Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Menschen sind seit jeher von der Pflanzenwelt fasziniert. Zum einen ziehen uns ihre schön geformten und farbenprächtigen Blüten in den Bann, zum anderen können wir uns dem lieblichen Duft nicht entziehen, mit dem viele Arten ihre Bestäuber auf sich aufmerksam machen. Schon seit Jahrtausenden wissen wir zudem von den heilenden, beruhigenden oder schmerzlindernden Wirkungen, die einige Pflanzen auf unseren Körper haben.

Weiße Lilien stehen seit der Antike für Reinheit, Liebe und Fruchtbarkeit - daher werden sie noch heute gerne in Brautsträuße integriert. Im Garten sorgen sie für helle Lichtreflexe.

Die Vielfalt der Gartenlilien ist beeindruckend - in Form und Farbe. So verblüfft die Lilium lancifolium 'Flore Pleno' mit wildanmutenden, gefüllten Blüten in Orange.

Die 'Corsage' bringt mit ihren weiß-rosafarbenen Blüten, die zudem interessant gepunktet sind, zarte Eleganz in den Sommergarten. (Fotos: fluwel.de)

Bis heute sind sie daher ein – mal mehr, mal weniger – wichtiger Teil der Medizin: Wussten Sie zum Beispiel, dass sich der Name Aspirin auf die Heilpflanze Spiraea ulmaria – heute botanisch als Filipendula ulmaria oder auch Mädesüß bekannt – bezieht? In diesem Rosengewächs entdeckte man die für das Medikament wichtigen Salicylsäureverbindungen. Über die Wissenschaft hinaus verknüpfen wir Menschen die Flora und Fauna aber auch stark mit Legenden, Mythen und Aberglauben und schreiben ihnen einen hohen Symbolcharakter zu – und das teilweise bis heute. Ein gutes Beispiel ist die Lilie.

Die Lilie als Symbol

Der Schönheit der Lilien konnten sich die Menschen seit jeher nicht entziehen. Tatsächlich gilt die würzig duftende Madonnen-Lilie (Lilium candidum) sogar als eine der ältesten kultivierten Zierpflanzen der Welt! Das bestätigen ägyptische Texte aus der Zeit um 2500 vor Christus, Vasen aus Santorin (1500 v. Chr.) und assyrische Reliefs aus dem antiken Ninive. Selten ging es aber bloß um die Schönheit und den Duft der Blüten. Die alten Ägypter beispielsweise sahen in der Lilie ein Symbol für Weiblichkeit – ähnlich hielten es die Griechen und Römer, deren Bräute sich für ein reines und fruchtbares Leben mit den Blüten schmückten. Im antiken Griechenland spielte die Lilie sogar eine wesentliche Rolle in der Mythologie. Dort heißt es, die strahlend weiße Blume sei aus den herabgefallenen Muttermilchtropfen der Hera entstanden. Die Reinheit der weißen Blüte wiederum soll die Aphrodite so sehr geärgert haben, dass sie ihr einen Eselsphallus als Stempel einpflanzte. Interessanterweise war es genau dieser vorwitzig hervorschauende Stempel, der der katholischen Kirche des Mittelalters negativ aufstieß. Damals galt die Lilie als Symbol für die Reinheit und Jungfräulichkeit der Maria und wurde daher in viele christliche Gemälden integriert … doch ohne den Stempel, der war dann doch zu anstößig – Aphrodite wäre stolz auf ihren Erfolg gewesen.

Die Lilie als Gartenpflanze

Reinheit, Fruchtbarkeit und Liebe – ihren Symbolcharakter hat die Lilie bis heute nicht gänzlich verloren. So wird sie zum Beispiel immer noch gerne als Schnittblume für Brautsträuße eingesetzt. Ebenso häufig sieht man sie auch in Grabgestecken, denn die Blüten stehen auch für Vergänglichkeit. Im Garten sieht die Sache dagegen anders aus. Dort ist die Lilie heute ein Zeichen für Vitalität und Eleganz. Sie ist eine wirklich schöne, robuste und treue Zwiebelpflanze, die dem Sommergarten Farbe verleiht und sich hierzulande rundum wohlfühlt. Das betont auch Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel: „Lilien gedeihen in europäischen Gärten wirklich wunderbar! Und wenn sie erst einmal gut gewurzelt haben und ausreichend tief gepflanzt worden sind, dann sind sie auch in strengsten Wintern völlig winterhart. Ich betrachte Lilien daher gern wie Stauden: Sie kommen zuverlässig Jahr für Jahr wieder und erfreuen wochenlang mit ihren vielen, prächtigen Blüten.“

Die Vielfalt der Lilie

Ob nun die exzentrisch gepunkteten Tiger-Lilien (Lilium lancifolium), die eleganten Königslilien (Lilium regale) oder die romantisch gefüllten Roselily-Hybriden, ob in Weiß, Gelb, Pink, fast Schwarz oder sogar mehrfarbig – das Spektrum der Gartenlilien ist vielfältig und hat für jeden Stil und Geschmack etwas im Angebot. Das wird auf der Website des Niederländers beeindruckend deutlich: Über 50 verschiedene Sorten sind dort zu entdecken, 17 davon sind absolute Neuheiten – und alle sind schon jetzt bestellbar. Denn van der Veek rät aus Erfahrung zur Winterpflanzung: „Lilienzwiebeln sind nackt und haben keine Außenhaut, die sie vor der Luft über der Erde schützt. Daher trocknen sie leicht aus und können nur schwer gelagert werden. Im Boden fühlen sie sich dagegen rundum wohl. Die Kälte und der Frost machen den Bollen – wie wir Niederländer sagen – übrigens nichts aus. Sie sind absolut winterhart! Darüber hinaus brauchen die Pflanzen auch ausreichend Zeit zum Wurzeln, denn zusätzlich zu den Wurzeln unterhalb, entwickeln sie auch welche oberhalb der Zwiebel. Wer früh pflanzt, schenkt den Lilien also auch ausreichend Zeit für die Entwicklung und einen festen Stand.“

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