Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Verzicht auf Pestizide ist ein Kernkriterium der Aktion: Natur im Garten - Pestizide gelangen durch Auswaschung und Versickerung in den Boden, in Gewässer, in das Kanalisationssystem bis in Flüsse und Seen. Eine aktuelle Studie der WHO (World Health Organization) zeigt die Gefährlichkeit des bekanntesten Pestizid-Wirkstoffes Glyphosat - enthalten in gängigen Spritzmitteln zur Unkrautvernichtung, wie Roundup - es wird in die zweithöchste Gefahrenstufe eingestuft, und gilt als wahrscheinlich krebserregend für Menschen. Laut Pflanzenschutzmittelregister ist Glyphosat umweltgefährlich für Nützlinge und Wasserorganismen. Europaweit wird eine Einschränkung für die Anwendung in privaten und öffentlichen Räumen diskutiert.

Vorführung von ökologischen Alternativen für den öffentlichen Grünraum - v.l.n.r.: „Natur im Garten“ Berater DI Andreas Steinert, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Bürgermeister von Senftenberg, Josef Ott und Geschäftsführender Gemeindetrat Johannes Kubelka

Übergabe der „Natur im Garten“ Gemeindetafel an die Gemeinde Senftenberg - v.l.n.r.: Bürgermeister von Senftenberg Josef Ott, Geschäftsführender Gemeindetrat Johannes Kubelka und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka (Fotos: NLK / J. Burchhart)

Aus diesem Grund hat die Aktion „Natur im Garten", die sich seit 1999 für den Verzicht von Pestiziden in Privatgärten einsetzt, zwei weitere Maßnahmen gesetzt, informiert LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka: „Bereits 105 NÖ Gemeinden haben ein Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide in öffentlichen Räumen, wie Kinderspielplätze, Parks oder Freibäder unterzeichnet. 85% der NiederösterreicherInnen wünschen sich eine ökologisch gepflegte Gemeinde. Der öffentliche Grünraum in den Gemeinden ist Treffpunkt, Aufenthaltsort und Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger. Ökologische Pflege garantiert Gesundheit, Naturnähe und ist gerade im internationalen Jahr des Bodens eine wichtige Initiative."

Aber nicht nur das, Gemeinden können durch einen Beschluss im Gemeinderat die Natur noch stärker in den Vordergrund stellen und „Natur im Garten Gemeinde" werden. „Bereits 26 Gemeinden pflegen nach einem Gemeinderatsbeschluss ihre öffentlichen Grünräume nach den drei Kernkriterien der Aktion ‚Natur im Garten‘ – sie verwenden keine Pestizide sowie keinen Torf und keine chemischen Dünger. ‚Natur im Garten‘ bietet dazu Beratung und Informationsmaterial und ist zentrale Anlaufstelle bei allen Fragen rund um Garten und Grünraum", so Sobotka.

Die Gemeinde Senftenberg hat sowohl das Bekenntnis zum Pestizid-Verzicht unterzeichnet und ist auch eine neue „Natur im Garten" Gemeinde. „Wir haben im Gemeinderat den einstimmigen Beschluss gefasst ‚Natur im Garten‘ Gemeinde zu werden. Damit schließen wir uns selbstverständlich dem „Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide" an," erklärt der Bürgermeister von Senftenberg, Josef Ott.

 

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