Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Für die vom 10. bis 14. November 2015 (Exklusivtage am 8. und 9. November) stattfindende Weltleitmesse für Landtechnik, die Agritechnica, verzeichnet der Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.) ein hervorragendes Anmeldeergebnis: Rund 2.800 Aussteller aus 52 Ländern werden ihre Neuheiten und aktuellen Weiterentwicklungen auf dem Messegelände in Hannover präsentieren.

Dr. Reinhard Grandke (Foto: DLG)

Damit ist das Messegelände ausgebucht. Alle führenden Unternehmen der Branche werden mit einem vollständigen Angebot vertreten sein. Mit diesem Anmeldeergebnis unterstreicht die Agritechnica eindrucksvoll ihre hohe Attraktivität und ihre Stellung als international größte Leistungsschau der Landtechnik. Von ihr gehen Impulse und Signale für die weltweiten Landmaschinenmärkte aus.

Überragende Beteiligung aus dem Ausland

Die Agritechnica ist internationaler denn je. 1.563 Aussteller (56 Prozent) kommen aus dem Ausland. Dies entspricht einem neuen Höchststand. Die meisten Auslandsunternehmen rekrutieren sich aus Italien (391 Unternehmen), den Niederlanden (126), der Türkei (109), aus Frankreich (103), China (100), Österreich (70), Polen (68), Kanada (60), USA (54), Großbritannien (46), Dänemark (46), Spanien (43) und Finnland (39). Überproportionale Zuwächse sind insbesondere aus der Türkei, Italien und Finnland zu verzeichnen. Die DLG sieht im Anmeldeergebnis ein deutliches Signal für die weiter zunehmende globale Ausrichtung der Unternehmen und der Agrarwirtschaft mit ihren weltweiten Verflechtungen. Die Unternehmen wollen die Plattform Agritechnica gezielt dazu nutzen, um neue Märkte zu erschließen. „Die Welt trifft sich auf der Agritechnica in Hannover.“

Den Blick für die Zukunft schärfen

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Viele Betriebe beurteilen die Lage kritisch: Niedrige Erzeugerpreise, ein hohes Politikrisiko und gesellschaftliche Ansprüche drücken auf die Stimmung. Der Informationsbedarf der Landwirte ist gegenwärtig riesengroß. Die Agritechnica kommt daher zur rechten Zeit. Sie ist das weltweite Zentrum für Innovationen und Neuheiten in der Landtechnik. Sie bietet durch den gebündelten internationalen Sachverstand aus Industrie, Landwirtschaft und Wissenschaft sowie Beratungsinstitutionen eine einzigartige Zukunftswerkstatt für die globale Agrarbranche. Die Agritechnica ist nicht nur eine Innovationsplattform für moderne Technik, sondern auch Ideen- und Impulsgeber sowie Trendsetter für wichtige Zukunftsfragen der Agrarwirtschaft und der Agrartechnik. Daher zieht die Agritechnica gerade diejenigen Landwirte an, die die Zukunft bestehen wollen und sich darauf konsequent ausrichten, auch durch Einsatz modernster Technik. Diese zukunftsorientierte Atmosphäre ist ein Markenzeichen der Agritechnica. Die Landmaschinenhersteller aus aller Welt schätzen diese Stimmung. Gerade in schwierigen Zeiten mit neuen Anforderungen müssen die Akteure aus Landwirtschaft, Industrie und Vertriebspartnern den Blick für die Zukunft schärfen. Dafür ist die Agritechnica ein unvergleichlich gut geeignetes Forum.

Landtechnik als Problemlöser gefragt

Kostengünstiger und umweltschonender produzieren, dafür muss die Landtechnik einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Landwirte nehmen die gesellschaftlichen Ansprüche sehr ernst. Sie sehen die Zukunft für ihre Betriebe in einer nachhaltigen Landbewirtschaftung, die auf ökonomische, ökologische und soziale Aspekte besondere Rücksicht nimmt. Die Landtechnik trägt mit Innovationen dazu bei, dass die Landwirte dieser Aufgabe gerecht werden können. Auf der Agritechnica präsentieren die Aussteller Lösungen, mit denen die Landwirte noch präziser, effizienter und Ressourcen schonender arbeiten können. Weiterentwicklungen in der Elektronik und Sensorik sind die Taktgeber.

