Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Weitere 16 Kommunen engagieren sich für mehr Natur in der Stadt und nehmen ab Oktober am Labeling-Verfahren StadtGrün naturnah teil.

Stadtgrün

Mit dem Label „StadtGrün naturnah" honoriert das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e.V. bereits zum vierten Mal das Engagement von Städten und Gemeinden für ein ökologisches Grünflächenmanagement. Die insgesamt 50 teilnehmenden Kommunen entwickeln beispielsweise öffentliche Grünflächen zu artenreichen Wildblumenwiesen, verwenden heimisches Saat- und Pflanzgut oder verzichten auf Pestizide. Bei der Maßnahmenplanung, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Natur in der Stadt erhalten die Kommunen professionelle Unterstützung durch das Bündnis. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Seit Projektbeginn im Jahr 2016 haben bereits 34 Kommunen aus ganz Deutschland das Label „StadtGrün naturnah" erhalten. Ab Oktober kommen weitere 16 Städte dazu: Arnsberg, Bad Dürrheim, Bielefeld, Blankenburg, Düsseldorf, Eckernförde, Freiburg, Geretsried, Germersheim, Göttingen, Kronberg, Mönchengladbach, Ravensburg, Stutensee, Wertheim und Wittenberg.

„Dieses Jahr haben sich insgesamt 46 Städte und Gemeinden bei uns beworben. Aufgrund des großen Interesses mussten wir eine Auswahl treffen und haben 16 Kommunen für das Labeling-Verfahren ausgewählt, so Projektleiter Dr. Uwe Messer.

Das Label ist Teil des Kooperationsprojektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig" des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt" und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sowie der Partnerstädte (Pilotstädte) Frankfurt am Main, Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach. Im Rahmen des auf fünf Jahre angelegten Projektes können sich insgesamt 50 Kommunen aus ganz Deutschland kostenlos am Labeling-Verfahren beteiligen.

„Diese vierte Runde ist vorerst die letzte im Projekt „Stadtgrün-Artenreich und Vielfältig". Als Bündnis möchten wir jedoch das Label weiterführen, um auch andere Kommunen zu unterstützen, mehr für Insekten zu tun und die biologische Vielfalt im urbanen Bereich zu fördern", sagt Bündnisgeschäftsführer Robert Spreter. „Da wir ein eingetragener Verein sind, planen wir, das Labeling-Verfahren ab 2021 auf Selbstkostenbasis weiter anzubieten."

Zu Beginn des Verfahrens tragen die teilnehmenden Kommunen die Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen in einer Bestandserfassung zusammen. Darauf aufbauend entwickeln sie einen Maßnahmenplan mit den geplanten Aktivitäten zur naturnahen Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen. Am Ende des zwölf Monate dauernden Prozesses werden die Teilnehmenden mit der Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold belohnt.

In den bislang 34 teilnehmenden Kommunen hat das Bündnis mit dem Label zahlreiche Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt im Stadtgebiet angestoßen. Außerdem unterstützt es die Teilnehmenden durch eine Vor-Ort-Beratung und organisiert den Erfahrungsaustausch unter den Kommunen, stellt kostenlos Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und moderiert Workshops zur Maßnahmenplanung mit lokalen Akteuren.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gesundheit und Zufriedenheit von Menschen höher ist, je näher sie an Grünflächen leben. Besonders Kinder können hier ihren Drang nach Entdeckung und Abenteuer ausleben und die Natur beobachten. Pflegen Kommunen ihre Grünflächen naturnah,

indem sie beispielsweise Rasenflächen deutlich seltener mähen und damit schnittempfindliche Wiesenkräuter fördern, profitieren Tiere und Pflanzen gleichermaßen: Wo Flockenblumen, Margeriten oder Malven gedeihen, sind auch Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit.

Mehr Informationen zum Label „StadtGrün naturnah": siehe Link

 

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