Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Den Antrittsbesuch beim deutschen Gartenbau hatte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, am 7. September 2018 im Gartenbaubetrieb Kientzler GmbH & Co KG. Die Landwirtschaftsministerin folgte der Einladung des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), um aktuelle gartenbaupolitische Themen zu diskutieren.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner folgt der Einladung des Zentralverbandes Gartenbau in den Gartenbaubetrieb Kientzler. (v. l. n. r.: ZVG-Präsident Jürgen Mertz, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz e. V. Volker Schmitt, Andreas Kientzler, Bundeslandeswirtschaftsministerin Julia Klöckner, Alexander und Ludwig Kientzler, Vizepräsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz e. V. Norbert Hammer) Foto: ZVG/ Peters

Der deutsche Gartenbau ist innovativ und zukunftsorientiert. Davon konnte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner beim Besuch im Gartenbaubetrieb Kientzler GmbH & Co KG in Gensingen überzeugen. Der Zentralverband hatte die Bundesministerin in das Unternehmen eingeladen, das sich auf die vegetative Vermehrung von Zierpflanzen und die hochwertige Produktion von Jungpflanzen spezialisiert hat, um über aktuelle gartenbaupolitische Themen zu sprechen.

Besonders positiv hob ZVG-Präsident Jürgen Mertz das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau hervor. „Das Programm leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, trägt zur CO2 Reduzierung bei und fördert gleichzeitig die Innovations- und Modernisierungsbereitschaft der Betriebe“, unterstreicht Mertz den Erfolg. „In kürzester Zeit waren die Mittel des Bundesprogramms Energieeffizienz von den Betrieben abgerufen. Deswegen halten wir es für sinnvoll, das Programm über 2019 hinaus fortzuführen.“

Die Verfügbarkeit einer breiten Palette von Pflanzenschutzmitteln ist für den Gartenbau eine große Herausforderung. Dies unterstrich der Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz e. V. Volker Schmitt. „Ich sehe mit großer Sorge, dass immer weniger Mittel für den integrierten Pflanzenschutz zur Verfügung stehen“, erklärte er der Bundeslandwirtschaftsministerin. Deswegen brauche der Gartenbau ein klares Bekenntnis zum Pflanzenschutz und eine deutliche Verfahrensbeschleunigung bei der Bewilligung von Pflanzenschutzmitteln.

Kritisch sieht der ZVG die aktuelle Situation an den deutschen Universitäten. ZVG-Präsident Mertz schilderte der Bundeslandwirtschaftsministerin die Sorgen der Branche über die dramatische Entwicklung der Gartenbaufakultäten an den drei Universitätsstandorten. „Wenn wir nicht gegensteuern, wird die fehlende Nachbesetzung von Professorenstellen, das Umwidmen von ehemals gartenbauwissenschaftlichen Lehrstühlen und damit das Wegbrechen der anwendungsorientierten Forschung für den Gartenbau deutliche Konsequenzen haben. Denn ohne Nachwuchswissenschaft schwindet die Innovationskraft und ohne Lehre fehlen uns die Lehrer an den gartenbaulichen Berufs- und Fachschulen.“

Welch hohen Stellenwert Innovation für die gartenbaulichen Unternehmen hat, zeigt sich auch in der vielfältigen Zusammenarbeit der Wirtschaft mit dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren und Erfurt. So profitierte auch das Unternehmen Kientzler in der Vergangenheit durch Forschungskooperationen mit dem IGZ. ZVG-Präsident Mertz bedankte sich bei Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner ausdrücklich, dass nach Schließung des Standorts Erfurt mit der Finanzierung einer Forschungsstelle an der Fachhochschule die Zierpflanzenforschung in Erfurt eine Zukunft habe.

Weitere Gesprächsschwerpunkte zwischen den Vertretern des ZVG, des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz e. V., den Gartenbauunternehmern Kientzler und der Bundeslandwirtschaftsministerin waren unter anderem die notwendige politische Unterstützung beim einzelbetrieblichen Risikomanagement sowie die Themen EuGH-Urteil zu modernen Hilfstechniken, Pflanzengesundheit und Stadtgrün.

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