Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Landwirtschaft funktioniert - obgleich der Formulierung - nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt. Dort nutzen Menschen Flächen neben Straßen, zwischen Wohnblocks oder in trockenen Flussbetten für den Anbau von Gemüse und Grundnahrungsmitteln oder für die Tierhaltung. Dies birgt ein großes Potenzial für die Sicherung der Ernährungslage in ärmeren Ländern.

Straßenhändler in der Nähe von Tamale bieten ihre Ernte an. (Foto: UrbanFoodPlus)

Das Projekt UrbanFoodPlus will die Landwirtschaft in westafrikanischen Städten und Stadtrandgebieten optimieren. Die Freiburger Geographen Prof. Dr. Axel W. Drescher und Prof. Dr. Rüdiger Glaser entwickeln für das Projekt eine interaktive Forschungsplattform. Das so genannte Geoinformationssystem (GIS) hilft dabei, die räumlichen Daten zu erfassen, zu bearbeiten, zu organisieren, zu analysieren und zu präsentieren.

UrbanFoodPlus startete am 1. Juni 2013 und ist auf fünf Jahre angelegt. Der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Bürkert von der Universität Kassel und der Bodenkundler Prof. Dr. Bernd Marschner von der Ruhr-Universität Bochum leiten das Vorhaben, an dem sich auch die Hochschulstandorte Freiburg und Göttingen beteiligen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Agrarwissenschaften, Bodenkunde, Ökonomie, Abwasseringenieurwesen, Ethnologie und Geographie entwickeln gemeinsam mit afrikanischen Partnerinstitutionen und internationalen Agrarforschungsinstituten Maßnahmen, um die Lebensmittelproduktion in den Städten zu steigern.

Erste Feldforschungen finden in Ouagadougou/Burkina Faso, Tamale/Ghana, Bamako/Mali und Bamenda/Kamerun statt. Die Wissenschaftler befragen Erzeuger, Händler und Vertreter der Verwaltung, nehmen kleinbäuerliche Anbauversuche unter die Lupe und bieten Schulungen zu einfachen technologischen Innovationen für die Landwirtschaft an.

Das UrbanFoodPlus-Vorhaben ist Teil des Förderprogramms "GlobE - Globale Ernährungssicherung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert. Für die ersten drei Jahre steht ein Budget von 4,3 Millionen Euro zur Verfügung, die Freiburger Arbeitsgruppe erhält davon 450.000 Euro.

 

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