Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Gerade in den Ballungszentren bleibt nicht viel Platz für einen grünen Rückzugsort, selbst kleine Gärten oder Grünflächen sind dort eher selten. Umso größer ist die Sehnsucht nach dem Blick ins Grüne und es besteht ein starkes Bedürfnis, in einer grünen Umgebung zu wohnen. Nun muss ein Traumgarten nicht immer zu ebener Erde liegen, die Beliebtheit von Dachgärten und -terrassen ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen.

Die Beliebtheit von Dachgärten und -terrassen ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen.

Wohlfühloasen in luftiger Höhe lassen den Straßenlärm vergessen und sind ein begehrter Aufenthaltsort für Erholung und Freizeit.

Selbst Steildächer bis zu einer Neigung von 45 Grad können extensiv begrünt und zu weithin sichtbaren Blickfängen werden. (Fotos: BGL)

Viele bislang ungenutzte Flächen werden bei fachkundiger Anlage und Bepflanzung zur Wohlfühloase in luftiger Höhe, lassen den Straßenlärm vergessen und sind ein begehrter Aufenthaltsort für Erholung und Freizeit. Flachdächer, Dachgeschosse, Garagendächer und selbst Steildächer verwandeln sich mit fachmännischer Unterstützung des Landschaftsgärtners in blühende Oasen, verbessern die Wohnqualität und werten das Stadtbild auf.

Ökologisch durchDACHt

Dachgärten und begrünte Dächer verbessern zu jeder Jahreszeit den Wärmehaushalt eines Hauses. Wenn sich in den Sommermonaten die Hitze in den Beton- und Steinmassen der Stadt speichert, wirken sie wie Kühlzellen und verhindern mit ihrem grünen Mantel aus Pflanzen die Aufheizung der unter dem Dach befindlichen Räume. Im Winter, wenn Wärme gewünscht ist, sorgen bepflanzte Dächer für eine zusätzliche Isolierung und das Innenraumklima wird auf natürliche Art reguliert. Auch dem Umweltschutz dienen sie in vielfacher Weise.

Neben ihrer schalldämpfenden Wirkung gegen Lärm aller Art werden von den Pflanzen Schadstoffe in der Luft gefiltert und Staub wird gebunden. Gründächer bringen ein Stück Natur zurück in die Stadt und bieten Vögeln, Insekten und anderen Kleinstlebewesen einen willkommenen Lebensraum und sind gleichzeitig die optimale Ergänzung für ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Niederschläge werden aufgefangen und fließen somit nicht ungenutzt in das Abwassersystem. Werden Dachbegrünungen fachgerecht angelegt, wirken sie für Hausbesitzer sogar als Kostenbremse: die Dachdichtung wird vor UV-Bestrahlung, großen Temperaturunterschieden sowie Hagel und Regen geschützt und die Lebensdauer des Daches wird erheblich verlängert. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird die Anlage von Gründächern auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziell gefördert.

Gut beraten bei der Pflanzenwahl

Wer von den Vorteilen eines grünen Refugiums in luftiger Höhe überzeugt ist, muss sich vor der Anlage entscheiden, ob es ein richtiger Dachgarten oder „nur“ ein grünes Dach werden soll. Bei der konkreten Planung und der Anlage ist der Rat und vor allem die Tat von Experten unerlässlich, um im konkreten Fall zu beurteilen, welche individuellen Möglichkeiten es gibt und welche Art der Bepflanzung die beste ist. Wenn der Dachgarten begehbar als verlängerter Lebensraum häufig genutzt werden soll, wird der Landschaftsgärtner eine sogenannte Intensivbegrünung mit durchwurzelungsfester Dachabdichtung und verschiedenen Erdschichten anlegen.

Sie ähnelt in vielem einem ebenerdigen Garten und lässt sich ebenso individuell mit Stauden, Gehölzen und sogar Bäumen gestalten. Eine sorgfältige Pflanzenauswahl ist allerdings ratsam, denn ein Dach ist ein außergewöhnlicher Standort: Wind und Wetter verlangen den Pflanzen einiges ab. Neben der Anlage von Staudenbeeten sowie Sträuchern, Rasen zum Spielen und Toben lassen sich sowohl kleine Bäume als auch Teiche in die intensive Dachbegrünung integrieren. Zu den hierzu geltenden Vorschriften und Auflagen fragt man am besten den Landschaftsgärtner.

Begehbare Dachgärten sind genehmigungspflichtig. Die einfachere Variante, die weniger intensiv genutzt wird, bezeichnet man als extensive Dachbegrünung. Auf speziellem Vegetationssubstrat gedeihen genügsame Pflanzen wie Gräser, niedrige Stauden, Wildkräuter und Moose. Selbst Steildächer bis zu einer Neigung von 45 Grad können extensiv begrünt und zu weithin sichtbaren Blickfängen werden, denn es gibt viele für die kargen Verhältnisse geeignete Pflanzen, die sogar Blüten entwickeln wie beispielsweise der purpurblühende Feldthymian.

Große Wirkung mit der richtigen Pflege

Auch Gründächer und Dachterrassen möchten wie jeder Garten mit lebendigen Pflanzen gehegt und gepflegt werden. Vor allem in der Anfangsphase ist die Pflege sehr wichtig, um zu gewährleisten, dass sich die Bepflanzung im gewünschten Stil entwickelt. Vor allem im Frühjahr und im Herbst sollten die Abflüsse sowie die Rand- und Sicherheitsstreifen von verstopfenden Einlagerungen wie Laub und Wildwuchs befreit werden. Extensive Dachbegrünungen sind relativ pflegeleicht und erfordern weniger Aufmerksamkeit als die intensive, die vom Pflegeaufwand her einem „normalen“ Garten ähnelt und mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wem diese Zeit fehlt, sollte sich vom Experten für Garten und Landschaft über einen Pflegevertrag beraten lassen, der dafür garantiert, dass das grüne Umfeld regelmäßig professionell versorgt ist. Mehr Informationen und der Landschaftsgärtner in der Nähe sind online zu finden (siehe Link).

Von: 

 

Links zu diesem Thema:

Empfohlen für Sie: