Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Ein dritter Nationalpark in Bayern soll im Dialog mit den Regionen entstehen. Für diesen Dialog warb die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf bei einer Informationsveranstaltung heute im Spessart:

Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (Foto: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

"Ich freue mich, dass wir den Dialog im Spessart fortsetzen werden. Wir haben der Region dazu ein umfassendes Informations- und Veranstaltungspaket angeboten. Wir werden jetzt eine umfassende Studie zu offenen Fragen und Details in Auftrag geben. Der Spessart ist eine hochattraktive Region. Der dritte Nationalpark ist ein Angebot, das wir den Regionen machen. Das Ja zum Nationalpark muss am Ende des Dialogs aus der Region heraus kommen. Unsere Nationalparke Bayerischer Wald und Berchtesgaden sind in den vergangenen Jahrzehnten zu kraftvollen Motoren der regionalen Entwicklung geworden. Und sie sind Leuchttürme der Biodiversität. Wir haben dort im Jahr rund 3 Millionen Besucher und eine Wertschöpfung von fast 70 Millionen Euro. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben."

An der heutigen Informationsveranstaltung in Aschaffenburg haben neben den Landräten Dr. Ulrich Reuter (Landkreis Aschaffenburg), Jens-Marco Scherf (Landkreis Miltenberg) und Thomas Schiebel (Landkreis Main-Spessart) auch viele Bürgermeister aus dem Spessart und regionale Mandatsträger teilgenommen. Dabei wurde über die Chancen eines Nationalparks und die Auswirkungen auf die Region diskutiert. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Aspekte wie Forstrechte, Holzversorgung, Zukunft der Eiche und Wasserversorgung. Außerdem wurde vom Ministerium ein Kartenentwurf präsentiert, der für die weiteren Gespräche als Orientierungsgrundlage dient. Der Flächenumfang des im weiteren Dialog abänderbaren Vorschlags beträgt rund 10.900 Hektar, um Spielraum für eine Feinabgrenzung zu haben. Für einen Nationalpark sind entsprechend der gesetzlichen Vorgaben 10.000 Hektar Fläche erforderlich. Dieser erste Vorschlag basiert auf naturschutzfachlichen Überlegungen.

Ministerin Scharf hob bei der Veranstaltung die Bedeutung der Region für die weiteren Schritte hervor. "Wir setzen auf Dialog. Gemeinsam mit den Regionen soll ein maßgeschneiderter Nationalpark entwickelt werden. Basis der weiteren Schritte ist eine neutrale und sachliche Information für die Bevölkerung", so Scharf.

Um möglichst breit über aktuelle Fragen im Spessart zu informieren, wird das Umweltministerium die Nationalpark-Homepage um eine eigene Rubrik "Spessart" erweitert. Dort werden relevante Informationen und Fragen rund um den Spessart dargestellt. Außerdem wurde den Bürgermeistern und regional Verantwortlichen im Spessart angeboten, sich bei einer gemeinsamen Bereisung über den Nationalpark Bayerischer Wald zu informieren. In den kommenden Wochen soll es außerdem im Spessart eine weitere Informationsveranstaltung mit Umweltministerin Scharf für die Verbände geben. Daneben hat das Umweltministerium angeboten, noch im Frühjahr mit Informationsveranstaltungen auf kommunaler Ebene im Spessart zu beginnen.

Neben dem Dialog mit dem Spessart finden in Bayern weitere Gespräche mit naturschutzfachlich geeigneten und interessierten Regionen statt. Weitere Gespräche hat Umweltministerin Scharf bereits mit regional Verantwortlichen aus der Rhön sowie den Regionen Neuburg-Schrobenhausen und Kelheim geführt.

 

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