Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Beim Rebsorten-Tag der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) am Würzburger Pfaffenberg informierten sich über 40 Winzer aus ganz Deutschland über neu entwickelte, erfolgversprechende Rebsorten und Klone für die Weinbaupraxis. Die Rebenzüchter konnten diese Sorten in jüngster Zeit sowohl im Weingeschmack als auch in der Widerstandsfähigkeit verbessern.

Rebsorten (Foto: By Silar [CC BY-SA 4.0 ], via Wikimedia Commons)

Das macht die Wein-Herstellung insgesamt, aber auch gerade in niederschlagsreichen Jahren wie 2016, mit erhöhtem Risiko für Pilzerkrankungen, umweltfreundlicher, weil weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden brauchen.

Silvaner-Klone aus historischem Gen-Pool

Die Entwicklung neuer Klone des Grünen Silvaners führte zu besonders locker strukturierten, weniger für Beerenfäule anfälligen Trauben. Das erspart den Winzern das mühsame Herausschneiden erkrankter Früchte. Bei der Entwicklung schöpften die Forscher aus dem Genpool der größten Silvaner-Sammlung der Welt. Seit 15 Jahren sichert das Sachgebiet Weinbau und Qualitätsmanagement der LWG historische Silvaner-Varietäten aus alten fränkischen Weinbergen.

Neue Silvaner-Spätlese – Aroma von Honig und reifen gelben Früchten

Drei neue Grüner Silvaner-Klone, der häufigsten in Deutschland gepflanzten Silvaner-Varietät, sind getestet und verfügbar. Der Grüne Silvaner Wü 9929 ist ein ertragssicherer, verbesserter Silvaner mit leicht lockerbeerigen Trauben. Die Grüner Silvaner-Sorten Wü 0115 und Wü 0318 sind Premiumklone für die Erzeugung von Spätlese-Weinen. Sie sind lockerbeerig und im Ertrag reduziert, bei einer sehr guten Weinaromatik die von Honig und reifen gelben Früchten dominiert wird.

Wenig ökologischer Pflanzenschutz: Donauriesling, Calardis blanc, Pinot Nova

Interessiert beurteilten Fach-Besucher neue pilzwiderstandsfähige Rebsorten, kurz ‚PIWI-Sorten‘, wie Donauriesling, Calardis blanc und Pinot Nova. Bekanntere PIWI-Rebsorten wie Regent und Johanniter bauen Winzer bereits seit längerem an. Sie kommen gewöhnlich mit wenig ökologischem Pflanzenschutz aus.

Grundlage: Historische Sorten - Adelfränkisch, Bukettsilvaner, Hartblau

Die LWG konnte bereits mehrere als ausgestorben geltende, historische, fränkische Rebsorten in alten Weinbergen sichern. Gerade Sorten wie Adelfränkisch, Bukettsilvaner und Hartblau sind spät reif und widerstandsfähig. Deswegen sind sie wie geschaffen, um verbesserte Rebsorten und Klone zu entwickeln, die zukünftig bei weiterer Klimaerwärmung angepflanzt werden können.

Interessante Versuchsweine der genannten neuen Rebsorten konnten die Winzer am Rebsortentag erstmals verkosten. Sie waren von deren Weinqualität sehr angetan. Bei der Neuentwicklung setzte man also gleich auf Klasse statt Masse.

 

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