Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

FISCHER- Maschinenbau GmbH, aus 74376 Gemmrigheim, hat sich diesem Thema intensiv gewidmet und als Weltneuheit das innovative EcoCut - System für Landschafts – und Grünpflege entwickelt. EcoCut ist kürzlich auf den Markt gekommen. Einer der ersten Anwender ist die Gemeinde Mundelsheim / Neckar, wir sprachen über EcoCut mit Bauhofleiter Herrn Brezler.

EcoCut und Bauhofleiter H. Brezel

Montiertes System auf dem Mähkopf, deutlich sichtbar die Luftdüsen

EcoCut Systemansicht komplett Heck (Fotos: FISCHER)

Im Rahmen einer nachhaltigen Landschaftspflege gewinnen Artenschutz, Bienenschutz und Insektenschutz zunehmen an Bedeutung. FISCHER hat deshalb auf der Messe Agritechnica 2019 die Weltneuheit „EcoCut“, den ersten ökologischen Mulcher der Welt, vorgestellt. Das EcoCut-System kombiniert einen herkömmlichen Schlegelmulcher mit einem vorgeschalteten Laubblasgerät. Durch einen horizontal geführten Luftstrom werden Insekten und Kleinlebewesen vor dem Mulcher schonend abgeblasen. Durch die Technik sind Insektenschutzraten größer 90% erzielbar. Die Technik wurde zum Patent angemeldet. Die grundsätzliche Vorgehensweise kommt aus der Imkerei, wo die Bienen von den Honigwaben schonend abgeblasen werden.

Bereits wenige Monate nach der Weltpremiere des Systems ist die innovative Maschine nun am Markt verfügbar und lieferbar. Die FISCHER – Gruppe, mit Hauptsitz in 74376 Gemmrigheim, beschäftigt über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und entwickelt, produziert und vertreibt die Maschinen unter dem Markennamen FISCHER in Deutschland und in Europa.

Die Gemeinde Mundelsheim am Neckar arbeitet seit rund 20 Jahren mit einem FISCHER Auslegermäher und ist nun einer der ersten Pilot-Anwender der FISCHER EcoCut-Technik. Die ersten Erfahrungen sind äußerst positiv. Beim Mähen im Graben und in der Böschung ergeben sich keinerlei Beeinträchtigungen oder Veränderungen bei der Führung der Maschine und der Sicht auf das Mähwerkzeug. Vor dem Mähkopf werden die Insekten schonend und effektiv abgeblasen.

Wir sprechen mit Bauhofleiter Herrn Brezler über seine ersten Eindrücke. Das Gespräch führt Alexander Dreher.

1. Die Gemeinde Mundelsheim setzt einen neuen Maßstab – als eine der ersten Kommunen in Baden-Württemberg setzt Mundelsheim auf ökologische Grünlandpflege.

H.Brezler: Wir haben schon seit einiger Zeit intern über dieses Thema gesprochen, denn bei den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch medial ist das Thema sehr aktuell. Da kam die Werbung von FISCHER und die neue Maschine EcoCut genau zum richtigen Zeitpunkt. Über das Thema Ökologie wird in unseren Fachkreisen viel gesprochen und nach praktikablen Lösungen gesucht.

2. Sie haben sich für die neu entwickelte Maschine EcoCut der Firma Fischer Maschinenbau aus Gemmrigheim entschieden. Die Bezeichnung EcoCut deutet an, um was es dabei geht.

H.Brezler: Ökologische Grünland- und Straßenrandpflege ist noch kein „Muss“. Es geht für uns darum, Erfahrungen zu sammeln, z.B., wie wirksam das System in Bezug auf Insektenschutz ist. Meine bisherigen Erfahrungen mit FISCHER EcoCut sind in dieser Beziehung sehr hoffnungsvoll, denn es ist eine deutliche Bewegung des Grüngutes vor dem Mulcher zu sehen. Und damit erfolgt ja das Wegblasen der Bienen oder Insekten. Für Dienstleister in diesem Bereich kann es schon heute ein Wettbewerbsvorteil sein, ökologisch zu arbeiten

3. Bleiben wir bei EcoCut. Wie wichtig finden Sie solche innovativen Entwicklungen / Trends.

H.Brezler: Zunächst ist mir aufgefallen, dass EcoCut sehr leise, also ohne zusätzliche Geräuschbelästigung arbeitet. In vielen Situationen kann nur ein Mulcher wie EcoCut eingesetzt werden, z.B. bei Grabenarbeiten. Doppelmähbalken oder Sichelmäher sind hier nicht zu verwenden, da deren Verschleiß viel zu hoch ist. Außerdem benötigen wir mehr Arbeitszeit beim Einsatz vom Doppelmähbalken. Insofern scheidet nach meiner Ansicht auch ein System, das mit einem Zinkenrechen oder ähnlichem arbeitet, aus. Deshalb sind Weiterentwicklungen und Innovationen – wenn sie sinnvoll und bezahlbar sind – immer willkommen. Ich jedenfalls bin offen für neue Entwicklungen und Innovationen. Sonst würden wir EcoCut nicht einsetzen.

4. Wie schätzen Sie EcoCut und ökologisches Mähen & Pflegen zukünftig ein.

H.Brezler: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ökologische Arbeiten in unserem Bereich zukünftig immer wichtiger werden, denn es sollen ja auch weniger chemische Mittel eingesetzt werden. Denken Sie nur an den Wandel im Automobilbereich. Ich kann mir gut vorstellen, dass es z.B. für ökologisches, insektenfreundliches Mulchen in Zukunft auch Ökopunkte geben könnte.

5. Das Mähen mit EcoCut – hat sich etwas verändert gegenüber bisherigen Mulchern? Geht Mulchen vielleicht einfacher? Und – passt das System in die heutige Zeit?

H.Brezler: Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zunächst, und der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass es keine Veränderungen beim Mulchen gibt. EcoCut ist ein am Mähkopf integriertes System, das in keiner Weise hinderlich ist und das Mähen in keiner Weise beeinträchtigt. Der zweite Aspekt ist, dass EcoCut auf Mulchköpfen nachrüstbar ist. Und auch ganz wichtig ist, dass keinerlei Sicht- und Handlingseinschränkungen die Arbeit behindern. Ich habe festgestellt, dass die Gelenkwelle deutlich mehr Geräusche macht als der EcoCut selbst. Zu Ihrer letzten Frage: Ja, das System passt in die heutige Zeit und zeigt, dass merkliche Änderungen auch in unserem Bereich möglich sind.

6. Herr Brezler, wir kommen zum Ende, noch eine Frage: Ist Ökologie dann auch bezahlbar?

Herr Brezler: Das Kosten / Nutzenverhältnis muss stimmen. Bei gut gepflegtem ökologischem Grünland sind chemische Schutzmittel nicht mehr oder lediglich in ganz geringem Umfang erforderlich, also sparen wir diese Kosten. Ich jedenfalls befürworte Ökologie und natürliche Pflege unserer Umwelt.

Ich danke Ihnen, Herr Brezler, für Ihre Informationen und das interessante Gespräch.

Gesprächsführung: Alexander Dreher, AD-Anderes Denken

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