Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Kommunen spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Die Hälfte der Deutschen wünscht sich noch mehr kommunales Engagement. Dies zeigt der neue Monitorbericht „Klima und Energie“, den das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erarbeitet hat.

Cover Monitor Nachhaltige Kommune

Kommunaler Klimaschutz wird von Kommunen und Bevölkerung als zentral erachtet – und er bringt Erfolge. Klimaschutz und Klimaanpassung werden in Kommunen zunehmend ämterübergreifend und in Stabsstellen gesteuert. Dies geht aus aktuellen Umfragen hervor, die dem Monitorbericht zugrunde liegen. Danach verfügen 87 Prozent der antwortenden Kommunen über ein Klimaschutzkonzept und 80 Prozent erstellen bereits Treibhausgas-Bilanzen. Und die Bilanzen verdeutlichen die Wirksamkeit: 80 Prozent der Kommunen, die ihre Treibhausgas-Bilanz fortschreiben, gaben an, dass ihre Emissionen in fast allen Bereichen gesunken sind. Der bundesweit negative Entwicklungstrend im Verkehrssektor schlägt sich jedoch auch in den kommunalen Bilanzen nieder. Positive Entwicklungen gibt es hingegen vor allem im Bereich kommunaler Einrichtungen und bei Privathaushalten.

„Klimaschutz wurde im „OB-Barometer 2020“, der jährlichen Difu-Befragung der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister, als wichtigstes Zukunftsthema für die Kommunen identifiziert.“, so Difu-Institutsleiter Prof. Dr. Carsten Kühl.

52 Prozent der antwortenden Kommunen gab an, ein Klimaanpassungskonzept vorliegen oder in Arbeit zu haben. Häufigste kommunale Maßnahmen zur Hitzevorsorge sind hier Gebäudedämmung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie zusätzliches Bewässern von Pflanzen. Gaben in den vergangenen Befragungen durchschnittlich ca. 15 Prozent der befragten Kommunen an, von Hitzeperioden betroffen gewesen zu sein, so stieg diese Zahl auf 70 Prozent. Auch beim Phänomen der Trockenperioden ist der Sprung vergleichbar: von sieben auf 64 Prozent.

Kommunales Handeln im Klimaschutz und in der Klimafolgenanpassung bekommt auch Rückenwind aus der Bevölkerung. 55 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie Klimaveränderungen in der eigenen Kommune wahrnehmen. Zwei Drittel der Bevölkerung geht davon aus, dass sich die Folgen des Klimawandels auf das eigene Leben insgesamt „eher negativ“ bzw. „negativ“ auswirken werden. Gerade diese Menschen erwarten eine Intensivierung der Klimaaktivitäten. Rund 60 Prozent der Bürger*innen – und hier insbesondere jüngere Menschen – unterstützen es, wenn ihre Kommune einen Klimanotstand ausrufen würde.

„Der Bedeutungszuwachs in der Bevölkerung ist wichtig für die Akzeptanz von Klimaaktivitäten der Kommunen!“, meint dazu Cornelia Rösler, Leiterin des Forschungsbereichs Umwelt am Difu, „Unterstützung und Mitwirkung möglichst aller Akteure vor Ort in Kombination mit den aktuell guten Förderangeboten von Bund und vielen Ländern sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der nächsten notwendigen Schritte Richtung Klimaneutralität.“

Nur rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung sieht die mit dem Klimawandel zu erwartenden Risiken nicht. Dieser Teil hält die Klimaaktivitäten in ihrer Kommune meist für angemessen und ausreichend. Nur vier Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Kommune zu viel Engagement in die Klimathemen investiert.

Hintergrund

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung den Bericht für den Monitor Nachhaltige Kommune erstellt, der sich mit der Rolle der Kommunen beim Klimaschutz und in der Klimaanpassung im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen beschäftigt. Für den Bericht wurde im September 2020 eine repräsentative telefonische Bevölkerungsbefragung von KANTAR gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführt. Die Grundgesamtheit bildete die deutschsprachige Bevölkerung aller Privathaushalte ab 14 Jahren. Stichprobengröße waren 1.020 Personen. Zusätzlich beteiligten sich 200 Kommunen aus ganz Deutschland an der Kommunalbefragung des Difu im Jahr 2020, deren Ergebnisse in den Bericht eingeflossen sind.

Der Monitorbericht wird im Rahmen des Projekts „Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklung vor Ort“ der Bertelsmann Stiftung jährlich zu wechselnden Themen veröffentlicht.

 

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