Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Den Artenschwund aufhalten und mit neuen Schädlingen umgehen, die sich aufgrund des Klimawandels zunehmend in Europa heimisch fühlen: Beides stellt Bio-Obstbauern vor große Herausforderungen. Blühstreifen zwischen den Baumreihen könnten möglicherweise einen Beitrag für beide Problemfelder zugleich leisten.

Europas größte Konferenz für Bio-Obstbau: Die Ecofruit-Konferenz an der Universität Hohenheim. (Logo: Uni Hohenheim)

Über dieses und zahlreiche weitere Themen diskutieren auf der 19. Ecofruit-Konferenz an der Universität Hohenheim in Stuttgart ab kommenden Montag über hundert Wissenschaftler, Berater und Obstanbauern aus 16 EU-Ländern.

Der Einfluss der Landwirtschaft auf den Rückgang der Artenvielfalt wird in der letzten Zeit stark diskutiert. Der ökologische Obstbau kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Biodiversität zu erhalten. Denn die Fahrgasse zwischen den Baumreihen bietet sich für Blühstreifen an, die einer Vielzahl kleiner Tiere und Pflanzen Lebensraum bieten.

„Für Landwirte ist das Management solcher Streifen zunächst mit nicht unerheblichem Zusatzaufwand verbunden. Tatsächlich locken diese Blühstreifen aber auch Nützlinge wie Flor- oder Schwebfliegen an, deren Larven großen Appetit auf Schädlinge haben. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigten sich u.a. damit, wie sich Öko-Landwirte diesen positiven Nebeneffekt noch gezielter zunutze machen können. Dies könnte für viele ein zusätzlicher Anreiz sein, aktiv beim Erhalt der Biodiversität mitzuwirken“, erklärt Dr. Sabine Zikeli, Leiterin des Zentrums für Ökologischen Landbau.

Möglicherweise könnten solche Nützlinge sogar eine Rolle spielen, wenn es darum geht, neuen Schädlingen Einhalt zu gebieten, die sich aufgrund steigender Temperaturen zunehmend in Deutschland heimisch fühlen.

„Der Umgang mit der Kirschessigfliege, der marmorierten Baumwanze und vielen anderen neuen Schädlingen bereitet Bio-Obstbauern in ganz Europa viel Kopfzerbrechen. Der internationale Austausch zwischen Landwirten und Wissenschaftlern auf der Ecofruit-Konferenz gewinnt in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung. Deutsche Bio-Obstbauern können dabei u.a. von den Erfahrungen ihrer Kollegen in Südeuropa profitieren, wo diese Schädlinge schon länger eine Rolle spielen“, so Dr. Zikeli.

Weitere Schwerpunkte der Ecofruit-Tagung sind u.a. die Auswahl und Züchtung von Sorten, die für den Öko-Obstbau geeignet sind, neue oder verbesserte Bausteine für die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen oder eine optimale Bodenpflege. Zur Konferenz liegt ein Tagungsband mit den Zusammenfassungen der Vorträge und Poster vor. In den darauffolgenden Tagen sind diese auch online auf der Tagungs-Homepage verfügbar.

Eröffnet wird die Tagung von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

„Die internationale Tagung zum ökologischen Obstbau greift unsere aktuellen Themen auf: Zukunftsfähigen ökologischen Obstbau in Verbindung mit dem Schutz und der Entwicklung von Artenvielfalt und Biodiversität. Ich bin gespannt, welche konkreten Impulse sich daraus für den ökologischen Obstbau in Baden-Württemberg ergeben“, sagte die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL.

HINTERGRUND: Ecofruit

Die Ecofruit ist die größte internationale wissenschaftliche Konferenz zum Ökologischen Obstbau in Europa. Sie zieht auch zunehmend Teilnehmer aus dem außereuropäischen Raum an. Veranstalter sind die Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. und die Universität Hohenheim zusammen mit dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, dem Versuchszentrum Laimburg und der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg. Schirmherrin ist die IFOAM-EU-Group, (Europa-Gruppe der Internationalen Foundation of Organic Agricultural Movement). Unterstützt wird die Tagung durch das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

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