Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) hat die Internationale Grüne Woche in Berlin genutzt, um politische Entscheidungsträger über die Themen des Gartenbaus zu informieren und die politischen Rahmenbedingungen für die Branche zu diskutieren. ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer bezeichnet die IGW als wichtige politische Plattform für den Gartenbau.

Die Politik zeigte sich auf der IGW sehr interessiert an den Themen des deutschen Gartenbaus (Foto: ZVG)

„Die Politik hat sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand gegeben und sich sehr interessiert an den gärtnerischen Themen gezeigt. Die IGW ist als Kommunikationsplattform für den deutschen Gartenbau unverzichtbar“, blickt Fleischer auf erfolgreiche Messetage zurück.

So wies der ZVG auf die Bedeutung gärtnerischer Produkte für eine gesunde und ausgewogene Ernährung hin. Gemüse- und Speisepilzproduzenten beantworteten den Besuchern des ZVG-Standes Fragen zur regionalen und saisonalen Ernährung mit Gemüse und Speisepilzen aus Deutschland. Diskutiert wurde mit dem Politikbesuch auch die geplante Novellierung der Düngeverordnung.

„Die Verordnung ist noch nicht optimal ausgestaltet. Insbesondere kleine Betriebe werden unter der Bürokratie leiden und die geplanten Regelungen zur Ausbringung von Champignonsubstrat ist umweltpolitisch kontraproduktiv.“ Dies gab der ZVG insbesondere den Fachministern der Bundesländer für die anstehende Bundesratssitzung mit auf den Weg.

Beim Thema Pflanzenschutz mahnte der ZVG zeitnahe Fortschritte der europäischen Harmonisierung des Pflanzenschutzes an und forderte die Politik auf, zu einer sachorientierten und wissenschaftlich fundierten Diskussion zurückzukommen. „Wer den Pflanzenschutz für ideologische Stimmungsmache nutzt, tut dies auf Kosten gärtnerischen Betriebe und der Verbraucher“, so Fleischer.

Mit knapp 5.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen festigt der deutsche Gartenbau seine Position als größter Ausbilder in der Agrarbranche. Trotzdem fehlen schon heute vielen Betrieben die Fachkräfte der Zukunft. Mit zahlreichen Aktionen hat der ZVG Jugendlichen den Berufsstand und die Ausbildungsmöglichkeiten im Gartenbau vorgestellt. Mit der Imagekampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen“ wirbt der ZVG bereits seit mehreren Jahren für eine Ausbildung im Gartenbau.

Zahlreiche Politiker erkundigten sich insbesondere nach der Einschätzung des ZVGs zur aktuellen Flüchtlingssituation. „Die Flüchtlingssituation ist und bleibt eine gesellschaftliche Herausforderung. Wo Potentiale vorhanden sind, werden wir sie aber nutzen und haben unsere Betriebe dementsprechend vorbereitet“, machte Fleischer die Position des ZVGs deutlich. Bereits vor zwei Jahren hatte der ZVG das Ausbildungskonzept „Gärtner 1+3“ für Jugendliche mit Förderbedarf sowie für junge Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt. Im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung und einem Jahr Ausbildungsvorbereitung sollen Jugendliche praxisorientiert und ganzheitlich ausgebildet werden. „Das Konzept ist aktueller denn je und geht einen Schritt weiter als die derzeit gesetzlich geltende assistierte Ausbildung“, so Fleischer.

Der Imagefilm der Kommunikationskampagne Blumen und Pflanzen- „Natürlich schöne Augenblicke“ rief auch bei den Politikern stets die gleiche Reaktion hervor - ein Lächeln. Der ZVG erinnerte damit an die emotionale Botschaft von Blumen und Pflanzen. Als Konsequenz auf die sinkende Wertschätzung von Blumen und Pflanzen, gerade bei jüngeren Menschen, hatte der ZVG eine Imagekampagne angestoßen, die von der gesamten Wertschöpfungskette getragen wird.

 

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