Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

20 besonders talentierte Landschaftsgärtner-Auszubildende im 2. Ausbildungsjahr hatten die Gelegenheit, an zwei 2-tägigen AuGaLa-Workshops teilzunehmen, die vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg organisiert wurden. Ziel ist es, besonders engagierte Azubis zu fördern.

Gruppenbild: Alles Azubis sind stolz auf die gemeinsam gebaute Holzterrasse

Voll in Aktion: Beim Bau der Holzterrasse arbeiteten die Azubis Hand in Hand (Fotos: VGL Baden-Württemberg e.V.)

In diesem Jahr fand dieses Projekt bereits zum dritten Mal statt. Bewerben dürfen sich Azubis mit einem besonders guten Zwischenprüfungsergebnis in dem jeweiligen Jahr. Inzwischen übersteigt die Nachfrage der Azubis die Zahl der Seminarplätze. Um die Auswahl gerechter zu gestalten, wurden in diesem Jahr zusätzlich die Ergebnisse der Überbetrieblichen Ausbildungskurse als Auswahlkriterium herangezogen.

Soll es eine Barfußdiele sein?

Im zweiten Seminarblock an der DEULA Kirchheim Ende Oktober stand das Thema Bau einer Holzterrasse auf dem Programm. Jede Menge Infos und Holz-Musterstücke hatte der Experte Thomas Wilper mitgebracht. Welche Eigenschaften haben die verschiedenen Holzarten? Welche Alternativen gibt es zu dem bekannten Tropenholz Bangkirai? Wo kann man Thermoholz verwenden, welches übrigens schon die Wikinger kannten? Welche Vor-und Nachteile haben modifizierte Hölzer wie z. B. Kiefernholz, das mit dem Kebony Verfahren mit Furfurylalkohol vorbehandelt ist. Tatsächlich kann eine solche Diele auch problemlos im Kindergarten verwendet werden, denn die Imprägnierung dünstet beim Einbau nicht mehr aus.

Auch wenn die Azubis schon eine Weile aus dem Bobbycar-Alter heraus sind, die Beantwortung der Frage, ob eine geriffelte oder glatte Holzdiele Bobbycar- Rennen besser übersteht, wurde mit Spannung erwartet. Und immer sollte man die Wünsche des Kunden im Blick haben: Soll es eine Barfußdiele am Pool sein? Sehr viele Parameter sind auch bei der Konstruktion einer Holzterrasse zu beachten, z. B. die Auswahl eines geeigneten Holzes, der Unterbau, der Übergang zum Haus und zum Rasen oder die Wahl der Schrauben.

Bei so viel Input rauchten am Abend die Köpfe. Da war es natürlich klasse, dass am nächsten Tag die Umsetzung in die Praxis angesagt war und die Azubis gemeinsam eine Holzterrasse bauen durften. Zunächst wurde die Planung überprüft und dann fleißig für die Unterkonstruktion gemessen, gesägt, gebohrt und geschraubt. Erst danach ging es weiter mit dem Einbau der Terrassendielen und der spannenden Frage am Schluss: Passt auch alles? Ja, das Holzdeck sah wirklich gut aus, aber kleine Fehler addierten sich und so war das Ergebnis nicht ganz perfekt. Macht aber nichts, denn bekanntlich lernt man am besten aus den eigenen Fehlern. Und die darf man im Workshop noch machen – damit beim Kunden dann alles perfekt läuft.

Soft Skills und Höhenluft für Landschaftsgärtner-Azubis

Der erste Workshop hatte Anfang Juli in Heidelberg stattgefunden. Die Themen waren „Entwicklung von Soft Skills". Das Thema Kommunikation mit Kunden oder Kollegen spielt auf der Baustelle eine große Rolle. Besonders viel Spaß bereitete den Azubis auch der zweite Tag mit einem Einblick in die Baumpflege. Beim Seilklettertechnik-Schnupperkurs schafften es mit Unterstützung der Ausbilder aus der Münchner Baumkletterschule alle Azubis, ganz hoch in die Bäume zu kommen. Der Tag war eine hervorragende Möglichkeit zu erproben, ob man später einen Kletterschein oder eine Weiterbildung im Bereich Baumpflege anstreben möchte.

„Alles top, könnte auch eine Woche gehen"

Ausgezeichnete Noten gab es von den Teilnehmern für das Projekt „Talentschmiede". Die Teilnehmer erkannten einen hohen bis sehr hohen Nutzen für ihre Ausbildung. „Die Seminare sind eine gute Möglichkeit, mit anderen Azubis in Kontakt zu kommen.", „mehrere, 3 oder 4 verschiedene Seminare" so lauteten einige Kommentare.

Für die Azubis ist die Teilnahme eine echte Auszeichnung – gehören sie doch damit zum Kreis der Azubis mit großem Potenzial. Das nächste große Ziel im kommenden Jahr ist dann eine richtig gute Abschlussprüfung oder vielleicht auch eine Teilnahme beim Landschaftsgärtner-Cup Baden-Württemberg. Damit würden sie zu den 6 besten Azubiteams in Baden-Württemberg gehören. Das diesjährige Meisterteam hatte sich übrigens im Vorjahr bei der Talentschmiede weitergebildet.

 

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