Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Deutschland steckt mittendrin in der Erderwärmung. Die Lufttemperatur ist von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad angestiegen. Das belegt der neue Bericht der Bundesregierung, der vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt vorgelegt wurde. Für Bremen und Niedersachsen beträgt der Temperaturanstieg in diesem Zeitraum sogar 1,6 Grad (DWD 2019).

Veranstalter des Bremer Gründachforums 2019: Dr. Gunter Mann (BuGG, 2 v.l.), Ulf Jacob (Grünes Bremen), Katrin Schäfer (SKUMS), Martin Schmidt (VGL) und Bernd Schneider (SKUMS) (v.l.) © Bündnis grünes Bremen

Die Auswirkungen des Klimawandels und notwendige Gegenmaßnahmen standen auch im Mittelpunkt des Gründachforums 2019, das am 26. November im grünen Science Center Botanika in Bremen stattfand. Über 100 Teilnehmer diskutierten die Möglichkeiten der städtischen Begrünung und den Ausbau von Gründächern in der Stadt. „Wir brauchen ein Programm zur Stadtklimavorsorge in Bremen“, forderte Ulf Jacob, Sprecher des Bündnis lebenswerte Stadt angesichts der zunehmenden Folgen des Klimawandels. Die Haut der Stadt – unsere Dächer und versiegelten Oberflächen – müssten grüner werden. um die Folgen des Klimawandels wie Überhitzung und Starkregen abzumildern. Grüne Dächer und Fassaden wirken wie eine Klimaanlage, kühlen und isolieren Häuser, schaffen ein besseres Wohnklima, verlängern sogar die Haltbarkeit eines Daches und bieten nicht zuletzt neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Förderprogramm Dachbegrünung und Gründachkataster in Bremen geplant

Eine Vertreterin der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (SKUMS) kündigte an, dass Bremen ein neues Förderprogramm zur Dachbegrünung auflegen und ein sog. Gründachkataster erstellen will. Bremen hatte die Förderung der Dachbegrünung in der letzten Legislaturperiode stark gekürzt. Über das neue Förderprogramm sollen bis zu 30 % der Kosten für ein Gründach übernommen werden. Mit dem Gründachkataster können sämtliche Dachflächen, die sich für eine Begrünung eignen, schnell und einfach identifiziert werden, hofft das Bremer Umweltressort.

„Das sind gute Schritte hin zu einem besseren Stadtklima“, kommentierte Ulf Jacob. Notwendig sei allerdings auch, die bestehenden Ausnahmen für Gewerbegebiete und Reihenhäuser bei der Verpflichtung zur Anlage von Gründächern wieder zurück zu nehmen. Denn insbesondere die großen Gewerbedachflächen müssten grüner werden.

Das Gründach-Forum wurde veranstaltet vom Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) und der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Kooperation mit dem Bündnis Grünes Bremen, der Bremer Umwelt Beratung und dem Verband- Garten -, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen.

 

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