Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Bonsai sind kleinwüchsige, edle Gehölze, Pflanzen mit ausdrucksstarkem Charakter, die über Jahre durch sorgfältige Schnittarbeit modelliert werden. Wie in einem Japangarten, können sie auch in der Ausstellung richtige „Kunstwerke“ bewundern. Drei Aussteller aus Brandenburg, Niedersachsen und Hessen gestalteten die 5. Buga Hallenschau in Havelberg.

Blumenhallenschau in der Havelberger St. Laurentius Kirche.

Bonsai! - Kleiner Baum ganz groß (Fotos: DBG)

Aus Brandenburg stellte Edwin Pekrul von Pekrul`s Baumschulen aus Marzahne Bonsai vorwiegend eiheimische Bonsais aus. Für seine Bonsais nutzte er hauptsächlich einheimische Nadel und Laubgehölze wie Birke, Kiefer, Lärche und Eiche. Pekruls Pflanzen kann man zum Teil einzeln stehend bei einem Rundgang auf der Empore bewundern. Insgesamt erhielt Edwin Pekrul für seine Kreationen insgesamt 9 Bronze-, 6 Silber- und 5 Goldmedaillen von den Preisrichtern. Mit Gold wurden seine Schaupflanzen-Kreationen Quercus robur Stieleiche120 cm, Aesculus hippocastanum, Aesculus hippocastanum 60 cm, Pinus nigra und Pinus mugo ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Brandenburger Bonsai Liebhaber den Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für ein Sortiment von Bonsai-Schaupflanzen vor allem Aesculus hippocastanum in natürlichen Formen.

Als zweiter Aussteller zeigte der Bonsaispezialist Volker Einbock aus Hannover mit seiner kleinen Bonsai Werkstatt seine Kunstwerke. Er trägt den Titel „anerkannter Bonsai-Lehrer“ und bietet Workshops und Kurse an. Volker Einbock lebt sein Hobby hingebungsvoll. Zu jedem seiner Bäume führt er Tagebuch. Damit hat jede Kreation seinen eigenen Lebenslauf. Seine Ausstellungsstücke sind im Kirchenschiff zu sehen. Insgesamt erhielt der Bonsai-Lehrer für seine Ausstellungsstücke 13-mal Bronze, 12-mal Silber und 8-mal Gold. Die Goldmedaillen erhielt Volker Einbock für seine Schaupflanzen Larix decidua - Europäische Lärche Moyogi 85 Jahre, Larix decidua Europäische Lärche Moyogi 40 Jahre, Larix decidua Europäische Lärche Moyogi 50 Jahre, Olea europea Olive Moyogi 350 Jahre, Zelkova serrata Japanische Ulme Besenform 35 Jahre, Zelkova serrata Japanische Ulme Besenform 45 Jahre, Betula pendula Sandbirke Moyogi 55 Jahre sowie für seine Darstellung "Der Weg der Olive von Yamadori bis zur ausstellungsfertigen Pflanze". Für ein breites Sortiment an Bonsais mit gelungenen Bonsai-Informationen für die Besucher erhielt er die Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG).

Mit der Gestaltung der Kirche und den Einbezug der Bonsai in die Japanische Gartenkultur schuf der Licht- und Gartendesigner Marco Seidl von "Japanträume" aus dem hessischen Ober-Wöllstadt ein wundervolles Bild der Harmonie und Ruhe in der St. Laurentius Kirche in Havelberg. Mit Wasser, Steinen, Pflanzen und einer Brücke hat er die Philosophie der traditionellen japanischen Gärten umgesetzt. Bei jedem Standortwechsel erhält der Besucher einen anderen wundervollen Blick auf die Ausstellung. Viele Informationstafeln beschreiben die Gestaltung von Japanischen Gärten mit ihren Elementen. Die Eigenschaften und die Philosophie der Elemente werden genau beschrieben. Ein besonderer Blickfang ist einTsukubai. Das niedrige Wasserbecken am Eingang ist ein ganz typisches Element der Philosophie des japanischen Gartens. Eine Brücke symbolisiert den Besucherweg des Menschen vom Eingang in das pflanzliche Paradies. Das Wasser als Grundelement des Lebens ist im japanischen Garten natürlich unverzichtbar.

Für die Gestaltung der Kirche St Laurentius erhielt Marco Seidl 5 Gold- und 2 Silbermedaillen. Gold erhielt der Gartendesigner für die Gesamtgestaltung "Bonsai - Kleiner Baum ganz groß". Ebenfalls eine Goldmedaille erhielt er für die Elementgestaltung Dezentrales Arrangement, Tsukubai, Kare-san sui und Brücken. Für eine hervorragende Gestaltung "Japanischer Gartenkunst" und gelungener integrierter Bonsaiausstellung erhielt er die Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG).

Alle drei Aussteller zeigten sich zufrieden mit der Preisverleihung. Alle waren sich einig, dass eine Ausstellung in einer Kirche zwar eine Herausforderung darstellt aber sehr interessant ist. Auch die Besucher sind von den Ausstellungen in der Kirche begeistert. Hier trifft Altes und Vertrautes auf eine lebendige Pflanzenpracht und eine exotische Gestaltungsart. Ein Anblick, der die Besucher fasziniert.

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