Moderne Landwirtschaft braucht den Konsens mit der Gesellschaft

Die weltweiten Herausforderungen sind nur mit einer innovativen Landwirtschaft zu bestehen, die den sich ständig weiterentwickelnden Zuwachs an Wissen und Können integriert. Hierzu ist ein belastbarer und kontinuierlicher Konsens mit der Gesellschaft über die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse eine der Grundvoraussetzungen. Fortschritte in der landwirtschaftlichen Produktion und den Produktionsmethoden sowie ihre gesellschaftliche Bewertung müssen im Kern übereinstimmen. Dies ist derzeit an einigen Stellen nicht mehr gegeben. Für die Landwirtschaft besteht daher die große Herausforderung, sich mit der abnehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz der modernen Landwirtschaft auseinanderzusetzen und akzeptierte Lösungen zu entwickeln. Ein wesentlicher Ansatz für den Dialog mit der Gesellschaft sind die landtechnischen Innovationen, die in großem Maße zu einer Umwelt und Ressourcen schonenden Landbewirtschaftung beitragen. Hierauf müssen die Landwirte im Dialog mit der Gesellschaft verstärkt hinweisen. Informationsplattform dazu ist die Agritechnica mit ihrem überragenden Informationsangebot.

Aktuelle Situation auf den Märkten

Die globale Getreideernte ist größer als erwartet. Der Bestandsaufbau in den Exportländern führt zu Preisdruck bei Getreide. Durch die starke Position der Schwarzmeerländer ist für die Landwirte in der Europäischen Union aktuell ein geringes Exportgeschäft zu verzeichnen. Es besteht Hoffnung auf anziehende Getreidepreise im Winter.

Ein weltweit hohes Milchangebot trifft auf eine konjunkturbedingt stagnierende Nachfrage (insbesondere Asien) und führt zu Preisdruck. Der EU-Milchpreis liegt rund 13 Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Die Landwirte haben zudem trockenheitsbedingt regional geringere Futterernten eingefahren.

Die Schweineproduktion in der Europäischen Union ist gekennzeichnet durch eine Zunahme der Schlachtzahlen um 1,2 Prozent gegenüber 2014. In Deutschland beträgt die Zunahme 2,6 Prozent. Es ist gegenwärtig ein Preisdruck durch eine verhaltene Nachfrage bei gestiegenem Angebot zu verzeichnen. Die hohen Getreide- und Sojaernten entlasten die Schweinehalter bei den Futterkosten.

Geschäftslage und Geschäftsentwicklung

Die Landwirte in Deutschland, Großbritannien und Polen sind mit der aktuellen Geschäftslage deutlich weniger zufrieden als noch im Frühjahr. Dies zeigen die vorläufigen Ergebnisse des Trendmonitors Europa, den die DLG zusammen mit Europas führendem Agrarmarkt-Forschungsinstitut, der Kleffmann Group (Lüdinghausen/Westfalen), aktuell in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen durchgeführt hat. Insbesondere die Tierhalter sind weniger zufrieden, während die Marktfruchterzeuger die Lage als stabil beurteilen. Hierin spiegeln sich die aktuell niedrigen Erzeugerpreise, die insbesondere Milch- und Schweinehalter unter Druck setzen, wider. In Frankreich ist die Stimmung stabil auf niedrigem Niveau (Wert unverändert bei 3,4). Die staatlichen Maßnahmen zur Entlastung der Tierhalter scheinen die Lage zu beruhigen. Die Marktfruchterzeuger sind bedingt durch die Rekordernte bei guten Qualitäten zufriedener als die Tierhalter.

Bei den Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind die Tierhalter in allen vier Ländern weniger optimistisch. Insbesondere die Milchvieh- und Schweinehalter sind skeptisch. Die Marktlage dürfte sich kaum ändern, da das Angebot an Milch und Schweinen weiterhin umfangreich ist. Hinzu kommt in Frankreich eine wachsende Konkurrenz durch steigende Milchimporte für die Milchviehhalter, die derzeit noch im Europavergleich den höchsten Milchpreis erhalten. Zudem sind die Landwirte im Konflikt mit den Fleischverarbeitern über die Preisfindung und -festsetzung für Schlachtschweine.

