Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Sechs Schaugärten zeigten zukunftsfähige Gartenideen in unterschiedlichstem Design. Vom romantischen Zukunftsgarten, der von Azubis geplant und gebaut wurde, bis zum Wohlfühlzimmer auf der fiktiven Dachterrasse oder dem vertikal begrünten Minigarten eines kleinen Grundstücks mitten in der Stadt, waren auch Regalbeete, Stampfbeton-Mauern und weitere innovative sowie inspirative Anregungen zu bewundern.

Der Publikumsliebling „L’avenier vert“, von der Firma Lutz + Riepert Gartengestaltung GmbH aus Reutlingen.

„Unser Zukunftsgarten“ von der Firma Thomann Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG aus Bitz, ebenfalls ein Azubiprojekt und auf Platz zwei beim Publikumspreis gelandet.

„Nutzgarten und grüne Erholung auf kleinstem Raum“, Firma Garten- und Landschaftsbau Garten-Moser GmbH u. Co. KG aus Reutlingen. (Fotos: Reidel/VGL Ba-Wü)

29.000 Besucher waren an den vier Tagen bei bestem Sommerwetter auf der GardenLife und viele davon nutzten die neue Möglichkeit, im bewirtschafteten Biergarten „Check Point Garden“ der Landschaftsgärtner, eine ausgiebige Rast mit Blick in die Zukunftsgärten zu machen.

„L’avenir vert – die grüne Zukunft“

Im urbanen Umfeld wird der Platz für klassische Gärten immer geringer. Nachverdichtung und hohe Grundstückspreise lassen das Grün zum städtischen Luxus werden. Doch die Möglichkeiten für gärtnerisches Wirken sind vielfältig, wie die Firma Lutz + Riepert aus Reutlingen in ihrem Zukunftsgarten eindrücklich zeigte. Die Nutzung von Dächern, Wänden und Hochbeeten macht es möglich, Pflanzen selbst auf engstem Raum zu etablieren. Wichtig ist hier die richtige Wahl der Systemtechnik, damit das Grün auch in diesen außergewöhnlichen „Lagen“ funktioniert. Der ausgeklügelte Aufbau einer Dachbegrünung, ein spezielles Hochbeet-Substrat, das den Anforderungen der Pflanzung gerecht wird und eine automatische Bewässerung inklusive Düngerlösung für senkrechte grüne oder blühende Wandflächen sorgen für langfristig funktionierendes Grün – selbst im kleinsten Garten.

„Schrebergarten 2.0“

Die Laube war gestern. Der „Schrebergarten 2.0“ der Landschaftsgärtner-Azubis der Justus-von-Liebig-Schule in Göppingen, diente weiterhin dem Zweck der Feierabend- und Wochenenderholung, bildete aber gleichzeitig auch die Basis für Selbstversorger. Pflanzen spielten hier die absolute Hauptrolle, und zwar nicht nur in den Hochbeeten, sondern sogar in der Vertikalen. Hier grünte es in einem selbst entworfenen Regalsystem aus Holz, das an die Einrichtung eines Studentenzimmers erinnerte. In der modernen Sommerküche aus Naturstein wird das selbstgezogene Gemüse frisch geerntet zubereitet. Gesünder und mit mehr Vitaminen geht es nicht mehr. So wird das „Wochenendwohnen“ im Schrebergarten zum gärtnerischen und kulinarischen Gesamterlebnis.

„Die Zukunft ist Grün – mein Garten zum Wohlfühlen“

Die Gestaltung der Geiger’s GmbH aus Rottenburg, legte sehr viel Wert auf den Genuss für alle Sinne. In diesem Garten werden die Wahrnehmungen geerdet, um ganz vom Alltag abschalten zu können. Dazu trägt ein besonderes Wasserspiel aus Holz bei, das mit seinem leisen Geplätscher die Geräusche von außen filtert und die Luftfeuchtigkeit an heißen Tagen neben dem Sitzplatz angenehm erhöht. Die üppigen Pflanzungen inmitten der Hochbeete aus dunklem Naturstein waren Balsam für die Augen und Genuss für den Gaumen. Dicke rote Tomaten und Paprika konnten hier für das Vesper am Abend direkt aus dem Beet auf den Tisch geerntet werden. Die hohen Spalierbirnen waren Sichtschutz und Früchtelieferant im Herbst. Der angenehm leichte Duft von Blüten und Kräutern erfreute die Nase und ist war das Sinnes-Warm-Up für die leckeren gemeinsam Mahlzeiten an der großen Familientafel inmitten dieser wohltuenden Gesamtatmosphäre.

