Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Heideglühen. Schon das Wort lässt Bilder von verträumten Landschaften, leuchtenden Farben und goldenem Herbstlicht emporsteigen. Wärme, Ruhe, Frieden. Ein Zufluchtsort voller Schönheit. All das vermitteln Heidepflanzen nicht nur in der Natur, sondern auch auf dem Friedhof.

Heide gehört zu den beliebtesten Pflanzen für die Grabgestaltung

Friedhofsgärtner setzen das Thema Heide um (Fotos: BdF)

"Heide gehört zu den beliebtesten Pflanzen für die Grabgestaltung, weil sie ebenso attraktiv wie vielseitig verwendbar ist. Gerade im Herbst zeigt ein Spaziergang über den Friedhof, wie einfallsreich die Friedhofsgärtner das Thema Heide umsetzen", empfiehlt Birgit Ehler-Ascherfeld, selbst Friedhofsgärtnerin in Langenhagen.

Die Bandbreite reicht von geometrischen Mustern über naturnahe Pflanzungen in Kombination mit Fetthenne (Sedum) und Gräsern bis hin zu modernen Arrangements. "Ich mag beispielsweise Kombinationen mit dem bizarr wirkenden Drahtwein (Muehlenbeckia complexa) oder der silberfarbenen Stacheldrahtpflanze (Calocephalus brownii) – auf dem Grab ebenso wie als Schalenschmuck", verrät die passionierte Heideliebhaberin.

Doch nicht nur im Herbst werden Heidepflanzen in den Friedhofsgärtnereien stark nachgefragt. Im Sommer sind neben der Glocken-Heide (Erica gracilis) die Irische Glanzheide (Daboecia cantabrica), die Grauheide (Erica cinerea) und die Cornwall-Heide (Erica vagans) erhältlich, deren Blüten je nach Sorte in Rot, Rosa, Weiß oder Violett leuchten. Sehr beliebt sind auch gefüllt oder ungefüllt blühende Sorten der Besenheide (Calluna vulgaris), weiß Johannes van Leuven, Züchter und Kultivateur von Heidepflanzen vom Niederrhein. Der Experte rät ab Mitte August zur Sortengruppe der Knospenblüher. "Das sind Sorten der Besen-Heide, deren Blüten sich nicht öffnen. Die Blüten können nicht bestäubt werden und bleiben dadurch besonders lange attraktiv – auch bei Regen, Frost und anhaltender Feuchtigkeit." Die späten Sorten der Knospenheide halten bis weit in den Winter hinein. "Als Strukturpflanzen neu im Angebot sind knospenlose Callunen, die allein durch ihr gelbes, grünes, orangegelbes und im Winter fast schwarzes oder rotes Laub wirken."

Für den Winter rät Johannes van Leuven zu Schneeheide (Erica carnea) und Englischer Heide (Erica x darleyensis). Sie eignen sich durch ihre Frosthärte optimal für die kalte Jahreszeit, etwa wenn das Grab für Weihnachten gestaltet werden soll. Auch Birgit Ehlers-Ascherfeld zählt diese Heidearten zu ihren Favoriten: "Sie sorgen für fantastische Blüheffekte im Januar und Februar und setzen damit inmitten von Eis und Schnee ein Zeichen lebendiger Erinnerung und inniger Liebe." Apropos: Bei der Grabgestaltung legen die Experten in den Friedhofsgärtnereien nicht nur Wert auf eine geschmackvolle Optik, sie lassen auch das alte Wissen um die Symbolik der Pflanzen in ihre Arrangements einfließen. Heide verkörpert dabei einen Wert, der ihr geradezu auf den Leib geschneidert ist: Beständigkeit.

Pflegeleichte Heidepflanzen: Ausreichend Feuchtigkeit sorgt für eine üppige Blüte

Heidepflanzen vertragen Halbschatten, bevorzugen aber die volle Sonne. "Je heller sie stehen, desto üppiger blühen sie und desto intensiver ist die Blütenfarbe. Auch das charakteristische gelbgrüne Laub der Baum-Heide (Erica arborea) entwickelt sich an einem sonnigen Platz am besten", sagt Heideexperte Johannes van Leuven. Als Moorbeetpflanzen bevorzugen sie leicht saures Substrat und einen entsprechenden Dünger, beispielsweise Rhododendronerde und -dünger.

 

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