Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Mit dem Bestehen ihrer Abschlussprüfungen haben 110 junge Gärtnerinnen und Gärtner, Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) und Baumschule, ihre dreijährige, duale Ausbildung erfolgreich beendet. Höhepunkte der Abschlussfeier, die am 19. Juli 2019 auf Schloss Höchstädt stattfand, waren die offizielle Freisprechung der Azubis, die Übergabe der Berufsurkunden, die Auszeichnung der Prüfungsbesten sowie die Laudatio auf den scheidenden Schulleiter Dr. Helmut Nebel.

Die Gärtnerinnen und Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau bei ihrer Freisprechung auf Schloss Höchstädt.

v.l.: Ralf Lutz, Regionalvorsitzender Schwaben des VGL Bayern, und Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern, bei der Auszeichnung der Landschaftsgärtner mit den besten Abschlussnoten, Raphael Albrecht und Michael Sappl, zusammen mit Josef Bullinger, Präsidiumsmitglied des VGL Bayern, und Dr. Helmut Nebel, Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Höchstädt a. d. Donau.

v.l.: Dr. Helmut Nebel, Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Höchstädt a. d. Donau, bei der Ehrung für seine Verdienste rund um den Garten- und Landschaftsbau durch Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern. (Fotos: Jochen Henning, VGL Bayern)

Insgesamt erhielten 81 GaLaBau-Absolventen aus Schwaben und Oberbayern ihre Urkunden und Zeugnisse. In der Fachrichtung Baumschule waren es bayernweit 29 Personen. Nach der Freisprechung von den Rechten und Pflichten in ihrer Ausbildung durch Ralf Lutz, Regionalvorsitzender Schwaben des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern), wurden sie als vollwertige Mitglieder in die jeweiligen Berufsstände aufgenommen. Die besten Abschlussprüfungen bei den Landschaftsgärtnern erzielten Raphael Albrecht, Sebastian Huber Außenanlagen in Rosenheim, und Michael Sappl, Weismann GmbH in Egling. Der VGL Bayern honorierte die sehr guten Leistungen mit einer Auszeichnung sowie einer Profigartenschere inklusive Ledertasche.

In seinem Grußwort an die rund 150 Gäste betonte Gerhard Zäh, Präsident des VGL Bayern, die Bedeutung einer exzellenten beruflichen Vorbereitung – nicht nur für die Fachkräfte, sondern auch für die Fachbetriebe und deren Auftraggeber: „Eine gute Ausbildung ist für alle wichtig. Denn die gärtnerische Branche wird überall stark nachgefragt. Um diese gesteigerte Nachfrage zu bedienen, benötigen die Betriebe qualifizierten Nachwuchs. Engagierte Mitarbeiter, die mit Überzeugung ihren Beruf ausüben und für die Kunden kompetente Ansprechpartner sind.“

Eine besondere Ehrung erfuhr Dr. Helmut Nebel, Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Höchstädt a. d. Donau, der im August in den Ruhestand wechselt. Für seine jahrelangen Verdienste rund um die Berufsausbildung erhielt der Oberstudiendirektor eine besondere Anerkennung: einen bayerischen Porzellan-Löwen. Nach dem Studium promovierte Nebel an der TU München-Weihenstephan. Von 1986 bis 2012 war er am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Neusäß als Lehrer im Fachbereich Gartenbau tätig und hatte ab 2003 Erfahrung in der Schulleitung als stellvertretender Leiter gesammelt. Im April 2012 übernahm er die Leitung des Schulzentrums in Höchstädt und entwickelte dieses zu einer weithin anerkannten Bildungseinrichtung weiter.

Gerhard Zäh würdigte das Engagement des Gartenbauwissenschaftlers in seiner Laudatio: „Sie waren immer offen für die Belange der grünen Branche und Ihre Zusammenarbeit mit dem VGL Bayern wurde und wird sehr geschätzt. Die Berufsschule, inzwischen die größte für Landschaftsgärtner in Deutschland, genießt den Ruf einer Vorzeigeeinrichtung – auch bei der Flüchtlingsintegration durch die Beschulung einer Vielzahl an Geflüchteten. Mit Blick in die Zukunft begrüßen wir Ihr Interesse an unserem Projekt in Tansania, wo wir eine Berufsschule gründen möchten. Gerne laden wir Sie dazu ein, daran mitzuwirken.“

Auch Gerrit Maneth, Bürgermeister von Höchstädt, Leo Schrell, Landrat des Landkreises Dillingen an der Donau, und der Landtagsabgeordnete Georg Winter ließen es sich nicht nehmen, den frisch-gebackenen Gärtnerinnen und Gärtnern zum Ausbildungsabschluss zu gratulieren. Einhellige Meinung: Mit der getroffenen Berufswahl stünden den Fachkräften alle Türen offen. Denn in Zeiten des Klimawandels und dem Schutz der Biodiversität benötige die Gesellschaft Lösungen, die sie bieten könnten. Tatsächlich eröffnen sich für die jungen Frauen und Männer sehr gute berufliche Perspektiven. Denn die Experten der „grünen Branche“ sind gefragt – mehr denn je. Nicht zuletzt macht die hohe Wahlbeteiligung beim bayerischen Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ deutlich, dass die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an Umweltschutz und Nachhaltigkeit stetig steigen. Ebenso nimmt das Bedürfnis an Erholung im eigenen Garten und in öffentlichen Grünanlagen zu.

Überraschungsgäste waren Julian Maier und Niklas Stadlmayr, Mitarbeiter der Bullinger GmbH & Co. KG in Donauwörth. Geschäftsführer Josef Bullinger erinnerte an die zurückliegenden Erfolge der beiden Schwaben, die die bayerischen und bundesweiten Berufswettbewerbe der angehenden Landschaftsgärtner 2018 gewannen. Damit qualifizierten sie sich gleichzeitig für die Teilnahme an den internationalen Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills), die von 22. bis 27. August 2019 im russischen Kazan stattfinden, und vertreten das deutsche Team im Wettbewerb „Landscape Gardening“.

 

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