Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Dieselmotoren erzeugen von Natur aus Ruß und Stickoxide. Wegen der steigenden Umweltbelastung hat der Gesetzgeber für beide Grenzwerte eingeführt, die wohl auch in Zukunft noch restriktiver werden. Die Industrie passt daher Dieselmotoren an diese Vorgaben an.

Dipl. Chem. Andreas Zeiff

Gerade bei Einsätzen weit entfernt von üblichen Infrastrukturen wie Tankstellen, also ist sicherzustellen, dass immer beide Betriebsstoffe vor Ort verfügbar sind. (Fotos: CEMO)

Für den Anwender bedeutet das, alle neuen Aggregate werden mit neuer Technik gegen Ruß und Stickoxide ausgerüstet. Das heißt, neben Dieseltreibstoff muss zukünftig überall als zweiter Betriebsstoff auch regelmäßig Harnstofflösung (AdBlue) getankt werden. Aus Eins mach Zwei muss aber nicht in logistischen Mehraufwand beim Tanken ausarten, praxistaugliche Lösungen erleichtern den Einsatz der umweltfreundlichen Technik.

Sogenannte schadstoffarme Dieselmotoren wurden in den letzten Jahren immer besser oder anders gesagt, sie wurden den immer strengeren gesetzlichen Vorgaben angepasst. Benötigte früher ein Diesel-Motor nur einen Betriebsstoff, den Diesel, so änderte sich das durch die neuen Vorschriften schnell. Verbrauchsarm und praktisch rußfrei arbeitet ein moderner Diesel nur mit „heißer“ Verbrennung. Das hat den Nachteil, dass er gleichzeitig viel Stickoxid ausstößt. Um gegenwärtige und zukünftige Grenzwerte einzuhalten, führt daher kein Weg an einem Katalysator zum Stickoxidabbau vorbei. Dieser arbeitet sehr effizient zusammen mit einer Einspritzung 32%iger Harnstofflösung von in der Regel 2 bis 8 % der Dieselmenge ins Abgas. Das reduziert die Schadstoffe fast auf null. Der Nachteil: mit diesem sogenannten SCR-Kat muss zum Diesel immer Harnstofflösung, auch unter AUS32 oder dem Markennamen AdBlue bekannt, getankt werden.

Betriebsstoffversorgung der Zukunft

In den jeweiligen Bestimmungen zu den Schadstoffgrenzwerten ist auch festgelegt, ob und wie ein Motor weiterarbeiten darf, wenn das Reinigungsadditiv Harnstoff fehlt. Je nach Einsatzzweck bedeutet das entweder Motor stopp und Stillstand oder aber deutlich reduzierte Leistung und sogenannten Notbetrieb. In beiden Fällen kann der Motor die ihm zugedachte Aufgabe nicht mehr erfüllen. Gerade bei Einsätzen weit entfernt von üblichen Infrastrukturen wie Tankstellen, also z.B. bei Pumpen, Generatoren, Bau-, Forst- und Landwirtschaftsgeräten und Fahrzeugen ist daher sicherzustellen, dass immer beide Betriebsstoffe vor Ortverfügbar sind. Da bei Neuanschaffung die Motoren den Abgasvorschriften genügen müssen, verschärft sich das Problem zunehmend. Aktuell werden meist die wenigen modernen Fahrzeuge oder Aggregate aus Kanistern oder mobilen Tanks mit AdBlue versorgt, mit zunehmendem Verbrauch wird es schwieriger, die Diesel- und Harnstoffversorgung ideal aufeinander abzustimmen. Eigenbedarfstankstellen für Diesel und Harnstofflösung erlauben da eine optimale Versorgung der Mobiltanks und das bei günstigen Einkaufspreisen.

Kombitank für moderne Dieselmotoren

Ein Ausweg aus der Schwierigkeit, unterschiedliche Betriebsstoffe mit differierendem Verbrauch im passenden Mengenverhältnis vor Ort zu bringen ist eine Kombination aus zwei separaten Tanks in einem gemeinsamen Auffangbehälter. Die Volumina der einzelnen Innentanks sind ideal aufeinander abgestimmt, d.h. bei üblichem Verbrauch spendet so eine mobile Tankanlage bis zuletzt sowohl Treibstoff als auch Additiv. Der Betrieb der so versorgten Motoren ist damit gesichert. Weiterer Vorteil der Kombitanks ist die einfache Logistik. Es sind immer beide Stoffe zur Hand, zwei unterschiedliche Tanks und eine Berechnung der exakten Mengen ist unnötig. Da die Erneuerung des Maschinen- und Fuhrparks nach und nach immer mehr Versorgungsstellen mit Bedarf an zwei Betriebsstoffen ergibt, ist eine rechtzeitige Umstellung des Versorgungskonzeptes eine echte Zukunftsinvestition, die sich schnell rechnet.

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