Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Seit rund siebzig Jahren steht die Marke Hummi für aromatische Erdbeeren, die speziell für den Hausgarten, für den Balkon und die Terrasse gezüchtet sind. Mit diesen und weiteren Beerenpflanzen hat sich das Stuttgarter Unternehmen Hummel deutschlandweit einen Namen gemacht. Auch Helix Pflanzen ist für seine Qualitätsmarken im Pflanzensortiment bekannt - beispielsweise für Bodendecker und Hecken am laufenden Meter, für Englische Lavendel oder für das umfangreiche Moorbeetsortiment.

Machen gemeinsame Sache: Hans Müller, Fa. Helix Pflanzen, Sonja Merkle und Lothar Schatz, Gärtnerei Hummel (Foto: HALM)

Jetzt gehen beide Unternehmen eine zukunftsweisende Partnerschaft ein. In den Produktionsbetrieben von Helix werden zukünftig die Hummi-Erdbeeren unter modernsten Bedingungen kultiviert. Die Vertriebsaktivitäten beider Unternehmen werden zusammengefügt. Hummel bleibt aber eine eigenständige Firma, die sich auf ihre Kernkompetenz, die Züchtung von Erdbeersorten, konzentriert.

Weichen für die Zukunft stellen

Am Anfang dieser Partnerschaft stand der Wille von Sonja Merkle, Hummel-Inhaberin und Tochter des Firmengründers Reinhold Hummel, den Familienbetrieb für die Zukunft gut aufzustellen. „Ein Unternehmen, das man von den Eltern übernommen hat, gehört einem nicht als persönlicher Besitz, sondern man hat die Verantwortung, es engagiert zu führen und geordnet an die Nachfolger zu übergeben“, so Merkle. „Meine beiden Söhne habe ich nie in die Rolle von Nachfolgern gedrängt und beide haben sich für andere Berufswege entschieden.“ Eine Betriebsaufgabe als Ruhestandslösung wäre für die Biologin allerdings die schlechteste Wahl gewesen. „Man muss sich immer vor Augen halten, dass das Unternehmen die Existenzgrundlage und die berufliche Erfüllung für viele Menschen bedeutet.“ Auch die Sicherung des Fortbestands der Marke Hummi, die Merkles Vater in den 1950-er Jahren aufbaute, war der Firmeninhaberin ein großes Anliegen. Als sich die Frage nach einem geeigneten Nachfolger stellte, fand Merkle ihn im langjährigen Geschäftsführer Lothar Schatz, der als Hauptgesellschafter die Verantwortung für Hummel übernehmen wird. „Unsere Arbeit auf dem Zuchtfeld und im Vermehrungslabor funktioniert nur langfristig“, so Merkle. „Man muss dran bleiben und auch einmal Rückschläge einstecken. Wenn dann jemand bereit ist, diese Arbeit fortzusetzen, ist das wie ein Ritterschlag.“ Merkle bleibt dem Unternehmen auch in Zukunft verbunden und bringt weiterhin ihre langjährige Erfahrung ein.

Stärken und Schwächen erkennen

Um eine Zukunftsperspektive für Hummel zu entwickeln, analysierte Schatz zunächst Stärken und Schwächen des Unternehmens. Die große Stärke des Traditionsunternehmens ist die siebzigjährige Züchtungserfahrung. Bereits in den 1970-er Jahren führte Hummel die In-vitro-Vermehrung im firmeneigenen Labor ein. Die bewährte Marke Hummi und viele Kunden, die seit Jahren mit den Hummel-Produkten zufrieden sind, konnte Schatz ebenfalls als Erfolg verbuchen „Ein ‚Weiter so!‘ war trotzdem ausgeschlossen – diese Erkenntnis war schon frustrierend “, erzählt der Hummel-Geschäftsführer. „Wir kamen nicht mehr umhin, uns genauer zu fragen: Wer sind wir? Eigentlich eine einfache Frage, man stellt sie sich leider nie.“ Die Schwachpunkte lagen eindeutig in der technisch veralteten Gewächshausanlage, die langfristig nicht konkurrenzfähig sein würde. Für notwendige Investitionen fehlten die Mittel und so waren natürlich auch neue Absatzkanäle nur noch schwer zu erschließen. „Also konzentrierten wir uns auf unsere Stärken und suchten einen Partner für Produktion und Vertrieb. Wir wünschten uns ein Unternehmen mit starker Qualitätsphilosophie, das einen möglichst hohen Technisierungsgrad in der Produktion und eine bundesweite Logistik mitbringt.“

Partner, die sich optimal ergänzen

Diesen Partner fand Schatz schließlich in Hans Müller, dem Geschäftsführer von Helix Pflanzen. „Die Basis aller Gespräche war von Anfang an das gegenseitige Vertrauen“, erzählt Schatz. „Es durfte keinen Gewinner und keinen Verlierer geben. Am Ende sollten zwei Partner stehen, die sich optimal ergänzen.“ So war es möglich, verschiedene Varianten der Zusammenarbeit zu durchdenken und gemeinsam zu besprechen. Müller und Schatz einigten sich schließlich darauf, dass Züchtung und Sortimentsentwicklung bei Hummel bleiben und Produktion und Vertrieb an Helix Pflanzen gehen. Müller: „Wir kultivieren die Hummi-Jungpflanzen in unserem Betrieb in Rain am Lech und machen sie zu einem Teil unserer Helix Pflanzen. Für uns ist dies eine konsequente und wertvolle Erweiterung unseres Markenportfolios.“ Außerdem übernimmt Helix alle Vertriebsmitarbeiter von Hummel. So entsteht für die Hummel Kunden kein Bruch in der Zusammenarbeit. Im Gegenteil, es gibt viele Vorteile. Beide Partner erfüllen auf diesem Weg einerseits ihre unternehmerische Verantwortung, Arbeitsplätze zu erhalten. „Andererseits nutzen wir ein über viele Jahre aufgebautes Vertriebssystem, das nun alle Produkte von Helix Pflanzen und Hummel beinhaltet“, sagte Müller. Der Marke Hummi eröffnen sich daraus neue Wege, da Helix Pflanzen als namhafter Anbieter für Gartencenter, Landschaftsarchitekten, Garten- und Landschaftsbaubetriebe über ein großes Netzwerk verfügt.

 

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