Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Hortensien-Spezialbetrieb Pellens hat knapp 1 Million Euro in die Hand genommen und an seinem Heimatstandort in Geldern (Niederrhein) ein 1100 Quadratmeter großes Kühlhaus errichtet. Außerdem wurde ein daran anschließendes Arbeitsgewächshaus von ebenfalls 1100 Quadratmetern gebaut und nun in Betrieb genommen.

Pellens Arbeitshaus Neu (Foto: Pellens Hortensien)

„Wir investieren damit in die Verbesserung der Pflanzenqualität ebenso wie in die Optimierung der betrieblichen Abläufe“, erklärt Geschäftsführer Andreas Pellens. Bis zu 2000 CC-Karren können – gestapelt – in dem neuen Kühlhaus Platz finden.

Baulich nicht mehr optimal

Dem Hortensienbetrieb Pellens ging es, wie so vielen nach und nach gewachsenen Gartenbauunternehmen: Die baulichen Umstände waren nicht mehr optimal für die umgesetzten Mengen. „Wir hatten bereits drei eigene Kühlhäuser, von denen zwei jedoch logistisch ungünstig im ehemaligen Hofgebäude der Familie lagen, und die von der Größe wie von der Kühltechnik her einfach überaltert waren“, berichtet Andreas Pellens. Ein Großteil der Kühlware wurde aus Kapazitätsgründen zudem bislang auswärts in Mietskühlhäusern untergebracht. Auch wurde die bestehende Packhalle mit rund 600 Quadratmetern zu klein, wenn dort im Frühjahr die Zeiten der Rohware- und der Blühwarekommissionierung aufeinander trafen.

Auf der Suche nach Optimierungsansätzen kam im vergangenen Jahr die Entscheidung zustande, ein neues, großes Kühlhaus zu errichten sowie ein weiteres Arbeitsgewächshaus. Es entstand in den vergangenen vier Monaten am Westende des Betriebes direkt neben einer ebenfalls erst wenige Jahre alten zweiten Laderampe. Pellens: „In diesen neuen Betriebsteil haben wir nun die komplette Rohwareverarbeitung verlagert und dadurch zentriert. Zwei unserer älteren, unrentablen Kühlhäuser werden wir in Zukunft nicht mehr nutzen. Auch fallen zahlreiche Transportfahrten von den externen Kühlhäusern zum Betrieb und andersherum weg. Die Überwachung der Pflanzen in der Kühlung ist durch die kurzen Wege wesentlich vereinfacht. Und dank modernster Kühltechnik wird die Qualitätssteuerung während der Kühlphase wesentlich verbessert, einmal von der Energieeinsparung ganz abgesehen.“

Freiluftkühlung und Solar

Tatsächlich spart das Kühlhaus im Vergleich zu einem Standard-Kühlhaus rund 60% Energie ein. Zum einen durch eine dickere Wand- und Dachisolierung. Zudem verfügt es über eine komplette Wärmerückgewinnung. Diese Wärme wird zum Abtauen der Verdampfer und zur Entfeuchtung des Kühlraumes genutzt. Die Verbundanlage besitzt neben einem klassischen Kompressor mit Drei-Stufen-Motor auch einen energiesparenden frequenzgeregelten Kompressor. Hinzu kommt eine Freiluftkühlung. Entspricht die Außentemperatur der Kühlhaustemperatur oder liegt diese niedriger, wird über Lüfter mit Außenluft gekühlt, was den Energieverbrauch ebenfalls erheblich senkt. Schließlich gibt es zwischen Gewächs- und Kühlhaus noch eine Schleuse, die den Warmlufteintrag reduziert und Energieverluste minimiert. Somit ist auch der Feuchtigkeitseintrag geringer und eine gleichmäßigere Lagertemperatur kommt der Pflanzenqualität zugute. Als weitere bauliche Maßnahme werden noch Solarzellen folgen, wenn nach einigen Betriebsmonaten die Bedarfsmenge erkennbar ist.

Nach vier Monaten Bauzeit sind Kühlhalle und Arbeitsgewächshaus nun bereits voll in Betrieb. Pünktlich, bevor im Mai der Platz für das Topfen benötigt wird. „Mein besonderer Dank gilt daher den beteiligten Firmen Mefus& Frisch Kältetechnik, Schwefers & Raab Kühlhausbau sowie Olsthoorn Gewächshausbau“, schließt Andreas Pellens.

 

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