Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Durch ein gestiegenes Verkehrsaufkommen im Bereich von Bundesautobahnen, Bundesstraßen, Landes- und Kreisstraßen, aber auch im Bereich von Bahnstrecken, ist der Bedarf an Lärmschutzmaßnahmen deutlich gestiegen. Vorrangiges Ziel solcher Lärmschutzanlagen ist es, die Lebensqualität der Bürger bzw. der Anwohner zu steigern. Um dies zu gewährleisten, spielen neben den optimalen schalltechnischen Abschirmungswerten insbesondere auch die gestalterischen und ästhetischen Gesichtspunkte eine große Rolle.

Der Trend geht ganz eindeutig weg von Systemen, die als Fremdkörper in der Landschaft erscheinen hin zu Systemen, die sich durch eine dauerhafte Begrünung der Landschaft anpassen und somit auch zu einer Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

Rückblick:

Ausgangslage: Im Nordosten von Berlin liegt der Ortsteil Hohenschönhausen. Im Bereich der S-Bahn Station Hohenschönhausen an der Falkenberger Chaussee führt die Bahnstrecke, die zur ICE-Nutzung ausgebaut werden sollte, an mehreren Schulbauten vorbei. Seit dem Wegfall der Mauer nahm auf dieser Strecke sowohl der Nahverkehr als auch der Fernverkehr sehr stark zu. In Verbindung mit den ständig wachsenden Fahrgeschwindigkeiten wurde die Lärm­belastung für die Anwohner so groß, dass eine Lärmschutzmaßnahme erforderlich wurde.

Ein lärmschutztechnisches Gutachten ergab eine erforderliche Höhe der Dammkrone von bis zu 10 Metern. Die Gesamtlänge dieser Konstruktion betrug 1.500 Meter. Durch beengte Platzverhältnisse stand die erforderliche Grundfläche für eine Bauweise mit einer Regelböschung von 1:1,5 (33,7°) nicht zur Verfügung.

Die Vorgaben des Auftraggebers waren daher eindeutig:

  • Aus Platzgründen musste das Bauwerk möglichst steil sein
  • Alle sicherheitsrelevanten Erfordernisse mussten erfüllt werden
  • Eine dauerhafte Begrünung musste sichergestellt sein

Im Vorfeld wurden mehrere Lösungsvarianten untersucht. Nach Bewertung aller Vor- und Nachteile fiel die Entscheidung zu Gunsten der geokunststoff­bewehrten Stützkonstruktion.

Die Tensar - Lösung

Als Bauverfahren wurde ein mit Geogittern rückverhängtes Böschungs­sicherungssystem aus Stahlgitterelementen ausgewählt. Diese Bauweise garantiert eine naturnahe Ansichtsfläche und einen schnellen und einfachen Bauablauf. Die Außenhaut des Systems bilden statisch wirksame Stahlgitterelemente, die durch eine Spezialverzinkung vor Korrosion geschützt sind. Sie können durch variable Distanzhalter individuell auf die gewünschte Neigung der Steilböschung eingestellt werden. Die einzelnen Stahlgitterelemente werden durch verzinkte Steckschließen mit dem einaxial gestreckten Tensar Geogittern rückverankert.

Vorteile einer solchen Konstruktion

  • Hohe Qualität und Formbeständigkeit
  • Keine aufwendige Tiefgründung
  • Ökonomisch und ökologisch optimale Lösung
  • Hohe Akzeptanz bei Anliegern durch eine naturnahe Konstruktion
  • Nach Begrünung ist das System wartungsfrei
  • Lange Lebensdauer

Projektbeschreibung:

Bei der zur Verfügung stehenden Basisbreite und der erforderlichen Höhe ergab sich eine Neigung der Außenhaut von 60°. Die Stahlgitterelemente wurden vormontiert in einer Länge von 3 Metern auf die Baustelle geliefert. Entsprechend der Bemessung wurden in jeder Lage die einaxial gestreckten Geogitter in der entsprechenden Länge verlegt und die Front an die Stahlgitterelemente angeschlossen. Der Anschluss der Geogitter an die Stahlgitterelemente erfolgte mittels Stahlsteckstäben, die gleichzeitig durch die Ösen der Bodenstahlgitter und durch jede Öffnung der Geogitter gefädelt wurden. Der vertikale Abstand der Geogitterlagen betrug 0,60 m. Das Verfüllmaterial wurde dann in Lagen von 30 cm im Vor-Kopf-Verfahren von der Front aus zum freien Geogitterende hin eingebaut und verdichtet. Insgesamt wurde so ein bewehrter Erdkörper von ca. 150.000 m³ hergestellt.

Fazit: Nach nunmehr 13 Jahren wird deutlich, dass die Bauweise der bewehrten Erde unter Einsatz von Tensar Geogittern in der Bauausführung nicht nur kostengünstiger als konventionelle Bauverfahren war, sondern auch die an dieses System gestellten Anforderungen über die Nutzungsdauer in vollem Umfang gerecht wird.

 

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Tensar International GmbH

Brühler Str. 9
53119 Bonn
Deutschland

Tel.: +49 (228) 913 92 0
Fax: +49 (228) 913 92 11

Email:
Web: http://www.tensar.de

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