Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Anlässlich des internationalen Weltbodentags warnt der NABU vor zunehmenden Belastungen der Böden in Deutschland. „Gesunde Böden sind ein knappes Gut. Wir müssen sorgsamer mit ihnen umgehen, für die Erzeugung unserer Lebensmittel sind sie unverzichtbar“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Artenreicher Ackerrand - Foto: NABU/Klemens Karkow

Das komplexe Ökosystem Boden ist steigenden Gefahren ausgesetzt: Tag für Tag gehen 66 Hektar unbebaute Fläche für Verkehr und Siedlungsbau verloren – mehr als doppelt so viel als sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat. Die Folgen sind lokale Überschwemmungen bei starken Regenfällen und ein niedriger Vorrat an Grundwasser. Bislang fehlen in Deutschland sowohl in den Bundesländern als auch in den Kommunen konkrete Flächensparziele.

Um möglichst viel unbebauten Boden langfristig zu sichern, hat der NABU, unterstützt durch die Alnatura Bio-Bauern-Initiative, das Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ ins Leben gerufen. Damit bietet der Umweltverband Landwirten finanzielle Unterstützung, wenn sie von konventioneller auf ökologische Bewirtschaftung umstellen wollen. Für die Böden ist dies ein Gewinn: Sie werden künftig nicht mehr synthetisch gedüngt oder mit Pestiziden behandelt.

Seit Start des Projekts konnten bereits mehr als 9.500 Hektar umgestellt werden – umgerechnet über 13.000 Fußballfelder. Alle 42 bislang ausgezeichneten Betriebe stellen NABU und Alnatura nun erstmals auf einer interaktiven Karte vor (siehe Link). Hier sind vom Walnuss-Bauern in Hessen bis zum Schweinehalter in Schleswig-Holstein sämtliche Neu-Bio-Landwirte mit ihren hochwertig erzeugten Produkten zu finden.

Für viele Landwirte ist eine Anschubfinanzierung zur Umstellung auf Bio-Landwirtschaft unverzichtbar. Denn in Deutschland wird es zunehmend schwerer, regionale Lebensmittel zu erzeugen. Seit Jahren steigen die Pachtpreise für Ackerland, gleichzeitig sinken oftmals die Erlöse, die Landwirte für ihre Produkte erzielen können. Ein Umstieg auf Bio-Produktion fällt daher oft schwer, da während der Umstellungsphase noch nicht die höheren Preise für Bio-Lebensmittel erzielt werden können und zudem hohe Investitionskosten anfallen.

Mit der Initiative „Gemeinsam Boden gut machen“ will der NABU auch einen Beitrag dazu leisten, den Anteil an Bio-Anbaufläche in Deutschland zu steigern. Bis 2020 soll dieser nach dem Wunsch der Bundesregierung bei 20 Prozent liegen. Doch davon ist Deutschland noch weit entfernt, der Anteil biologisch bewirtschafteter Fläche liegt derzeit bei lediglich sieben Prozent.

Die neuen Preisträger des Wettbewerbs „Gemeinsam Boden gut machen“ stellen der NABU und Alnatura am 15. Februar 2018 im Rahmen der Messe „Biofach“ in Nürnberg vor.

Weitere Informationen zur Initiative „Gemeinsam Boden gut machen“ sowie die Bewerbungsbedingungen: siehe Links

 

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