Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die ersten Frühjahrsblüher im Hofgarten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf begrüßten die rd. 80 Teilnehmer freundlich am Veranstaltungsort. Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) organisiert das Forschungsforum seit 2008 als Netzwerk für die Bereiche Landschaftsarchitektur, für den Garten- und Landschaftsbau und angrenzende Fachbereiche.

Forschungsforum Landschaft

15 Berufs- und Fachverbände/Institutionen waren als Träger dabei, 10 Sponsoren und drei Werbepartner unterstützen das Forschungsforum auch mit einem finanziellen Beitrag. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hatte die Veranstalter eingeladen und stellte ihre Räumlichkeiten großzügig zur Verfügung.

In einem Grußwort präsentierte der Dekan des Fachbereiches Landschaftsarchitektur, Prof. Dr. Ulrich Kias, den Fachbereich der Hochschule mit seinem vielfältigen Studienangebot. FLL-Vizepräsident Prof. Ludwig Schegk begrüßte die Anwesenden und erläuterte in einem Rückblick die wesentlichen Rückmeldungen von der letzten Veranstaltung in 2012. Er ging auf die aktuelle Bedeutung des Themas ein, das national und International breit diskutiert und daher der Eindruck eines Modethemas entsteht, das manchmal nicht ausreichend ernst genommen wird.
Schegk dankte allen Beteiligten für die Vorbereitung des diesjährigen Forschungsforums, insbesondere auch den Referenten und Autoren der 24 eingereichten Poster in der angrenzenden Posterausstellung.

In diesem Jahr war das Forschungsforum in vier Blöcke gegliedert; der erste beschäftigte sich mit dem Thema "Was ist Nachhaltigkeit?" Professorin Dr. Bettina Oppermann von der Univ. Hannover moderierte diesen Themenblock wie gewohnt strukturiert und professionell. Mitveranstalter war zum ersten Mal das Bundesamt für Naturschutz, dessen Präsidentin Frau Prof. Dr. Beate Jessel sich auch mit einem voraus denkenden Vortrag mit dem Thema "Nachhaltigkeit - integrierte Ansätze sind notwendig!" einbrachte. Sie fordert in der Nachhaltigkeitsdebatte stärker integrierte Ansätze, um sich aus der klassischen Trichotomie "ökologisch - sozial - ökonomisch" zu lösen. Mit den Kategorien "Klugheit - Glück - Gerechtigkeit" schlug sie eine Neustrukturierung der Naturschutzdebatte vor. Wildnis bzw. ein hinreichender Anteil nutzungsfreier Flächen kann unter Klugheits-, Glücks- und Gerechtigkeitsaspekten als Bestandteil eines modernen Verständnisses von (forstlicher) Nachhaltigkeit gelten.

Der Generalsekretär des Nachhaltigkeitsrates, Dr. Günter Bachmann, beschäftigte sich mit dem "Stand der Nachhaltigkeitsforschung". Er plädierte für eine Intensivierung der Nachhaltigkeitsforschung. Universelle Nachhaltigkeitsziele zu definieren, Visionen zu entwickeln und zu nutzen, sie wissenschaftlich ausreichend zu begründen und einen "Plan B" zu entwickeln, der wissenschaftlich fundiert, aber politisch legitimiert sein muss (!), waren wichtige Aussagen seines Referates.

Zum Thema "Nachhaltigkeit aus ökonomischer Sicht" nahm aus volkswirtschaftlicher Sicht Prof. Dr. Michael von Hauff, TU Kaiserslautern, Stellung: Einige Bundesländer haben schon relativ früh begonnen, eine Landesstrategie für nachhaltige Entwicklung zu formulieren; anhand des Beispiels Rheinland-Pfalz formulierte er hierfür Anforderungen. Die Dreidimensionalität nachhaltiger Entwicklung mit Ökologie, Ökonomie und Sozialem sollen gleichgewichtig berücksichtigt und realisiert werden. Als weiteres Merkmal fügte von Hauff die intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit hinzu. Die Nachhaltigkeitsstrategie von Rheinland-Pfalz hat einen hohen Verbindlichkeitsgrad erlangt. Nicht alle Handlungsfelder können in gleichem Maße angestrebt und umgesetzt werden, daher wurden für bestimmte Phasen "Leuchttürme" definiert.

Der II. Themenblock hieß "Neues aus der Forschung, offenes Forum". Prof. Schegk , der ihn moderierte, wies darauf hin, dass es ein wesentliches Ziel des Forschungsforums sei, auch aus zusätzlichen Bereichen, die über das eigentliche Motto hinausgingen, Informationen über Forschungsansätze zu bekommen. Das Themenspektrum Landschaftsentwicklung, Landschaftsbau ist, wie die Vielzahl der eingereichten Vorschläge für Vorträge aufzeigte, sehr breit ausgelegt. In kurzen Vorträgen von jeweils 15 Minuten bekamen die Zuhörer einen Überblick über die Themen (die Vorträge wird die FLL nach Genehmigung durch die Autoren auf ihrer Homepage einstellen)

Eine Abendveranstaltung in lockerer Atmosphäre im "Bräustüberl" rundete den ersten Tag ab. Hier nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit, Kontakte mit anderen Wissenschaftlern oder Geldgebern zu knüpfen, Projekte zu entwerfen oder miteinander Kooperationen zu besprechen. "Ich konnte gleich mit mehreren Experten sprechen, die ich noch nicht kannte, aber schon lange kennenlernen wollte", so eine Tagungsteilnehmerin. Für manche Teilnehmer gab es auch ein Wiedersehen mit langjährig vertrauten Kollegen.

Am zweiten Veranstaltungstag standen auch Kurzvorträge á 20 Minuten im Vordergrund. Der III. Themenblock war mit "Nachhaltigkeit braucht Forschung" überschrieben. Prof. Dr. Kai Tobias von der TU Kaiserslautern und Mitglied des Beirates des Forschungsforums Landschaft moderierte diesen Themenblock. Drei Vorträge über laufende und geplante Forschungsthemen standen sich inhaltlich nahe; daher lag es nahe, dass die Referenten auch über ihre Vorträge hinaus zueinander fanden.

Resümee der Veranstaltung

Neben den ausgezeichneten Vorträgen wurde der interdisziplinäre Austausch sehr geschätzt. In dem geselligen Beisammensein am Abend des ersten Vortragstages kamen viele neue Kontakte zustande und verschiedene Projekte wurden verabredet. Dieses Netzwerk zu fördern, ist der FLL ein großes Anliegen. Deshalb hätte sie sich durchaus noch mehr Teilnehmer am Forschungsforum gewünscht! Hinsichtlich der engen Taktung der Vorträge fanden es Rückmeldungen von Teilnehmern einerseits spannend, ein breites Spektrum von Themen kennenzulernen; andererseits sind die Zuhörer maximal gefordert, wenn sie sich zu häufig neuen Themen zuwenden müssen. Auch die Diskussion kann nur begrenzt geführt werden. Die in der Gesamtbewertung der Veranstaltung durch die Teilnehmer war mit 2,2 hervorragend und motiviert zum Weitermachen.

 

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