Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Andre Berner, Geschäftsführer bei KIED GmbH aus Holzgerlingen, informierte die Besucher am Treffpunkt Grün auf der Gartenschau Eppingen wie Naturstein seinen Weg vom Steinbruch zu einer Gartenanlage findet und gab nützliche Tipps zur Verwendung und Pflege.

(Foto: VGL-BW)

In Europa gibt es ein großes Vorkommen an Granitgesteinen. Diese haben sich beim Straßenbau und im öffentlichen Bereich im Preis/Leistungsverhältnis sehr gut bewährt, da sie sich gegenüber Umwelteinflüssen und Salzbelastung sehr gut halten. Im Vergleich zum Beton sind Natursteine wie Granit oder Muschelkalk im Energieverbrauch pro Kubikmeter deutlich vorzuziehen. Die Betonproduktion allein verbraucht mehr Energie als Abbau und Transport (innerhalb Europas) von Naturstein zusammengenommen. Innerhalb Deutschlands gibt es einige Steinbrüche und Sägebetriebe, die Sandstein, Kalkstein und Schotter abbauen, bearbeiten und auch exportieren.

Im Natursteinbruch werden große Steinblöcke rausgesägt, die in den weiteren Verarbeitungsschritten im Sägebetrieb zunächst zu großen Platten und dann auf die bestellten Größen und Formen zugeschnitten werden. Zuletzt werden nach Bedarf noch die Oberflächen bearbeitet. Im Außenbereich ist die Rutschfestigkeit ein wichtiger Prüfparameter, um sie auch bei Nässe zu gewährleisten wird die Oberfläche beispielsweise durch eine Kugelstrahlmaschine aufgerauht.

So gelangt das Material schließlich zum Händler und wird vom Landschaftsgärtner im Hausgarten eingebaut, wo es idealerweise einige Jahrzehnte oder länger von Nutzen ist und auch das Auge erfreut.

Natursteine verändern mit der Nutzung und den Umwelteinflüssen im Laufe der Zeit ihr Aussehen. Vor allem in Schattenbereichen können sie bald von Laub, Moos oder Algen bedeckt sein. Das UV-Licht verhindert Algenwachstum, so hat das gleiche Material auf einer Terrasse an verschiedenen Stellen ein ganz anderes Erscheinungsbild.

Es gibt einige Möglichkeiten, dagegen vorzugehen: Bei Granit kann mit 5:1 verdünnter Essigsäure dagegen vorgegangen werden, nach dem Auftragen muss es etwa 30 Minuten einwirken und dann kann die betroffene Stelle kräftig abgeschrubbt werden. „Beim ersten Mal punktuell an einer wenig sichtbaren Stelle ausprobieren“, empfiehlt Berger. „Hat es nicht funktioniert, kann stufenweise die Säure erhöht werden. Aber vorsichtig und nicht zu viel!“ Kalkstein dagegen ist säureempfindlich, daher muss entweder die Einwirkzeit auf wenige Minuten reduziert und gleich mit Wasser abgeschrubbt oder lieber auf andere Mittel gegriffen werden. Eine erhöhte Wassertemperatur wie bei einem Dampfreiniger ist hier vorzuziehen. Ein hoher Wasserdruck entfernt natürlich auch Grünbelag und anderen Schmutz am Naturstein, aber er erweitert auch die Poren und erhöht die Rauhigkeit, sodass sich Schmutz und Algen anschließend noch mehr darin festsetzen.

Sehr wichtig ist daher die Behandlung der Oberfläche, nachdem der Schmutz oder Grünbelag entfernt wurde. Naturstein kann wie auch Leder imprägniert werden – Öle oder in Wasser gelöste Silikone verschließen die Poren und schützen das Material vor eindringenden Schmutz oder Algen. Wird das unterlassen, folgt bald wieder der Griff zur Bürste. Manche Gesteine sind offenporiger als andere und schwieriger sauber zu halten – da ist vielleicht die Option sinnvoll, eine Mauer vertikal mit Kletter- oder Hängepflanzen zu begrünen und so die unschönen Stellen zu kaschieren. Das lockert gleichzeitig auch das Bild und gibt der Mauer einen natürlicheren Charakter.

 

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