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Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt davor, die Gefahren durch Bienen- und Wespenstiche zu unterschätzen. Huml betonte heute am Freitag: Bienen und Wespen gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten Auslösern von Insektengiftallergien. In Süddeutschland finden sich einer aktuellen Studie zufolge bei fast jedem dritten Erwachsenen Hinweise im Blut auf eine Empfindlichkeit für Bienen- oder Wespengift.

Bienen und Wespen gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten Auslösern von Insektengiftallergien

Die Ministerin, die auch Ärztin ist, erläuterte: "Für normal empfindliche Personen können vor allem Stiche im Kopf-Hals-Bereich oder sehr viele Stiche auf einmal bedrohlich sein. Für Menschen mit einer allergischen Veranlagung besteht aber bereits nach einem einzigen Stich die Gefahr heftiger Reaktionen - unabhängig davon, welches Körperteil betroffen ist."

Zu den Symptomen gehören etwa ein rasch auftretender Hautausschlag am ganzen Körper, Schwindel oder Atemnot. Im schlimmsten Fall kommt es zum sogenannten anaphylaktischen Schock, der unbehandelt zum Tode führen kann. Jährlich werden in Deutschland etwa 20 Todesfälle nach Stichen von Wespen, Bienen oder ähnlichen Insekten verzeichnet, die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen.

Am besten ist es, sich von vornherein vor Stichen zu schützen. Überreifes Obst oder bestimmte Duftstoffe in Kosmetika etwa können die Insekten anlocken. Auch sollten hektische Bewegungen vermieden werden, wenn Wespen oder Bienen in der Nähe sind. Wer gestochen wurde, sollte versuchen, einen in der Haut verbliebenen Stachel vorsichtig zu entfernen.

Außerdem sollte man beim Verdacht auf eine allergische Reaktion keine Zeit verlieren und sofort einen Arzt aufsuchen. Ob man tatsächlich an einer Wespen- oder Bienengiftallergie leidet, lässt sich anhand verschiedener Tests bestimmen. Dazu gehören zum Beispiel Hauttests und der Nachweis spezifischer Antikörper im Blut. Fachärzte und Allergologen geben hierzu nähere Auskunft.

Jeder Patient, der nach einem Insektenstich eine schwerere allergische Reaktion erlitten hat, benötigt neben der akuten auch eine langfristige Therapie. Für Personen mit einer nachgewiesenen Wespen- oder Bienengiftallergie kommt hierfür unter anderem die sogenannte spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage. Dabei wird das jeweilige Insektengift unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht in jeweils ansteigenden Konzentrationen über einen längeren Zeitraum unter die Haut gespritzt.

Ziel ist, heftige und potentiell lebensbedrohliche Reaktionen nach einem erneuten Stich zu vermeiden. Gerade bei der Insektengiftallergie können mit der Hyposensibilisierung Erfolgsraten bis zu 95 Prozent erreicht werden.

 

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