Nutzgarten und grüne Erholung auf kleinstem Raum

Der Garten der Zukunft ist horizontal und vertikal. Mit diesem Trend lässt sich viel nachhaltiges Grün in immer kleineren städtischen Räumen verwirklichen. Einen Raum zum Wohlfühlen mit einladendem Sitzplatz und plätscherndem Wasserspiel, eingebettet in eine bienenfreundliche Zier- und Nutzgartenwelt, hatte die Garten-Moser GmbH & Co. KG aus Reutlingen gestaltet. Das Hochbeet aus einer Muschelkalk-Natursteinmauer bot Raum für Wildobst, Beeren, Kräuter und üppig blühende Bauerngartenpflanzen. Das vertikale Grün der Hauswand verstärkte zusammen mit den Weinreben an der Robinienholz-Pergola das naturnahe Ambiente und verbesserte gleichzeitig das Mikroklima. Hier erfüllte sich die Sehnsucht nach Erholung und Genuss aus dem eigenen Garten, der zugleich wichtige Nahrung und Nischen für Vögel und Insekten bot.

„Up in den Garten“

Um Gemütlichkeit im kleinräumigen städtischen modernen Garten, kombiniert mit intelligenten Lösungen sowie ressourcenschonender Materialverwendung ging es in der kleinen Wohlfühloase „Up in den Garten“ von Die Bäumler aus Nürtingen. Der offene Vorplatz mit Eckbank, die in ihrem weiteren Verlauf sogar die Funktion einer Stufe übernahm, ist eingerahmt von bepflanzten Hochbeeten und mit einem Hausbaum überschattet. Der höher gelegene Bereich glich einer Dachterrasse mit Aussicht auf die Skyline, eingerahmt von einer perfekt gewählten Staudenpflanzung, die die harten Konturen der Wolkenkratzer auflöste. Nachhaltige, ungewöhnliche und innovative Materialien fanden Verwendung in diesem modernen Gartendesign: Begrünte Wände aus Weinregal-Ziegeln, eingefärbter strukturierter Stampfbeton, recycelter Beton in Form von Stufen und Pflasterbelägen sowie Holz aus heimischer Lärche und nachhaltiger Forstwirtschaft.

„Unser Zukunftsgarten“

Die fünf Auszubildenden der Firma Jochen Thomann aus Bitz haben gemeinsam ihren Zukunftsgarten geplant und gebaut. Die Barrierefreiheit und die Verwendung regionaler und gebrauchter Materialien für einen geringen CO2-Fußabdruck waren den jungen Menschen dabei sehr wichtig. Die Azubis zeigten in dieser Gestaltung, wie Upcycling funktioniert: Es gab ein Frühbeet aus alten Holzbalken und antikem Frühbeetfenster, ein Hochbeet für Gemüse aus einem verkleideten Kunststoffkübel und zwei kleine Zinkwannen-Teiche. Die Terrasse aus polygonalem Plattenbelag, bot einen romantischen Rückzugsort vor blühenden Sträuchern. In diesem Zukunftsgarten zum Selbstversorgen wuchsen Obst in Form von Apfelbäumen, Beerensträucher, frisches Gemüse und leckere Kräuter. Das Farbkonzept der ausgewählten Stauden beeindruckte die Besucher mit seinen Violett-, Rosa- und Pinktönen.

Publikumsliebling

In diesem Jahr wählte allein das Publikum die Top drei der Lieblingsgärten. Besucherfavorit der Zukunftsgärten wurde „L’avenir vert“ von der Firma Lutz + Riepert aus Reutlingen, knapp gefolgt von „Unser Zukunftsgarten“, den die Azubis der Firma Thomann aus Bitz auf der Alb geplant und gebaut hatten. Auf den dritten Platz wählten die Besucher den „Nutzgarten und grüne Erholung auf kleinstem Raum“ der Firma Garten-Moser aus Reutlingen.

 

Empfohlen für Sie: