Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Am 17. September 2009 war es wieder soweit: Das Thema: Pflanzen sehen und erkennen, lockte über 50 Auszubildende und ihre Ausbilder in den Kurpark Bad Krozingen. Ulrich Herzog, Pflanzenspezialist bei der Firma Fautz - die Gärten aus Bad Krozingen, organisierte zum vierten Mal für die Region Südlicher Oberrhein im Verband GaLaBau Baden-Württemberg e.V. diesen Ausbildungstag. Wir sind mit unserem Azubi- und Ausbildertag, der sich immer um das Thema Pflanze dreht, auf dem richtigen Weg, freut sich Ulrich Herzog über die steigende Resonanz auf dieses Angebot.

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Genaues Hinschauen und ein paar Tricks

"Genaues Hinsehen ist das A und O bei der Pflanzenerkennung", mit dieser auf den ersten Blick einfachen Erkenntnis führte Ulrich Herzog in das Thema ein. Doch so ganz einfach ist es dann doch nicht, denn genaues Hinschauen erfordert die nötige Zeit, die so mancher nicht zu haben glaubt, weiß Ulrich Herzog aus Erfahrung. "Ist aber das Bewusstsein für das genaue Hinsehen erstmal geschärft, lassen sich Blätter, Knospen, Blüten, Frucht und Borke, die 5 wichtigsten Pflanzenmerkmale, den Gehölzen relativ einfach zuordnen und dann wächst auch das Interesse und die Begeisterung für die Bestimmung von Pflanzen und Gehölzen." In der sich anschließenden Fachführung wurde das "genaue Hinschauen" unter der Anleitung von Ulrich Herzog und Hans Jürgen Sutter, Gärtnermeister der Firma Fautz und für den Kurpark verantwortlich, geübt. Dabei haben die beiden Pflanzenspezialisten auch einige Tricks verraten, wie man sich Pflanzen leichter merken kann.

"Hubschrauberfrüchte" und "Brandschutz"

Graue, glatte Rinde und spitze braune Knospen sind zwei unverkennbare Merkmakle der Rotbuche, Fagus sylvatica, oder jeder Ahorn ist an seinen "Hubschrauberfrüchten" leicht zu erkennen. "Hilfreich bei der Erkennung von Bäumen ist oft der Blick auf zwei bis drei markante Eigenschaften", so Ulrich Herzog, "das hilft zumindest bei der groben Einordnung der Pflanzen. In der Regel lässt sich so schon mal die Gattung eindeutig bestimmen. Diese ersten Erfolgserlebnisse bei der Pflanzenbestimmung wecken häufig die Neugierde auf Artnamen und Sorte", so die Erfahrung von Ulrich Herzog. Auch Geschichten helfen bei der Wiedererkennung vom Bäumen. So hat der Mammutbaum seine dicke rote Borke als Brandschutz entwickelt. Denn als Feuerkeimer muss der Baum hohe Temperaturen aushalten können. Die Waldbrände räumen das Unterholz auf und schaffen Licht und Platz für die jungen Sämlinge des Mammutbaumes. "Und wer seinem Azubi Mammutbaumsamen mit dem Tipp gibt, ihn zur Keimvorbereitung in den warmen Backofen zu legen, kann sicher sein, dass dieser Azubi nicht nur jeden Mammutbaum erkennt, sondern auch gleich von diesem Experiment berichtet", so Ulrich Herzog.

Am Nachmittag wurde es noch einmal spannend: Anhand eines Fragebogens, entwickelt von Ulrich Herzog, durften die Teilnehmer in Teamwork ihr frisch erworbenes Wissens anwenden. "Es war schon beindruckend zu sehen, mit welchem Eifer dieser Fragebogen sowohl von den Auszubildenden als auch von den Ausbildern beantwortet wurde", freute sich Ulrich Herzog. Und dass alle Teilnehmer gut aufgepasst haben, zeigten die überdurchschnittlichen Auswertungsergebnisse. Die vier Besten wurden sogar mit Sachpreisen belohnt.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder einen Azubi- und Ausbildertag geben. Die Begeisterung und der Ideenreichtum, mit denen Ulrich Herzog sein Wissen weitergibt, haben sich zwischenzeitlich in der Region weit herumgesprochen und so wird der fünfte Azubi- und Ausbildertag in Bad Krozingen garantiert wieder ein Renner werden.

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