Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Von wegen spießig! Eigenes Grün ist angesagt - auch unter jungen Leuten. Sie buddeln, pflanzen und ernten mit wachsender Begeisterung. Nicht zuletzt deshalb erleben Schrebergärten eine Renaissance. Laut einer Untersuchung des Reisebuchungsportals Ab-in-den-Urlaub.de gibt es in den 131 größten deutschen Städten mehr als 532.000 solcher Parzellen und damit schätzungsweise im gesamten Bundesgebiet rund 1,5 Millionen.

Und die wollen - ebenso wie Garten und Balkon - stylisch und modern eingerichtet werden. Dafür sind die Deutschen durchaus bereit, Geld für ‚garden living‘ in die Hand zu nehmen. Nachdem das Marktvolumen zu Endverbraucherpreisen in dem Bereich 2012 bei 2,803 Mrd. Euro lag, prognostiziert eine aktuelle BBE-Studie* für 2014 einen Wert von über 2,9 Mrd. Euro. Angesagt sind dabei weiterhin Sofas im Indoor-Look, Teakholz-Modelle und Lounges. Ganz neu zu entdecken sind Retro-Möbel, Regiestühle und alles für das Picknick De Luxe. Was genau in der Saison 2014/15 auf Balkon und Terrasse gehört, zeigen rund 2.000 Anbieter auf der internationalen Gartenmesse spoga+gafa, die vom 31. August bis 2. September 2014 in Köln stattfindet.

Top-Trend 2014/15: Picknick De Luxe

Das eigene Outdoor-Plätzchen wird immer hochwertiger eingerichtet - und ist stimmig bis ins Detail. Doch traf man sich mit Freunden im Park oder am Baggersee, sah das meist ganz anders aus. Statt auf einem eleganten Sofa saß man auf dem Fußboden und als Tisch diente eine Bierkiste. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Immer mehr Hersteller haben Möbel und Accessoires im Sortiment, die eine gesellige Runde in der Natur in ein Picknick De Luxe verwandeln. Dazu gehören lässige Poufs und Kissen, stylische Hocker und Sitze mit Rückenlehne sowie kleine Tische mit Griff für einen problemlosen Transport. Auch bei den Grills sind Qualität und Tragbarkeit keine Widersprüche mehr. Sogar Gas-Modelle gibt es nun in der „Go Anywhere“-Variante. Und für Holzkohle-Fans gibt es kleine Anzündkamine, in denen die Kohlen in portionierter Menge von allein durchglühen und dann nur noch in den Grill geschüttet werden müssen.

Freude an der Nostalgie: Die Retro-Welle rollt

„Das sieht ja aus wie bei Omi.“ Je schnelllebiger die Welt und je mehr Hightech uns umgibt, desto mehr sehnen wir uns nach Altbekanntem. Und so wünschen sich viele einen Hauch von Vergangenheit in den eigenen vier Wänden. Beim aktuellen Retro-Stil werden die Designs aber nicht einfach kopiert, sondern mit einem modernen Look kombiniert. Im Mittelpunkt steht dabei die Freude an der Nostalgie. Und so sind in der kommenden Saison Outdoor-Möbel angesagt, die ganz charmant den Blick zurück werfen. Die Bandbreite reicht dabei von Nierentischen und Schaukelstühlen über moderne Varianten der klassischen Schmiedeeisen-Modelle bis hin zu Möbeln in Pastelltönen oder den knalligen Farben der 70er Jahre. Außerdem ein Must-have: Hollywood-Schaukeln und Großmutters Ohrensessel - natürlich in aufgepepptem Outfit.

Angesagte Form: Regiestühle

Hollywood-Feeling im Garten: Einfach mal selbst die Regie übernehmen - wer wünscht sich das nicht? Zumindest das richtige Equipment dafür bieten jetzt die Outdoormöbel-Hersteller. Sie warten in der kommenden Saison verstärkt mit sogenannten „Directors Chairs“ auf. Und zwar in einer sehr designorientierten, wertigen Variante. Die lässig-coolen Modelle mit puristischer Struktur bestehen oft aus einer Kombination aus Holz - gern Teakholz - und Fasern wie Batyline und sind in vielen Farben erhältlich. Besonders praktisch: Die meisten dieser Regiestühle besitzen ein einklappbares Gestell. Damit lassen sie sich problemlos transportieren und verstauen.

