Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Trotz widriger Wetterverhältnisse erzielten die baden-württembergischen Landschaftsgärtner 2013 einen Rekord-Jahresumsatz von 1,18 Milliarden Euro. Über mangelnde Nachfrage brauchen wir uns auch 2014 keine Sorgen zu machen. - Das sagte am vergangenen Freitag Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender im Verband Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg e. V auf der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes in Karlsruhe.

Er berichtete von einem - trotz langem Winter und nassem Frühjahr - im Vergleich zu 2012 erneut um vier Prozent auf insgesamt 1,18 Milliarden Euro gewachsenen Branchenumsatz im Lande.

Zum Engpassfaktor für das künftige Wachstum der 675 im Unternehmerverband organisierten baden-württembergische Fachbetriebe könne allerdings - so Heumann - künftig auch in Baden-Württemberg angesichts der "aktuell enorm zugespitzten Konkurrenz um qualifizierte Jugendliche" ein dramatischer Nachwuchs- und damit ein Fachkräfte-Mangel werden. Und dies, obwohl der Landesverband und dessen Ausbildungsbetriebe seit Jahrzehnten intensiv auf Gartenschauen, Messen und regionalen Ausstellungen um Nachwuchs werbe und sich der Landschaftsgärtner-Beruf inzwischen bei Jugendlichen und in der Öffentlichkeit ein recht gutes Image verschafft habe, berichtete Heumann.

Zur tragenden Säule für den wirtschaftlichen Erfolg der Branche hat sich die stabil zunehmende Nachfrage privater Gartenbesitzer nach landschaftsgärtnerischen Dienstleitungen in den letzten Jahrzehnten entwickelt: 2013 wuchs der Umsatzanteil des Sektors "Privatgärten" am Gesamtmarkt erneut auf nunmehr 56 Prozent.

Bei kommunalen Auftraggebern hingegen stagnierte das Auftragsvolumen bei mageren 18 Prozent. Heumann sprach von einem beträchtlichen Nachholbedarf an Investitionen in öffentliches Grün bei baden-württembergischen Städten und Gemeinden.

Erbost kritisierte der Vorstandsvorsitzende in diesem Zusammenhang die Pläne der grün-roten Landesregierung, zugunsten kommunaler Regiebetriebe die baden-württembergische Gemeindeordnung abzuändern. Das sei "Gift für den gut funktionierenden Wettbewerb auf diesen regionalen Grünmärkten" beschwerte sich Heumann.

Stabil, mit einem Anteil von 11 Prozent am Gesamtumsatz habe sich 2013 im letzten Jahr hingegen die Nachfrage des gewerblichen Wohnungsbaus entwickelt.

Mit großem Beifall feierten die Verbandsmitglieder auf ihrer Versammlung die spektakulären Erfolge von zwei baden-württembergischen Nachwuchs-Teams bei Berufswettkämpfen: Beim nationalen Landschaftsgärtner Cup in Hamburg holten 2013 die Azubis Monja Langenbacher und Christoph Wanner den deutschen Meistertitel (zum neunten Mal in den letzten zehn Jahren) nach Baden-Württemberg. Ebenfalls 2013 erkämpften die Deutschen Meister vom Vorjahr, Reinhold Irßlinger und Manuel Kappler, bei der internationalen "Berufsolympiade" WorldSkills in Leipzig die Vize-Weltmeisterschaft und wurden dort überdies mit dem Prädikat "Best Team of Nation" ausgezeichnet. Heumann wertete solche Wettbewerbserfolge als Zeichen für den " ... augenscheinlich hohen Stellenwert, den traditionell hier zu Lande eine qualifizierte Nachwuchsausbildung hat" und verwies dabei auch darauf, dass inzwischen zwei Drittel der baden-württembergischen Verbandsmitglieder anerkannte Ausbildungsbetriebe führen.

Geehrt wurden auf der Versammlung auch sechs Mitgliedsbetriebe, deren Mustergärten auf der außergewöhnlich erfolgreichen Gartenschau 2013 in Sigmaringen - so Heumann - zu regelrechten "Publikums-Highligts" geworden seien.

Dem aus Satzungsgründen ausscheidenden, für "Landschaftsgärtnerische Fachgebiete bisher verantwortlichen Vorstandsmitglied Stefan Arnold aus Leinfelden-Echterdingen dankte Thomas Heumann herzlich für sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement in dem Führungsgremium.

 

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