Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Anmerkungen seines ehemaligen Lehrers: „Ein Lehrer lernt von jedem Schüler etwas dazu“. Gerne bestätige ich den Kern dieses Spruchs und lache nach über dreißig Jahren Lehrerleben zufrieden in mich hinein. Ein ehemaliger „Schüler“, Jörg Karl, hat in der Zeit von 1989 bis 1991 die Staatliche Technikerschule, Fachrichtung Garten- und Landschafsbau, in Veitshöchheim besucht. Als sein ehemaliger Lehrer durfte ich seinen beruflichen Werdegang fast 25 Jahre lang begleiten. Wenngleich Herr Karl im damaligen Jahrgang einer von 60 Studierenden in zwei Technikerklassen war, so fiel er mir im Unterricht sehr schnell auf.

Mit ihrem Fachpersonal haben sie großen Spaß daran, ihren Kunden ideenreiche Gärten zu bauen. (Foto: Hans Beischl)

Zu allen Fragen hatte er immer eine prompte Antwort parat. Anderseits stellte er zum springenden Punkt die treffende Frage. Zudem betreute ich Jörg Karl seinerzeit bei der Semesterarbeit, einem recht breit gefächertern Projekt. Ich stellte fest, dass sich hinter diesem jungen Berufskollegen ein äußert kompetenter Praktiker verbirgt. Mit seinen kreativen und ausgereiften Zeichnungen und anderen Ausarbeitungen beeindruckte er mich schon damals. Der „Studierende“ berichtete mir von Baustellen, die er - z.T. mit Semesterkollegen/innen - neben dem Schulbesuch stemmte. Hier konnte er die praktischen Erfahrungen - auch als Jung-Unternehmer - in der Bau- und Vegetationstechnik, aber auch in der Betriebswirtschaft sammeln. Im Jahr 1991 wurde ihm das Zeugnis „Staatlich geprüfter Techniker im GaLaBau“ überreicht.

Der Kontakt zwischen ihm und mir riss nach der Schulzeit nicht ab. Wenn wir uns auch nur gelegentlich trafen, so telefonierten wir des Öfteren, um uns auszutauschen. Ich weiß es noch genau, als er mich um Rat fragte, ob sich ein Studium an der FH Freising/Weihenstephan lohne. Meine Meinung hat sich auch bis heute nicht geändert: „Ein Studium lohnt sich immer, weil Du damit Deinen Horizont erweitern wirst“. Er beherzigte meinen Ratschlag.

1994 eröffnete er mit seiner Frau Stefanie und einigen jungen Landschaftsgärtnern in der Jakob-Panzer-Straße in Gochsheim sein GaLaBau-Unternehmen. Die letzten zwanzig Jahre waren nicht nur mit erfolgreichem Fortschritt, sondern auch ab und zu durch Tiefschläge geprägt. Ganz großen Respekt hatte ich damals schon vor seinem vorbildlichen Gesamtengagement, denn immerhin hatte er beträchtlich in seine Existenzgründung investiert, ein Grundstück gekauft und ein Betriebsgebäude errichtet. Diese Zeiten waren sicherlich nicht einfach, vor allem ein GaLaBau-Unternehmen neben dem Studium aufzubauen. So vergingen die Jahre und Jörg Karl hatte seinen Ingenieurstitel erworben.

Heute sind seit 15 Jahren weitere Absolventen der Staatlichen Fach- und Technikerschule in Veitshöchheim in der Führungsebene fest integriert. Gerne erinnere ich mich an die Herren: Jürgen Berthold, Andreas Herterich, Bernd Pohli und Wolfram Roth, die mir als sehr kritische, aber konstruktive Berufskollegen auffielen. Nicht nur durch die genannten Mitarbeiter, sondern auch durch konsequentes Arbeiten an der Mitarbeiterstruktur, gestützt durch das Netzwerk GALANET, konnte das Unternehmen in den letzten 20 Jahren eine positive Personalentwicklung verzeichnen. Jörg und seine Ehefrau Stefanie Karl beschäftigen derzeit knapp 30 Mitarbeiter/innen.

Dem Ruf „GartenDesign“ wurde Jörg Karl mit seiner Handschrift und seinem Herzblut in all seinen Objekten gerecht. Der Betrieb entwickelte sich schrittweise, was Personal, Qualität und Umsatz anbelangt. Das gesamte Erscheinungsbild des Unternehmens stammt nunmehr aus einem Guss. Vorbildlich sind die Freiflächen um sein Büro- und Wirtschaftsgebäude „mitgewachsen“. Dies gilt nicht nur für die ideenreichen Musterflächen, sondern auch für die Eingrünung und Anlage der Kunden- und Mitarbeiterparkplätze. Die kreative Verwendung von Pflanzen, der Einsatz von Natur- oder Betonstein, die Gestaltung mit Wasser, mit Findlingen, Holz, Skulpturen und Gartenaccessoires ist vorbildlich in unserer Branche. Hier kann sich der Kunde zahlreiche Details und liebevolle Lösungen holen, wie er seinen Gartentraum erfüllen kann.

Die Kontakte zwischen mir, den Kollegen/innen der Staatlichen Fach- und Technikerschule in Veitshöchheim und dem Jung-Unternehmer und Dipl. Ing.,Jörg Karl, aber auch seinen Führungskräften und dem studierwilligen Nachwuchs sind von Jahr zu Jahr stabiler geworden. Wenn wir Lehrkräfte bei ihm anklopfen, um z.B. eine Exkursion oder eine Übung zur Betriebsbeurteilung für Studierende oder Referendare, etc. anzusetzen, Jörg nimmt sich immer wieder die kostbare Zeit. Er hat uns Lehrkräften, aber auch den Studierenden aus Veitshöchheim stets die Tür geöffnet und „aus dem Nähkästchen geplaudert“. Mein einwöchiges Praktikum auf einer Baustelle in seiner Firma wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Ein GaLaBau-Unternehmer, der bei Null angefangen und es eigenständig zu dieser Größe -was Qualität und Quantität anbelangt- gebracht hat, den muss man in unserer Branche schon sehr lange suchen. Jörg und seine Frau Stefanie haben sich auf der langen Strecke permanent Etappenziele gesetzt und sind nie stehen geblieben. Sie haben sich „diese Siege“ mit Arbeitslust und Begeisterung erarbeitet und auch mehr als verdient. Vor dieser imposanten Leistung und anlässlich dieses Jubiläums ziehe ich als sein „alter Lehrer“ meinen Hut, weil ich weiß, dass ich von ihm immer noch was lernen kann.

Von: 

 

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