Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Auf dem 5. IVG Forum Gartenmarkt am 5. November, zu dem ca. 200 Gäste der Grünen Branche gekommen waren, standen Qualität und Kreativität für den Gartenmarkt im Mittelpunkt. „Es lebe der Garten“- mit diesen Worten eröffnete der scheidende IVG Vorstandsvorsitzende Rudolf Harrer die Veranstaltung.

Garry Grüber präsentierte „coole“ Pflanzenkonzepte

Gut gelebt hat der Garten und die Branche jedenfalls im ersten Halbjahr dieses Jahres, die zweite Jahreshälfte unterlag einigen Schwankungen, so dass eine Prognose zur Gesamtmarktentwicklung schwerfällt. Dennoch wagte Klaus- Peter Teipel als Zahlenexperte eine solche: Am Ende dieses Jahres könnte für den gesamten Gartenmarkt über alle Vertriebskanäle ein Umsatzplus von immerhin 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr stehen.

Gewinner unter den Vertriebskanälen sind die Garten- und Landschaftsbauer mit einem Wachstum von 18,8 Prozent. Die großflächigen Baumärkte hingegen werden laut Teipel ein geringes Minus von 2,2 Prozent hinnehmen müssen - im Gegensatz zu den Fachgartencentern, die sich über ein Plus von 4,4 Prozent in diesem Jahr freuen dürfen.

Um auch in den kommenden Jahren gute Zuwachsraten zu erzielen, empfahl Teipel, sich die Entwicklung der Handelslandschaft, insbesondere mit Blick auf den E-Commerce und die demographischen Entwicklung zu Nutze zu machen. Während ersteres noch für manche in der Branche ein unbekanntes Übel scheint, spielt letzteres in die Karten der Gartenbranche: Denn fast 50 Prozent der kaufkräftigen über 50-Jährigen arbeiten heutzutage bereits mindestens einmal in der Woche im Garten.

Eine Lanze für die Pflanze brachen an diesem Tag gleich zwei Brancheninsider: Alexander Kremer, Inhaber der Kremer Gartencenter und Garry Grüber, Cultivaris North America LLC, betonten beide die Bedeutung der Pflanze und des Lebenden Grüns für die Gartenbranche und beklagten die wenige Wertschätzung, die verschiedenste Abnehmer ihnen entgegen brächten. Und das obwohl immerhin knapp 70 Prozent der Verbraucher Pflanzen und Grün in ihrer Umgebung wichtig fänden.

Da die kleinen Blumenläden im innerstädtischen Raum zunehmend verschwunden seien, sei die Wahrnehmbarkeit von Blumen und Pflanzen verloren gegangen und damit zugleich die Bedeutung des Produkts in der Wahrnehmung der Kunden. Dagegen müsse der Gartenfachhandel für seine Kunden beste Qualität und eine gelungene Auswahl an Lebend Grün setzen, forderte Kremer. Damit, mit ein bisschen Mut zum Risiko und in enger Zusammenarbeit mit den Gärtnern, stehe dem stationären Gartenfachhandel weiterhin eine rosige Zukunft bevor. In Garry Grübers Augen bieten Gräser, Stauden, Sukkulenten und Pflanzen aller Art ausreichend Zukunftspotenzial - mit neuen, innovativen Züchtungen für jedweden Garten der Zukunft, sei es im Beton der Stadt, in der Vertikalen oder auf kleinstem Raum.

In einem anderen Markt steht die Pflanze bzw. die Blume immer noch auf Platz eins bei den Verbrauchern: als Geschenk für Freunde und Familie. Aber der Geschenkemarkt bietet auch ungenutztes Potenzial für weitere Sortimente, die im Gartencenter zu finden sind oder sein könnten: Grills, Gefäße, Dekorationsartikel und Kerzen könnten sicherlich Platz unter dem Weihnachtsbaum finden, wenn dies dem Kunden am POS entsprechend kreativ präsentiert wird. So lautet die Botschaft von Dr. Susanne Eichholz-Klein, IFH Köln, in ihrem Vortrag „Wachstumsmarkt Geschenkartikel - Chancen für den Grünen Markt?".

Wachstum war ebenfalls das zentrale Thema von Prof. Dr. Guido Quelle, Managementberater und Inhaber der Beratungsfirma Mandat, der betonte: „Wachstum kommt von innen" und – ungewohnt in mancher Kaufmanns Ohren - „Wachstum kommt von weglassen". Sein Appell an die Teilnehmer aus Handel und Industrie: „Verlieren Sie Ihr strategisches Leitbild, die Vision für Ihr Unternehmen im Tagesgeschäft nicht aus den Augen. Sonst bleibt das Wachstum in der Prozesskette stecken".

Wachstum für den stationären Handel mit Hilfe des Internets versprach Michael Wendt, Gründer des Start-Ups Locafox, das eine Internet-Plattform für jede Stadt Deutschlands kreieren möchte, auf der alle Produkte der einschlägigen lokalen Händler auffindbar und reservierbar sind. Eine im Grunde tolle Idee, die derzeit noch mit Umsetzungsschwierigkeiten kämpft und die vielleicht nach seinem Vortrag auf dem IVG Forum Gartenmarkt gemindert werden könnten.

Das kurzweilige Highlight des Tages erwartete die Tagungsteilnehmer nach dem Mittagessen: Horst Lichter, TV Starkoch und Entertainer, erzählte in der ihm eigenen sympathischer Art von seiner Kindheit im Garten seiner Eltern und der dort entstandenen Verbindung von Garten und Genuss - die ihn zu dem Koch machte, der er ist. Authentizität, Leidenschaft, für das, was man tut, gepaart mit ein wenig Bodenständigkeit seien Garanten für Erfolg - auch im Unternehmertum. Dem konnten die gleichzeitig enthusiastischen und amüsierten Zuhörer nur durch langen Beifall zustimmen.

Nicht nur Horst Lichters humoristischer Auftritt, sondern das gesamte 5. IVG Forum Gartenmarkt wurde von allen Teilnehmern begeistert aufgenommen. Sie freuen sich auf die Folgeveranstaltung am 05. November 2015 in Berlin, mit der sich das IVG Forum Gartenmarkt sicherlich als fester Event im Kalender der Gartenbranche etablieren wird.

 

 Links zu diesem Thema:

  • Weitere Informationen zur Internet-Händler-Plattform für jede Stadt Deutschlands finden Sie unter www.Locafox.de

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