Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Staudenmischungs-Pflanzungen benötigen einen komplett ausgetauschten mineralischen Boden. Dies bestätigte Arno Panitz in seinem Vortrag auf der Wintertagung des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) vom 5. bis 7. Februar 2019 in Grünberg. Nur ein mineralisches Substrat mit sehr geringen organischen Anteilen gewährleistet Strukturstabilität auch im verkehrsnahen Bereich.

Diese Pflanzung zeigt ein wünschenswertes Wuchsverhalten in einer Staudenmischung. (Foto: Arno Panitz)

Diese Pflanzung ist zu üppig für die Verwendung als Staudenmischung. (Foto: Arno Panitz)

Die Referenten der BdS-Wintertagung am 7. Februar (v. l. n. r.): Dr. Kai Blanck, Christoph Rösler und Arno Panitz (Foto: Tina Banse)

Mineralische Substrate mit geringem organischem Anteil sorgen zudem für eine schnelle vertikale Wasserabfuhr in Schichten, aus denen sich die Pflanzen langfristig versorgen können. Auch werden die Pflanzen weniger mastig. Mit einer Abdeckung aus einkörnigem Material sinkt die Pflegezeit auf den optimalen Wert. Der BdS beschloss, die fachlichen Zusammenhänge für Kunden aufzuarbeiten und diesen zur Verfügung zu stellen.

Für begrünte Wände empfahl Christoph Roesler von der Firma secop in seinem Vortrag über Baubotanik und Vegetationswände ein Substrat mit maximal 6 Prozent organischem Anteil. Die statisch selbsttragenden Korbstrukturen können bis zu einer Höhe von 6 Metern allseitig bepflanzt werden. Nach zwei bis drei Vegetationsperioden haben sie eine sehr gute Pflanzdichte und Verdunstungsleistung. Auch bieten sie Lärm- und Sichtschutz.

Die Pflanzenverwendung für wechseltrockene Standorte, wie Mulden-Rigolen-Systeme und Versickerungsmulden, stellte Prof. Cassian Schmidt als ein künftiges Arbeitsfeld des BdS-Arbeitskreises Pflanzenverwendung vor. Auch soll die Insektenfreundlichkeit der Staudenmischungen konkret aufgelistet und zusammengefasst werden. Viele sehr gute Sorten wurden bei der Ergänzungssichtung der Sortimente von Panicum virgatum und Veronicastrum ausgezeichnet, berichtete Prof. Dr. Bernd Hertle. Er informierte über neue Sichtungssortimente. Über generelle Digitalisierungschance berichtete Dr. Kai Blanck von der IHK-Hessen-innovativ.

Die nächste BdS-Wintertagung findet vom 4. bis 6. Februar 2020 in Grünberg statt.

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