Die Geschäftserwartungen für Marktfruchterzeuger in Deutschland, Frankreich und Polen sind im Vergleich zur Frühjahrsbefragung stabil. Die Trockenheit hatte nicht die erwarteten Ertragseinbußen gebracht, und trotz weltweit hoher Getreideernte ruht die Hoffnung auf ein Anspringen des Exportgeschäftes und eine regere Nachfrage durch inländische Verarbeiter nach der Ernte.

Investitionsbereitschaft uneinheitlich

Die Investitionsbereitschaft ist gegenüber der Frühjahrsbefragung 2015 in Deutschland auf 41 Prozentpunkte, in Polen auf 39 Prozentpunkte und i Großbritannien auf 29 Prozentpunkte rückläufig. In Frankreich ist die Investitionsbereitschaft stabil bei 23 Prozentpunkten. In Deutschland, Polen und Großbritannien haben die Landwirte in den vergangenen fünf Jahren ihre Kapazitäten ausgebaut und ihre Anlagen und Techniken erneuert. In den Phasen mit niedrigen Erzeugerpreisen rückt verstärkt die Liquiditätssicherung in den Fokus, insbesondere in Betrieben, die in den letzten Jahren investiert haben und deren zu leistender Kapitaldienst gestiegen ist. Etwaige neue Investitionen werden zurückgestellt. In Frankreich hingegen ist die Investitionsbereitschaft stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau. Während die Investitionsbereitschaft bei Milch- und Schweineproduzenten rückläufig ist, wollen die Marktfruchterzeuger verstärkt investieren (von 9 Prozentpunkten im Frühjahr 2015 auf 22 Prozentpunkte in der aktuellen Befragung).

Investitionsbereiche: Ackerbau gestärkt

Die geplanten Investitionen fließen in Deutschland verstärkt in den Ackerbau (+9 Prozentpunkte gegenüber der Frühjahrsbefragung 2015). Landwirte in Großbritannien stärken die Diversifizierung der Produktion; bei der Aufteilung der Investitionen wird mit +8 Prozentpunkten die Bioenergie und mit +2 Prozentpunkten der Ackerbau gestärkt. Zudem wollen 45 Prozent der investitionswilligen Landwirte bestehende Kapazitäten ausweiten. Demgegenüber verstärken die Landwirte in Polen die Investitionen in die Tierhaltung.

Landwirte in Frankreich stärken die Investitionen in den Ackerbau, die Investitionsbereiche, in die die Investitionen fließen sollen, verschieben sich mit +25 Prozentpunkten auf nun 73 Prozentpunkten stark zum Ackerbau.

Herausforderungen im Ackerbau im Fokus

Marktfruchterzeuger müssen sich in den kommenden Jahren darauf einstellen, dass weniger Wirkstoffe für den Pflanzenschutz zur Verfügung stehen und zudem mehr Auflagen (u.a. Greening) zu berücksichtigen sind. Vor diesem Hintergrund ist es den Landwirten in Deutschland, Frankreich und Polen wichtig, Düngemittel effizienter einzusetzen. Landwirte in Deutschland, Frankreich und Polen wollen ihr Anbauprogramm erweitern und mehr Sommerungen und mehr Zwischenfrüchte anbauen. Die Landwirte sind dementsprechend an Innovationen in der Düngetechnik interessiert (73 Prozent). Auch in der stationären Datenverabeitung (62 Prozent), der Nutzung von Cloud Softwarelösungen und Innovationen im Streifenanbau (54 Prozent) erwarten die Landwirte Innovationen, um die Produktion zu verbessern.

Mehr als 400.000 Besucher erwartet

Die Notwendigkeit, den Betrieb für die Zukunft richtig aufzustellen, hat einen außerordentlichen Informationsbedarf bei den Landwirten, Lohnunternehmern und Maschinenringen aus aller Welt zur Folge. Sie wollen jetzt die vorhandenen Potenziale auf ihren Standorten noch effektiver, effizienter und nachhaltiger nutzen. Die Agritechnica bietet ihnen mit ihrem einzigartigen Informationsangebot die geeignete Plattform. Die DLG erwartet in diesem Jahr wieder mehr als 400.000 Besucher, darunter rund 100.000 aus dem Ausland.

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