Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Eine internationale Umfrage zeigt: Besonders unter jüngeren Gärtnerinnen und Gärtner gibt es ein großes Verlangen nach mehr Nachhaltigkeit.

Infografik "Die grünen Botschafter" (Copyright: Gardena)

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Vom umweltfreundlichen Lifestyle über Ressourcenschonung bis zur Reduktion der eigenen CO2-Bilanz hat das Thema Nachhaltigkeit viele Facetten. Um die Motivation passionierter Gärtner besser zu verstehen, hat Gardena eine Umfrage in mehreren Ländern durchgeführt – mit vielversprechenden Ergebnissen. (1)

Nachhaltigkeit ist ein großer Motivator Über alle Länder hinweg offenbart die Umfrage eine enge Verbindung von Gärtnern und ökologischem Bewusstsein. Ob bei der Bekämpfung von Umweltproblemen oder der Unterstützung von Biodiversität – mehr als 80% aller befragten Gärtner sehen ihre Tätigkeiten als Möglichkeit, hier eine Veränderung herbeizuführen. Eine besonders breite Zustimmung im Themenfeld Nachhaltigkeit findet man in der jungen Gärtnerschaft zwischen 25 und 34 Jahren. Der breite Zuspruch unter Gärtnerinnen und Gärtnern könnte aus eigener Erfahrung erwachsen: 77% der Befragten geben an, dass sich nach ihrer Beobachtung die Wetterbedingungen in den letzten Jahren merklich verändert oder verschlechtert haben. „Gärtner befinden sind im ständigen Kontakt mit der Natur und arbeiten permanent sowohl mit als auch gegen die Wetterbedingungen, womit sie ein guter Indikator für eine Veränderung der Wetterbegebenheiten sind. Dass drei von vier befragten Gärtnerinnen und Gärtnern eine merkliche Veränderung spüren, ist eine starke Aussage“, kommentiert Heribert Wettels von Gardena.

Großer Unterschied beim Anbau von Obst und Gemüse

Eine Möglichkeit im Garten aktiv zu werden, ist der Anbau von eigenen Nahrungsmitteln. Für mehr als drei von vier Befragten (76%) ist ein nachhaltiger Lebensstil ein Motivator, um eigenes Obst und Gemüse anzubauen. 61% der Befragten würden sogar gerne noch mehr anpflanzen und unabhängiger werden, als sie es gerade sind. Beim Anbau von Obst und Gemüse zeigt sich eine überraschende Diskrepanz zwischen den Ländern: In Deutschland und Österreich sind es 57% oder mehr, wohingegen nicht einmal jeder Fünfte der Befragten in den Niederlanden angeben, Essbares anzupflanzen (17%). Dabei lässt sich erkennen, dass es vermehrt ältere Gärtnerinnen und Gärtner sind, die Obst und Gemüse anpflanzen. Auf die Frage hin, ob sie gerne mehr Nahrungsmittel pflanzen würden, ist jedoch der Anteil der jüngeren Befragten deutlich höher. Eine Begründung: In Städten ist die Bevölkerung tendenziell jünger und der Platz zum Anbau ist eher begrenzt. Ein anderer Faktor könnte die fehlende Erfahrung sein, die für den ertragreichen Anbau von Obst und Gemüse entscheidend ist.

Erfahrung und Technologie – eine erfolgsversprechende Kombination

Um zufriedenstellende Ergebnisse bei der Zucht von Pflanzen zu erzielen ist es wichtig, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Dieses Wissen kommt einerseits mit gesammelter Erfahrung, aber auch von richtigen Partnern, die helfend zur Seite stehen. Auf die Frage hin, ob Bewässerungscomputer oder automatische Bewässerungslösungen dabei helfen, besser zu gärtnern, stimmen unter den mutmaßlich unerfahrenen Gärtnerinnen und Gärtnern zwischen 18 und 34 Jahren mehr als die Hälfte zu und liegen so über der allgemeinen Zustimmung von 43%. Wo Technologie besonders gebraucht wird, wird sie besonders geschätzt. Teil der Befragung war auch die Haltung der Gärtnerinnen und Gärtner zu Smart Home-Geräten. Etwa jeder Vierte (27%) hat bereits ein smartes Gerät, seien es Lautsprecher, Leuchtmittel oder Steckdosen. Dabei ist Schweden mit 41% Spitzenreiter, wohingegen in Deutschland nicht einmal jeder Fünfte ein smartes Gerät besitzt (19%). Unter den Gärtnerinnen und Gärtnern zeigt sich ein Potential für smarte Geräte: Für 66% ist der Vorteil einer Anschaffung der intelligenten Helfer noch nicht ersichtlich. Der konkrete Nutzen und die Vorteile müssen ihnen hierbei noch deutlicher dargelegt werden. Dagegen stehen 21%, die sich eine smarte Ausstattung für ihr Heim vorstellen können. Am offensten zeigen sich abermals die jungen Gärtnerinnen und Gärtner: bei 40% stößt die Idee eines smarten Gerätes im Haushalt auf Gegenliebe. Ein Drittel der Befragten ist sich unsicher, ob sich ihre Pflanzen tatsächlich in guten Händen befinden, wenn sie nicht zuhause sind. Technische Hilfsmittel können hier für die Sicherstellung der Versorgung hilfreich sein. In der jüngeren Altersgruppe vertraut bereits die Hälfte der Befragten auf entsprechende Lösungen.

Fazit: Nachhaltigkeit ist wichtig und fühlt sich gut an Obwohl sich die Formen des Gärtnerns von Land zu Land unterscheiden, zeigt sich über alle Länder ein klarer Konsens in der Aussage, dass jeder im Gärtnern einen Beitrag im Kampf gegen globale Probleme wie dem klimatischen Wandel oder dem Rückgang der Biodiversität beitragen kann. Die Zustimmung unter jüngeren Gärtnerinnen und Gärtnern ist hierbei besonders hoch. Sie sind es auch, die technologische Lösungen als Unterstützung besonders begrüßen. Neben all dem ist und bleibt es aber der Spaß, der die Menschen um Garten hält. Die größte Zustimmung findet sich in der Einschätzung, ob sich Menschen durch die Zeit in Ihrem Garten besser und gesünder fühlen: 91% stimmen dem zu.

1) Die aufgeführten Daten beruhen auf einer Umfrage unter 2552 Gärtnerinnen und Gärtnern aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Schweden, die von YouGov Deutschland GmbH zwischen dem 3. und 9. Dezember durchgeführt wurde.

 

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