Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Bäume der Zukunft wachsen schon jetzt in Veitshöchheim Knapp 500 Baumschulprofis aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden trafen sich im Februar in den Mainfrankensälen und informierten sich angesichts des Klimawandels über Zukunftsbäume. Auch Praxistipps für Kunden in Baumschulen und Gartencentern wurden dabei ausgetauscht.

Klaus Körber, Leiter des Sachgebiets Obstbau und Baumschule und Claudia Taeger, Mitarbeiterin der Abteilung Gartenbau. (Fotos: Meike Maser-Plag/LWG)

Rechtzeitig über neue Baumarten nachdenken

Ob Straßenbaum, Parkbaum oder Hausbaum – Bäume wie ihn Baumschulgärtner produzieren, benötigen viele Jahre, bis aus einem Samen oder einer Veredelung ein pflanzfertiges Exemplar geworden ist. Deswegen ist es für Gärtner dringend geboten, sich unter den schon heute erfahrbaren Anzeichen eines Klimawandels rechtzeitig Gedanken über dann noch gedeihende Baumarten von morgen zu machen.

Sonderforschungsprojekt Stadtgrün 2021 vorgestellt

Darauf schwor der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Dr. Hermann Kolesch, die Zuhörerinnen und Zuhörer des 23. Veitshöchheimer Baumschultags bereits in seiner Begrüßungsansprache ein. Er verwies auf ein derzeit in Veitshöchheim stattfindendes Sonderforschungsprojekt mit dem Titel "Stadtgrün 2021" bei dem es darum geht, von "A", wie Amberbaum bis "Z", wie Zürgelbaum, 20 verschiedene Baumarten auf ihre Tauglichkeit als klimafeste Zukunftsbäume hin zu testen. Bisherige Stadtbäume, wie z.B. Ahorne und Eichen, Kastanien und Linden, werden nämlich zunehmend von Hitze und Trockenheit, Krankheiten und Schädlingen geplagt. Daher grübelt die Fachwelt derzeit darüber, wie sie künftig erforderlichenfalls durch widerstandsfähigeres Stadtgrün zu ergänzen oder zu ersetzen seien.

Ergebnisse aus der LWG-Baumschule

Über die derzeitigen "Top 20" solcher "Zukunftsbäume" hinaus, testet die LWG an der Landesanstalt in Veitshöchheim aber auch mit namhaften Baumschulen zusammen weitere neue, insgesamt 250 vermutlich zukunftstaugliche Stadtbaumarten auf ihre Praxistauglichkeit, beispielsweise Hitze- und Trockenheitsbeständigkeit. So etwa bereits zwei und dreimal verpflanzte Klimabäume. Zudem berichteten die Experten über die Erfahrungen mit Hausbaum-Arten im vergangenen Sommer mit über 40 Grad Hitze und extrem langer Trockenzeit.

15 neue Baumschulmeister in Veitshöchheim ausgebildet

Angesichts solcher wissenschaftlicher Impulse für die Zukunft der Gartenbaubranche, verwies Dr. Kolesch auch auf ganz menschliche, wie sie alljährlich aus Veitshöchheim kommen – in Form dort ausgebildeter Gärtnermeister und Gartenbautechniker. Deren Bedeutung unterstrich vom bayerischen Landesverband des Bund Deutscher Baumschulen deren Vorsitzender, Michael Kutter aus Memmingen: "Zum dritten Mal in Folge, wurden in Veitshöchheim 15 junge Gärtnern zu Baumschulmeistern ausgebildet – das schafft keine andere vergleichbare Einrichtung in ganz Deutschland. Veitshöchheim ist für uns

Baumschulgärtner die wichtigste Meisterschule in Deutschland. Und noch mehr: Die Baumschulsortimente der Zukunft werden hier festgelegt, sowohl für privates als auch öffentliches Grün. Knapp 500 Besucher des Veitshöchheimer Baumschultages, das ist ein klares Wort: Dieser Baumschultag und die Arbeit der Landesanstalt werden in der Gartenbaubranche gebraucht!"

Zukunftsträchtigste Gehölze für Baumschul- und Gartencenter-Sortiment

Wie sehr die Veitshöchheimer Forschungsarbeit letztlich der Lebensqualität der Menschen dient, die im öffentlichen oder privaten Grün Pflanzen für sich nutzen, bewies der Nachmittag des 23. Veitshöchheimer Baumschultags. Dann nämlich stellten 15 angehende Baumschul-Gärtnermeister die zukunftsträchtigsten Gehölze für das Sortiment von Baumschulen und Gartencentern vor, z.B. edle Ziergehölze, neue Rhododendren, Kletterpflanzen und sogar Ersatzpflanzen für die immer häufiger von Plagegeistern befallenen Buchsbäume.

Organisiert und moderiert wurde der Baumschultag durch den Leiter des Sachgebiets Obstbau und Baumschule an der LWG, Klaus Körber. Aus demselben Sachgebiet empfahl der weit über Veitshöchheimer Grenzen hinaus renommierte Obst-Fachmann Hubert Siegler den Baumschulgärtnern diejenigen Obstsorten für ihre Produktions- oder auch Endverkaufs-Sortimente, die bei seinen Untersuchungen und bei Geschmackstest mit Endverbrauchern am besten abgeschnitten hatten. Dr. Susanne Böll stellte das Projekt Stadtgrün 2012 mit den neuen Stadtbaumarten vor.

 

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
Deutschland

Tel.: +49 (0)931/9801-402
Fax: +49 (0)931/9801-400

Email:
Web: http://www.lwg.bayern.de/landespflege

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