem einhergehenden Preisverfall ihrer Produkte zu kämpfen. Dies wurde bei der Besichtigung verschiedener Betriebe am Niederrhein durch den Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG), Bertram Fleischer, deutlich.

v.l. Präsidentin des Gartenbau-Landesverbandes Rheinland, Eva Kähler-Theuerkauf, Margret Voßeler, MdL, Leiter des Versuchszentrum Gartenbau Straelen/Köln-Auweiler, Andrew Gallik, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in NRW, Christina Schulze-Föcking MdL, ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer, Friedhelm Ortgies, MdL

Der Betrieb Dercks reagiert mit Spezialsortimenten von Tulpen und Beet- und Balkonpflanzen auf die Situation des Marktes.

Eva Kähler-Theuerkauf berichtet, wie eng und punktgenau die Planungen für die Betriebe sind. (Fotos: ZVG)

„Wenn man sich, wie der von mir besuchte Betrieb Dercks in Kempen - St. Hubert, aber mit Spezialsortimenten von Tulpen und Beet- und Balkonpflanzen mehrere Standbeine aufbaut, zeugt das von einer richtigen betriebswirtschaftlichen Reaktion auf die Situation des Marktes“, zeigte sich Fleischer optimistisch. Die Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Rheinland e.V., Eva Kähler-Theuerkauf, schilderte zudem am Beispiel aktueller Erfahrungen, wie eng und punktgenau die Planungen für die Betriebe sind. Zumal wenn unvorhergesehene Ereignisse, wie der Bahnstreik hinzukämen. Durch den plötzlich rasant gestiegenen Bedarf, wurde die Verfügbarkeit der benötigten LKWs extrem knapp und die Preise für den Transport stiegen entsprechend.

Wie groß die Auswirkungen des Faktors Energie auf die betriebswirtschaftliche Kalkulation gärtnerischer Betriebe sind, bewies der Besuch bei der Gärtnerei Weirich in Straelen. Im Rahmen des 2013 ausgelaufenen Bundesprogramms zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau nutzte der Betrieb die Bundesförderungen und investierte in ein 12.000 qm großes modernes Niedrigenergiegewächshaus.

Im Demonstrationsgewächshaus in Straelen informierte sich Fleischer zudem, gemeinsam mit der Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf, der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion in NRW, Christina Schulze-Föcking, und weiteren nordrhein-westfälischen Landespolitikern über den aktuellen Stand des nachhaltigen Schädlings- und Krankheitsmanagement im modernen Unterglas-Gartenbau des deutsch-niederländischen Forschungsprojektes „Gezonde Kas“. Fleischer bezeichnete die Ergebnisse für die Produktion von Zierpflanzen und Gemüse unter Glas als vielversprechend. Eine Weiterentwicklung z.B. für eine Anwendung im Freiland sei wünschenswert. Zum jetzigen Zeitpunkt stünde aber die Kommunikation der Ergebnisse in die Praxis im Vordergrund, so Fleischer.

Der ZVG-Generalsekretär zeigte sich von den besichtigten Betrieben am Niederrhein beeindruckt: „Die Herausforderungen für den Gartenbau sind vielfältig. In den gärtnerischen Betrieben steckt aber großes Potenzial“.

 

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