Farb-Trend: Lila in allen Variationen

Weiterhin aus dem Outdoor-Bereich nicht wegzudenken, sind Weiß und natürliche, gedeckte Töne wie Braun, Beige und Sand. Daneben möbelt eine andere Farbe das Sommer-Wohnzimmer 2014/15 auf: Lila. Seit die Pantone-Experten „Radiant Orchid“, eine Mischung aus Fuchsia, Violett und Pink, zur Trendfarbe 2014 gekürt haben, gibt sie in Sachen Mode und Kosmetik den Ton an. Und auch im Garten ist das belebende, schwungvolle Lila aktuell nicht wegzudenken - und zwar sowohl in kräftigen als auch in zarten Varianten. Allerdings lässt sich die Farbe nur bedingt mit anderen Tönen kombinieren. Statt kunterbuntem Colour-Clash wie in der vergangenen Saison ist daher eher die Verbindung mit Weiß oder leisen Tönen wie Grau- und Brauntönen angesagt.

Immer ausgefeilter: Grillen individuell

Da sich der Grill-Bereich weiterhin sehr dynamisch entwickelt, entdecken immer mehr Markenhersteller das Segment für sich. Im Zuge dessen wird das Brutzeln auf dem heißen Rost immer ausgefeilter. So ist jetzt beispielsweise das Grillen auf mehreren Ebenen möglich. Während unten das Steak brät, wird in der Mitte das Gemüse gegart und darüber das Brot warm gehalten. Gourmet-Küche für den Outdoor-Fan. Und auch die Optik fällt keineswegs hinter den technischen Finessen zurück. Ob cooler Chrome-Look, edle Schwarz-Mattoberfläche oder peppige Eyecatcher in Lila, Grün und Chili - das Auge isst schließlich mit. Eine Renaissance erlebt zudem der Smoker, denn Fleisch und Fisch erhalten so ein besonderes Aroma.

Ebenfalls im Trend liegen tragbare Varianten, die klein, kompakt und im Handumdrehen einsatzbereit sind. Sie haben mit dem klassischen Einweg-Grill nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: Die Modelle sind stylisch und schick und überzeugen mit vielen praktischen Features. Immer ausgefeilter sind auch die Accessoires. Ob edles Grillbesteck, Mini-Hamburger-Presse, Räuchereinsatz oder Pizzastein - für jeden Brutzel-Fan ist etwas dabei. Besonders praktisch: Schürzen mit passenden Taschen für Zange, Gabel und Pinsel.

Gartengeräte: Nachhaltigkeit trifft Hightech

Bei der Rasen- und Grünpflegetechnik sind Mähroboter und Akkugeräte weiterhin die Umsatzbringer. Sie überzeugen die Verbraucher mit einer Kombination aus Leistungsstärke und Nutzerfreundlichkeit. Zentrales Thema ist zudem die Ressourcenschonung. Energiesparende Modelle und die Verringerung des CO2-Ausstoßes sind wichtige Aspekte. Darüber hinaus steht der Komfort im Blickpunkt - sowohl bei Geräten als auch bei Werkzeugen.

Frische Argumente für den Handel liefert darüber hinaus das „Digital Gardening“. Dank der neuen technischen Möglichkeiten erkennen zum Beispiel Sensoren im Beet, was die Pflanzen benötigen und geben die Daten dann ans Smartphone weiter. Der Mähroboter lässt sich per Fernbedienung steuern und Garten-Apps liefern ruckzuck hilfreiche Tipps rund ums Pflanzen und Ernten.

Da sich immer mehr junge Leute für die Gartenarbeit begeistern, verwandeln sich Schaufeln, Sägen und Eimer jetzt in schicke Eyecatcher. Mit knalligen Farben, verspielten Dessins oder aufgedruckten Sprüchen ziehen sie die Blicke auf sich. Sogar Gummistiefel, Schürze und Co. werden längst zielgruppengenau kreiert.

* BBE-Studie „Markt:Monitor Garten“

Die spoga+gafa 2014 ist für Fachbesucher am 31. August und 1. September von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am 2. September von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

 

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