Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Garten- und Landschaftsbau hat 2020 in Bayern sprunghaft zugenommen: Im Vergleich zu 2019 begannen über 21 Prozent mehr junge Menschen ihre Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Damit stemmt sich die Grüne Branche erfolgreich gegen den Trend allgemein sinkender Ausbildungszahlen und unterstreicht weiterhin ihre Attraktivität – auch und gerade in Corona-Zeiten.

Dietmar Lindner, Vizepräsident und Beauftragter für Aus- und Weiterbildung beim Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, freut sich über die im Freistaat gestiegenen Ausbildungszahlen in der Grünen Branche.

Die Ausbildung im Beruf „Landschaftsgärtner/in“ ist für immer mehr junge Frauen und Männer eine Alternative zum Bürojob und dauert in der Regel drei Jahre. (Fotos: C. Tietz, VGL Bayern)

Bayernweit starteten im vergangenen Jahr 578 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung im Beruf „Gärtner/in – Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtner/in, die in der Regel drei Jahre dauert. 2019 waren es noch 477. Dies entspricht einem Anstieg von 21,2 Prozent. Auch gegenüber dem bisherigen Höchststand, mit 535 neuen Ausbildungsverträgen im Jahr 2018, kennzeichnet die gegenwärtige Situation ein neues Rekordniveau. Die Gesamtzahl der Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau), also die Zahl aller laufenden Berufsausbildungsverhältnisse, ist ebenfalls so hoch wie nie zuvor. Zum Stichtag 31.12.2020 waren 1.436 Personen in Ausbildung.

„Dass sich immer mehr junge Leute für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner entscheiden, freut uns natürlich sehr“, kommentiert Dietmar Lindner, Vizepräsident und Beauftragter für Aus- und Weiterbildung beim Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, die positive Entwicklung. „Dies liegt sicherlich an der intensiven Nachwuchswerbung, die wir betreiben, hat aber ebenso mit dem Berufsbild, den attraktiven Ausbildungsangeboten und Corona zu tun“, erläutert der Vizepräsident.

Tatsächlich wurde der GaLaBau von der Corona-Pandemie bisher nur wenig betroffen. Wegen des geringeren Ansteckungsrisikos im Freien und umfassenden Präventionsmaßnahmen, konnte der Betrieb auf den Baustellen weitestgehend aufrechterhalten werden. Außerdem investierten viele Hausbesitzer ihre Urlaubskasse in die Neugestaltung ihres Gartens, auf Grund des eingeschränkten Reiseverkehrs. Dies sorgte für eine krisenfeste Beschäftigung bei den ausführenden Fachbetrieben und volle Auftragsbücher für die kommenden Monate.

Darüber hinaus ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nach wie vor ungebrochen. Damit einher gehen attraktive Ausbildungsinhalte, die die Betriebe, Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen offerieren. „Die Ausbildungsbetriebe setzen sich für ihre zukünftigen Fachkräfte ein und bieten vor Ort eine zeitgemäße Ausbildung. Den Absolventinnen und Absolventen eröffnen sich viele individuelle Berufswege und interessante Perspektiven“, betont Lindner.

Auch machen aktuelle Themen, wie der Klima- und Umweltschutz sowie der Erhalt der Biodiversität, den Beruf interessant. In zahlreichen Arbeitsfeldern leisten Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner wertvolle Beiträge für eine enkeltaugliche Zukunft.

Dementsprechend erfreut sich die Ausbildung im GaLaBau nach wie vor großer Beliebtheit, trotz einer historischen Flaute auf dem bundesweiten Ausbildungsmarkt. So haben bis Ende September 2020 nur 467.500 junge Leute in Deutschland eine duale Ausbildung begonnen. Das waren 57.600 Auszubildende oder elf Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig waren rund 60.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit liegt im Corona-Jahr die Zahl der neuen Lehrverträge erstmals unter der Schwelle von 500.000. Das meldete das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das die Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Kammern zum Ausbildungsjahr zusammenführt.

 

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