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Eine 11 Meter hohe Weißtanne aus Brandenburg schmückt in diesem Winter den Ehrenhof des Bundeskanzleramtes. Am Mittwoch, 28. November, hat Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, gemeinsam mit Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, einen Weihnachtsbaum an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben.

Waldeigentümer übergeben Weihnachtsbaum an Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: Photothek/Felix Zahn)

„Mit dieser Tanne wollen wir neben weihnachtlichen Wünschen auch ein Zeichen setzen und auf die Jahrhundertkatastrophe aufmerksam machen, die dem Wald in diesem Jahr mit Dürre, Stürmen und Massenvermehrungen von Schadinsekten schwer zugesetzt hat“, sagte zu Guttenberg. Die traditionelle Weihnachtsbaumübergabe durch den Bundesverband der Waldeigentümer findet auch in diesem Jahr wieder wenige Tage vor dem 1. Advent statt.

„Angesichts der jüngsten Wetterextreme wollen wir vor der Bedrohung unserer Wälder warnen“, sagte Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg und Leiter des Stadtforstes in Fürstenwalde, „gleichzeitig wollen wir unsere lange Tradition der nachhaltigen und generationenübergreifenden Forstwirtschaft deutlich machen“.

Der Weihnachtsbaum kommt auch in diesem Jahr wieder mit Begleitung: Die Bundeskanzlerin erhält von der AGDW zwei Schachfiguren, einen weißen und einen schwarzen Bauern. Zu Guttenberg: „Wer zwei starke Waldbauern an seiner Seite hat, kann alle Herausforderungen bestehen.“

Der AGDW-Präsident ging bei der Übergabe des Weihnachtsbaumes an die Bundeskanzlerin auf die aktuellen Schäden ein, die die Dürre in den Wäldern hinterlassen hat. „Der Klimawandel ist in unseren Wäldern mit Wucht angekommen“, sagte zu Guttenberg, „erstmals waren neben Nadel- auch viele Laubbaumarten betroffen; frühzeitiger Laubverlust, vertrocknete Jungpflanzen und Bäume, Waldbrände und Schädlingsbefall haben die Wälder schwer beschädigt“. Die AGDW rechnet mit Waldschäden in Höhe von rund 5,4 Milliarden Euro.

Klimaforscher warnen vor der Zunahme derartiger Wetterextreme in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. „Die Rettung der Wälder ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, da wir stabile Wälder brauchen für den Klimaschutz, für die Sauerstoffproduktion, für die Bereitstellung von Holz und für die Erholung“, sagte zu Guttenberg. Mit Blick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice machte der AGDW-Präsident deutlich, wie wichtig die Unterstützung der Forstwirtschaft ist, um die Wälder erhalten und mit Waldumbaumaßnahmen fit machen zu können gegen die künftigen Wetterextreme.

Die Weißtanne, die jetzt das Bundeskanzleramt schmückt, ist 54 Jahre alt und stammt aus dem Wald der Sauener Forst & Gewerbe GmbH. Dieser Familienbetrieb in Sauen berät Waldeigentümer und Forstbetriebe u.a. zu Waldentwicklung, Waldpflege, Aufforstung und Jagd. Geleitet wird der Betrieb von Prof. Dr. Conrad Baldamus, der ihn im Jahr 2013 gegründet hat.

„Angesichts der Klimaveränderungen brauchen wir nachhaltige Waldbaukonzepte, die unseren Wäldern zu Stabilität und Zukunftsfähigkeit verhelfen“, sagte Thomas Weber. Der Forstbetrieb in Sauen würde hier über wertvolle Erfahrungen verfügen, die für die Forstwirtschaft in Brandenburg von großer Bedeutung sind.

Die Weißtanne:

  • Die Weißtanne (Abies alba) ist eine europäische Nadelbaumart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Name leitet sich von der hellgrauen Borke ab.
  • Wegen ökologischer und ökonomischer Einflüsse hat der Bestand an Weißtannen in den letzten 200 Jahren abgenommen. Zu den ökologischen Einflüssen gehörte der Befall durch eingeschleppte Schädlinge wie der Weißtannentrieblaus.
  • Die Tanne zählt zu den am tiefsten wurzelnden Nadelbäumen. Je nach Standort erreicht sie in Deutschland Wurzeltiefen von bis zu 1,50 Metern.
 

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