Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

„Rasen betreten verboten!“ So oder so ähnlich stand es lange Zeit auf Hinweisschildern in öffentlichen Parks. Sie sollten die Spaziergänger, Jogger und Entspannungssuchenden davon abhalten, die grünen Flächen aktiv zu nutzen. Leider wurde der Park dadurch zu einer Art Museum, in dem man die Natur zwar anschauen, aber nicht rundum genießen konnte.

Jung bis Alt finden im Park einen Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen können ohne minimale oder maximale Aufenthaltsdauer, ohne Eintrittskarte, ohne Kaufzwang _. und vor allem: umgeben von lebendigem Grün. (Foto: BGL)

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei! Heute dürfen die Wiesen betreten und vielfältig genutzt werden. Während die einen dort ein Buch lesen oder lernen, sitzen die anderen mit Freunden zusammen und freuen sich der Gesellschaft, wieder andere halten einen Mittagsschlaf unter freiem Himmel, etwas entfernt wird Federball gespielt. Jung bis Alt finden im Park einen Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen können ohne minimale oder maximale Aufenthaltsdauer, ohne Eintrittskarte, ohne Kaufzwang … und vor allem: umgeben von lebendigem Grün. Kein Zufall, dass auch die Bundespolitik den Wert des öffentlichen Grüns offensiv thematisiert und im aktuellen Weißbuch Stadtgrün für ausreichende und fußläufig gelegene Quartiere mit einer umfangreichen, qualitätsvollen Begrünung plädiert.

Gesellschaft im Grünen

„Gerade in den dicht besiedelten Innenstädten sind private Gärten als Rückzugsorte selten“, so Lutze von Wurmb vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.. „Umso wichtiger ist es, dass jeder Bürger Zugang zu einer öffentlichen Grünfläche hat, an der er seine Freizeit verbringen, sich entspannen, spielen oder Sport treiben kann. Zudem hilft ein Aufenthalt im Park, sich gegen den Stress der Stadt zu wappnen.“ Der Lärm, die fehlenden Freiräume, die Dichte an Menschen und zugleich soziale Isolation im urbanen Raum tun uns Menschen nicht gut – Pflanzen dagegen schon. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass eine grüne Umgebung entspannend wirkt, Stress reduziert, die Konzentration erhöht, den Blutdruck senkt und Depressionen verringert. Prof. Dr. med. Mazda Adli, Psychiater, Psychotherapeut und Chefarzt der Fliedner Klinik an der Charité in Berlin sowie Autor des Buches „Stress and the City", hebt den Wert von Grünanlagen hervor: „Menschen mit einer Grünfläche in der Nähe haben ein geringeres Depressionsrisiko. Es verbessert sich auch ihr allgemeines Gesundheitsgefühl, sie schlafen in der Regel besser und erholen sich nach Krankheiten schneller. Zudem wirken Parks der sozialen Isolation entgegen, da sie eine Vernetzung mit anderen Menschen ermöglichen.“ Nicht immer braucht es dafür ein Gespräch. Es zählt schlicht das Gefühl der Gemeinschaft von Menschen, die umgeben von Natur eine Auszeit suchen.

Angenehme Atmosphäre

Pflanzen tun unserem Körper und unserer Psyche gut. Darüber hinaus schaffen sie auch eine angenehme Umgebung, in der man sich gerne aufhält: Sie binden Feinstaub und produzieren Sauerstoff, verdunsten Regenwasser über ihre Blätter und kühlen auf diese Weise die Luft merklich. Große Bäume spenden angenehmen Schatten, der besonders während der heißen, sonnigen Tage des Sommers beliebter Aufenthaltsort ist. Die blühenden Stauden und Sträucher duften herrlich und locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an – das Summen und Flattern verbreitet Sommerstimmung pur. Oft trumpfen Parks darüber hinaus mit einem großen Teich oder Springbrunnen auf, die ebenfalls für eine erfrischende Atmosphäre in direkter Umgebung sorgen. Für Kinder gibt es einen Spielplatz zum Toben und Klettern, für Erwachsene stehen an anderer Stelle Sportgeräte zum Auspowern bereit. Es gibt viel zu erleben im Park, aber auch ausreichend Platz, zur Ruhe zu kommen und die Umgebung zu genießen.

Gepflegte Grünanlage

Tendenziell zieht es immer mehr Menschen in ihrer Freizeit in die Parks der Städte. Das hat natürlich viel mit dem breiten Angebot, der Naturerfahrung und dem angenehmen Klima zu tun, aber auch damit, dass die Areale immer freundlicher werden. „Ist ein Park gepflegt – also die Wiese gemäht, die Sträucher geschnitten, das Wasser des Springbrunnens klar, sind die Wege eben und die Treppen trittsicher – dann ist man gerne dort“, betont von Wurmb vom BGL. „Viele nehmen das nicht bewusst wahr, aber für die Aufenthaltsqualität ist der Pflegezustand unendlich wichtig.“ Aus diesem Grund sind für die Kommunen Landschaftsgärtner in den Grünanlagen der Städte unterwegs. Sie sorgen dafür, dass die Parks blühen und grünen und durch das Jahr einladend und freundlich bleiben. Sie pflegen die Rasenflächen, damit man sich dort gerne niederlässt, und kontrollieren die Bäume auf morsche Äste, um die sogenannte „Verkehrssicherheit“ gewährleisten zu können. So stellen sie sicher, dass die Parks auch weiterhin beliebte Aufenthaltsorte sind.

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