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Um Kommunen bestmöglich auf Extremwetterereignisse vorzubereiten, startet das Umweltministerium eine Beratungs-Offensive für Kommunen. Das gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber gestern in München als Reaktion auf die verheerenden Starkregenereignisse in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bekannt, bei denen neben enormen Sachschäden leider auch viele Menschenleben zu beklagen sind.

Hochwasser Berchtesgaden (Bild: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

"An vielen Orten Deutschlands und Bayerns spielen sich unfassbare Tragödien ab. Unsere Gedanken sind bei den vielen Opfern und ihren Angehörigen. Mein Dank gilt allen Rettungskräften, Helfern und dem solidarischen Handeln der Menschen. Die verheerenden Hochwasser der vergangenen Tage mahnen dazu, das Thema Hochwasser und Sturzflut sehr ernst zu nehmen. Der kleinste Bach kann zum reißenden Fluss werden. Das Umweltministerium hat bereits einen Krisenstab eingerichtet. Wir behalten bayernweit die Situation genau im Blick", so Glauber. 

Nach einer genauen Analyse sollen für Bayern weitere Schlussfolgerungen gezogen werden. "Das Thema Hochwasser muss die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommen. In einem ersten Schritt werden wir unsere Beratungsstrukturen in der Fläche Bayerns weiter stärken. Bei der Vorbereitung auf extreme Wetterereignisse stehen wir fest an der Seite unserer Kommunen. Nur gemeinsam erreichen wir den bestmöglichen Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger. An jedem Wasserwirtschaftsamt wird die kommunale Sturzflut-Beratung intensiviert. Damit können die Kommunen konkret beraten und gefördert werden. Wir wollen eine noch größere Dynamik bei der Vorsorge erreichen. Ausreichend Mittel stehen dafür unbürokratisch bereit", betonte Glauber. 

Vielfältige Maßnahmen zur bestmöglichen Vorsorge hat das Umweltministerium dazu bereits aufgelegt. Insbesondere wird seit 2017 die Erstellung von kommunalen Starkregen-Schutzkonzepten gefördert. Die Kommunen haben bisher Mittel im Umfang von rund 12 Millionen Euro beantragt. Mittel für weitere Förderanträge stehen ausreichend zur Verfügung. Glauber: "Mit unserer Beratungs-Offensive wollen wir Kommunen für das Thema Hochwasser und Starkregen sensibilisieren. Jede Kommune kann betroffen sein. Gleichzeitig sollen Kommunen motiviert werden, die bestehenden Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen." Die Erstellung und Planung von Schutzkonzepten wird mit bis zu 75 Prozent unterstützt. Darüber hinaus werden zahlreiche weitere kommunale Maßnahmen gefördert. Hierzu gehören unter anderem die Ermittlung von Überschwemmungsgebieten, Sicherheitsüberprüfungen kommunaler Stau- und Hochwasserschutz-Anlagen, die Durchführung eines Hochwasseraudits sowie der Bau von Hochwasserschutzanlagen. 

Experten gehen davon aus, dass solche Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden, vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Glauber: "Die katastrophalen Bilder zeigen ein weiteres Mal: Der Klimawandel ist endgültig bei uns angekommen. Jetzt ist Zeit, zu handeln. Die Folgen der aktuellen Wetterextreme dürfen nicht zur neuen Normalität werden. Für kleine Gemeinden können Hochwasser und Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein, das zeigen die aktuellen Ereignisse. Wir werden die Kommunen in Zukunft noch stärker unterstützen, vor Ort den Schutz vor Hochwasser und Starkregen gezielt zu verbessern." 

   

 

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