Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. führte am 3. Februar 2020 seine Mitgliederversammlung im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer S-H in Ellerhoop durch. Dabei bestätigten die Mitglieder des Berufs- und Wirtschaftsverband der 300 Baumschulen im Lande die stellvertretende Vorsitzende Angelika Steffen, Rellingen, und Schatzmeister Mathias Münster, Elmshorn, im Amt.

Vorsitzender Axel Huckfeldt (re.) beglückwünschte die 1. stellvertretene Vorsitzende Angelika Steffen (li.) und Schatzmeister Mathias Münster zur Wiederwahl.

Rosen aus Schleswig-Holstein 142fach ausgezeichnet auf der Bundesgartenschau Heilbronn. V.l.n.r: Aus der Hand vom BdBSH-Vorsitzenden Axel Huckfeldt, BdB-Vizepräsident Bernhard von Ehren und Dr. Gerald Finck aus dem Landwirtschaftsministerium (MELUND) erhielten die erfolgreichen Aussteller Ihre Auszeichnungen.

Vorsitzender Axel Huckfeldt dankte Geschichtswettbewerbssiegerin Hanna Stoldt für die Vorführung ihrer Dokumentation „1958: Eine Revolution in den Forstbaumschulen – und was mein Uropa damit zu tun hatte.“ (Fotos: Mario J. Wienert, BdB SH)

Die Baumschulen im Norden sind traditionell im Pinneberger Baumschulland konzentriert, beschäftigen rund 3.000 Mitarbeiter und erzielen einen jährlichen Produktionswert von ca. 180 Mio. EUR.

Huckfeldt äußerte sich positiv über die Marktlage 2019:

„Ein guter Absatz bei lebhafter Nachfrage über das gesamte Sortiment, viele Artikel sind bereits verknappt. Momentan erzielen wir für unsere Gehölze wieder bessere Preise. Wegen der z.T. geringen Erntemengen und der explodierenden Kosten ist ein gutes Betriebsergebnis aber keinesfalls sicher! Die Abnehmer akzeptierten überwiegend die Preissteigerungen. Das zeigt: „Die Pflanze ist wieder mehr wert!“. Wir machen derzeit einen für den Absatz unserer Gehölze positiven, förderlichen Umwelttrend aus.“

Laut Huckfeldt ist der akut bestehende Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel der für das Wachstum begrenzende Faktor in der Branche. „Wenn Agrarwirtschaft und auch Baumschulen die erreichte Marktstellung halten sollen, kommt die Bunderegierung an einer Drittstaatenlösung nicht vorbei“, kritisierte der Vorsitzende.  

BdB-Vizepräsident Bernhard von Ehren gab in seinem Grußwort einen Überblick über die aktuellen Themen, die den Berufsstand der Baumschuler bewegen. „Das BMEL hat endlich die Studie gestartet, die herausfinden soll, wie ein Entschädigungsfonds für Betriebsausfallschäden durch EU-Quarantäneschädlinge aussehen kann. Der BdB ist als Mitglied im Forschungsbeirat intensiv eingebunden. Beim EU-Pflanzenpass hat der Verband intensiv an der Umsetzung in nationales Recht mitgewirkt. In ganz Europa herrscht derzeit Unsicherheit, wie die Umsetzung jetzt erfolgt. Und auch in Deutschland macht es jedes Bundesland womöglich anders“, warnte von Ehren.   

Eine wichtige Herausforderung in diesen Tagen sei es, wie die agrarische Produktion, auch die der Baumschulwirtschaft, in der Öffentlichkeit gesehen werde – Stichworte: Pflanzenschutz und Torf.  Man könne weder als Fachverband noch als gesamte Agrarwirtschaft die gesellschaftlichen Entwicklungen aufhalten. Von Ehren: „Daher sind wir in konstruktivem Dialog mit der Politik, der Ministerialverwaltung und auch Umweltverbänden. Wir wollen eine neue Kommunikationsstrategie aufbauen, um das positive Image unserer Pflanzen mit dem teils negativ gesehenen Bild der Produktion verbinden. Dazu gehört es auch, die viele Umweltleistungen unserer Branche und die neuen Ansätze in der umweltschonenden Produktion verständlich benennen zu können.“  

Von Ehren behandelte auch die Chancen, die der Klimawandel dem Berufstand bringe: „Der Klimawandel sorgt auch für eine zunehmende Wertschätzung von Gehölzen. Mit Ihrer Fähigkeit, CO2 zu binden, sind sie ein Schlüssel zur Problemlösung. Deshalb führen wir mit den anderen europäischen Baumschul-Verbänden die EU-Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ durch. Dies werden wir fortsetzen. In Deutschland verstärken wir unser Lobbying zusammen mit anderen Verbündeten wie BGL, BDLA und ZVG in der „Initiative Grün für Stadt und Land“. Es muss uns gelingen, in der allgemeinen Diskussion als Problemlöser wahrgenommen zu werden, dann hat das nicht nur positive Effekte für den Absatz unserer Produkte, sondern auch auf die Sicherung einer motivierten Mitarbeiterschaft einschließlich qualifiziertem Nachwuchs.“ 

 

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