Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) und das Unternehmen NETAFIM (Frankfurt am Main) haben einen auf zunächst drei Jahre angelegten Kooperationsversuch zur Unterflurtropfbewässerung am Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum (IPZ) in Bernburg gestartet. Hierzu wurden im Sommer 2014 auf einer Fläche von drei Hektar 16 Großparzellen zur Bewässerung einer bördetypischen Fruchtfolge (Winterraps-Winterweizen-Körnermais-Winterweizen) mit Unterflurtropfschläuchen angelegt.

Unterflurtropfbewässerung (Foto: DLG)

Die maschinell in einem Abstand von einem Meter verlegten Tropfschläuche von NETAFIM liegen in einer Tiefe von 35 cm. Im Frühjahr 2015 folgen vier weitere Großparzellen zur oberflächlichen Tröpfchenbewässerung in Zuckerrüben und Mais. Ziel des Versuches ist es, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Unterflurtröpfchenbewässerung zu ackerbaulichen Reihen- und Flächenkulturen aufzuzeigen und mit dem unbewässerten Anbau zu vergleichen.

Zunächst sollen der Ertrag, die technische Umsetzung und die sensorgestützte Steuerung der Bewässerungsgaben untersucht werden. In einem zweiten Schritt könnte die Kombination von Bewässerung und Fertigation, das heißt Düngung über das Beregnungswasser, geprüft werden.

Bernburg liegt im Regenschatten des Harzes, hat durchschnittlich 511 mm Jahresniederschlag, aber sehr gute Bodenverhältnisse mit hoher nutzbarer Feldkapazität. Die Unterflurtropfbewässerung hat bisher lediglich eine geringe Bedeutung bei Kartoffeln und Sonderkulturen, nicht jedoch bei den in der Börde typischen Marktfrüchten, Raps, Weizen und Mais. Klimawandel, Frühsommertrockenheit und auch der effiziente Umgang mit Beregnungswasser könnten diese Unterflursysteme allerdings deutlich interessanter werden lassen. Das im Versuch eingesetzte Schlauchmaterial ist ausgelegt für eine Lebensdauer und den Verbleib im Boden von deutlich über zehn Jahren.

Voraussetzung für diesen Versuch war, dass die DLG an ihrem Internationalen Pflanzenbauzentrum im Frühjahr 2014 in eine drei Kilometer lange Bewässerungsleitung investiert hatte.

Interessenten erhalten weitere Informationen bei der DLG. Ansprechpartner ist Andreas Steul, Tel. 03471/68484-12 oder E-Mail: a.steul(at)dlg.org.

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