Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die UNESCO hat die Erweiterung des Biosphärenreservats Rhön bestätigt und damit den Weg für eines der bedeutendsten Projekte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung in Bayern frei gemacht. Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte dazu:

"Dies ist ein großer Erfolg für den Naturschutz in Bayern. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten macht die Rhön zu einem herausragenden Naturschatz. Mit der Erweiterung des Biosphärenreservats bewahren wir die einzigartige Kulturlandschaft der Rhön auch zukünftig als Aushängeschild für Naturschutz, Öko-Tourismus und Bildung für nachhaltige Entwicklung."

Bereits im Jahr 1991 wurde die Natur- und Kulturlandschaft der Rhön von der UNESCO als erstes länderübergreifendes Biosphärenreservat in Bayern, Hessen und Thüringen anerkannt. Seitdem hat sich das Biosphärenreservat national und international einen ausgezeichneten Ruf als Modellregion für Öko-Tourismus, Regionalvermarktung, Umweltbildung und partnerschaftlichen Naturschutz mit der Landwirtschaft erworben.

Geprägt ist das Biosphärenreservat durch außergewöhnliche Lebensräume wie Bergwiesen, Borstgrasrasen, Hochmoore sowie wertvolle Buchenwaldbestände, die Heimat für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten sind. Aufgrund der großen Bedeutung für die Region wurde im Jahr 2013 auf Initiative der Landkreise und Gemeinden der bayerische Teil des Biosphärenreservats Rhön von derzeit rund 71.500 Hektar auf rund 129.600 Hektar nahezu verdoppelt − das entspricht knapp der dreifachen Fläche des Bodensees - und die weitgehend noch nicht geschaffene Kernzone ausgewiesen. Laut UNESCO müssen drei Prozent der Gesamtfläche als nutzungsfreie Kernzone ausgewiesen werden. Unter Federführung des Bayerischen Umweltministeriums wurde zwischen den Beteiligten eine tragfähige Lösung für diese Anforderung gefunden.

"Dank einer großartigen Gemeinschaftsleistung von Bund, Freistaat und Kommunen vor Ort ist es gelungen, den Status als UNESCO-Biosphärenreservat zu sichern und das Biosphärenreservat auf bayerischer Seite erheblich zu erweitern. Insbesondere das große Engagement der beteiligten Landkreise und Gemeinden sowie die hohe Identifikation und tatkräftige Mitarbeit vieler überzeugter Menschen vor Ort haben dazu beigetragen, die Idee der nachhaltigen Entwicklung bei den Menschen in der Region zu verankern", so Huber.

Gemeinsam gelang es Bund, Freistaat und Kommunen, insgesamt rund 3.500 Hektar im bayerischen Teil des Biosphärenreservats als zusätzliche Kernzone zu gewinnen. Damit umfasst die Kernzone jetzt rund 3.900 Hektar. Die Kommunen stellten davon rund 720 Hektar zur Verfügung. Nach konstruktiven Verhandlungen des Bayerischen Umweltministers Dr. Marcel Huber mit dem damaligen Parlamentarischen Staatsekretär im Bundesverteidigungsministerium Christian Schmidt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben leistete auch der Bund mit rund 590 Hektar einen erheblichen Beitrag, unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken. Der weitaus größte Teil sind Flächen des Freistaats.

Seit dem 1. Januar 2014 sind die neuen Kernzonenflächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Mit der Erweiterung des bayerischen Teils wird auch der Startschuss für die Fortschreibung des "Rahmenkonzepts Biosphärenreservat Rhön" gemeinsam mit Hessen und Thüringen gegeben. In den nächsten drei Jahren werden zusammen mit den in der Rhön lebenden Menschen Ziele und Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung erarbeitet, die gemeinsam umgesetzt werden sollen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil im Konzept des Biosphärenreservats ist die Bildung für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. In Infozentren wie dem "Haus der Langen Rhön", dem "Haus der Schwarzen Berge" und an der Infostelle "Schwarzes Moor" wird der Bevölkerung der Gedanke der nachhaltigen Entwicklung anschaulich nahe gebracht. Im "Rhöniversum" - einem Verbund der Schullandheime "Bauersberg" und "Thüringer Hütte" sowie der "Umweltbildungsstätte Oberelsbach" können insbesondere Kinder einen sensiblen Umgang mit Natur und Kulturlandschaft hautnah und spielerisch erleben.

 

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