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Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland kommt immer besser in Schwung. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im September auf 56,4 Punkte nach 52,2 im Vormonat steil angestiegen ist und damit ein 26-Monatshoch erreichte.

Der Aufwärtstrend verfestigt sich und verleitet zu vorsichtigem Optimismus: Die deutsche Industrie hat offensichtlich in die Erfolgsspur zurückgefunden. (Foto: Gerd Altmann/pixabay.com)

„Die deutsche Industrie hat ihre Produktion bereits den dritten Monat in Folge ausweiten können. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur weiteren Konjunkturerholung“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), heute am Montag in Eschborn. Für den Verlauf des vierten Quartals werde entscheidend sein, ob und wenn ja wie stark sich die Corona-Krise wieder verschärft. Dennoch sei seiner Einschätzung nach „gedämpfter Optimismus durchaus angebracht“, so Grobosch abschließend.

„Die Stimmung in der deutschen Industrie hellte sich zuletzt stark auf. Nicht nur, dass das Vor-Corona-Krisenniveau überschritten wurde, auch große Teile des Ausdrucks aus der Industrierezession 2018/2019 wurden schon wieder überwunden“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Montag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Das dritte Quartal werde vermutlich deutlich besser ausfallen als von vielen erwartet. Dies scheine unlogisch – sei es aber nicht. Die Infektionszahlen stiegen zwar wieder, allerdings seien diese nicht entscheidend für die wirtschaftliche Aktivität, sondern die Einschränkungen durch die Politik. „Da insbesondere Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten und große Feiern für die Ausbreitung relevant sind, bleiben die anderen Wirtschaftsbereiche weitgehend verschont und können wieder ihrer Arbeit nachgehen“, fügte die Helaba-Bankdirektorin hinzu.

„Das dritte Quartal ergibt für Deutschland ein höheres Wachstum als erwartet. Der Industrie geht es insgesamt wieder leidlich gut. Aber der einfache Teil der Erholung ist vorbei, die letzten Meter werden schwerer“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Montag dem BME. Vor allem die Schwäche der Dienstleister sei bedenklich und könne in den kommenden Monaten auch auf die Gesamtwirtschaft zurückschlagen, so Kater abschließend.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Montag dem BME: „In der zweiten Septemberhälfte belastete zunehmend die Furcht vor einer starken zweiten Pandemiewelle die globalen Märkte. Etliche Rohstoffe gaben gegenüber Ihren zwischenzeitlichen Preisniveaus deutlich nach. Der Rohölpreis kam zusätzlich leicht unter Druck, als Gerüchte über ein Ausscheren des Irak aus der OPEC-Disziplin aufkamen. Für das Gesamtjahr 2020 wird durchschnittlich ein Rückgang der Rohölnachfrage um knapp zehn Prozent erwartet. Zuletzt lag die OPEC-Produktion noch deutlich über dem Bedarf. Dies könnte weiter auf die Kunststoffpreise drücken. Dagegen erhält Stahl Unterstützung von den festeren Vormaterialpreisen, die zuletzt auch teilweise weitergegeben werden konnten.“

Geschäftserwartungen

Die Einschätzungen hinsichtlich der zukünftigen Produktionsniveaus verbessern sich weiter. So stieg der Teilindex Geschäftsaussichten bereits zum sechsten Mal hintereinander an und signalisierte die größte Zuversicht seit Januar 2018. In den Führungsetagen der Industrieunternehmen ist man zunehmend optimistisch, dass sich die Nachfrage über die kommenden zwölf Monate erholen dürfte - wenngleich viele Manager erwarten, dass das Wachstum deutlich unter den Werten vor Ausbruch der Pandemie bleiben wird.

 

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