Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Im Rahmen der Reihe „Garten Aktuell“ erzählte Jan Sauter, Gartenbautechniker von Froschkönig Gärten UG aus Emmendingen in seinem Schaugarten, wie Naturpools und Schwimmteiche angelegt werden.

(Foto: VGL-BW)

Schwimmteiche und Naturpools zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Pflanzen und Granulat gereinigt werden und ohne Chemie funktionieren. Wenn die Pflanzen gut wachsen, ist das Wasser sauber.

Seit 1996 baut Jan Sauter solche Anlagen und hat in dieser Zeit ca. 90 Schwimmteiche gebaut. Zu Beginn waren es technikfreie Teiche mit Pflanzenbewuchs und reicher Tierwelt. Da tummeln sich Amphibien wie Frösche und Molche mit Libellen, Rückenschwimmern und Wasserläufern. Eine Regenerationszone mit ausgesuchten Pflanzen bereitet das Wasser auf, auch Zooplankton hilft gegen die Algenbildung.

Da aber nicht jeder gerne beim Schwimmen Pflanzen an den Beinen spürt, haben sich nach und nach 5 verschiedene Teichtypen entwickelt:

  1. Der Schwimmteich kommt komplett ohne Technik aus, hat viel Pflanzenwachstum und eine artenreiche Tierwelt. Die Regenerationszone nimmt mindestens 50% der Fläche ein. Zeitweise Trübungen oder etwas Algenbildung sind üblich und stören nicht.

  2. Ein Skimmer reinigt die Wasseroberfläche, Wasserumwälzung findet durch eine Pumpe statt. Der Energieaufwand bleibt gering. Immer noch mind. 50% Pflanzenbewuchs und artenreiche Tierwelt.

  3. Zum Skimmer und zur Pumpe kommt ein Pflanzenfilter dazu, Pflanzenwachstum und Tierwelt sind noch stark vorhanden.

  4. Dieser Teichtyp hat ein Mehrkammersystem. Die Technik ist ständig im Einsatz, daher sind der Pflanzenbewuchs und Tierbewohner geringer und der Energieaufwand höher.

  5. Naturpools schaffen durch höheren Technikaufwand ein ständig klares Wasser, Pflanzen sind nur noch zur Dekoration da, die Wasseraufbereitung ist ausgelagert.

Wie letztendlich der Naturpool gestaltet wird, ist reine Geschmackssache. Man kann z.B. die Bepflanzung nahe am Sitzplatz machen und einen Bachlauf zum eigentlichen Schwimmbereich erstellen. Unabhängig von der Kategorie kann der Teich natürlichere Formen oder gerade, gemauerte Becken haben. In der Regel sind sie bis zu 1,5 m tief und man rechnet 10 m³ für jeden Badegast.

Je nach Grundwerte des Füllwassers muss vielleicht Phosphat gebunden werden und auch andere Werte wie Kalzium und Magnesium müssen stimmen.

Ein Wärmetauscher kann die Temperatur konstant auf 26°C halten, damit das Ökosystem im Gleichgewicht bleibt. Wird das Wasser wärmer, kommt das Plankton nicht mehr zurecht und die einzelligen Algen nehmen überhand. Ist ein Teich schon ein paar Jahre alt, gibt die Randbepflanzung genug Schatten und regelt die Wassertemperatur. Der Wärmetauscher kann aber auch die Badesaison vorziehen und verlängern.

Die Wartung und Pflege des Teiches unterscheidet sich je nach Kategorie und Technikeinsatz. So manches fängt sich in der üppig bepflanzten Flachwasserzone.

Unerwünschter Aufwuchs sowie Wasserschnecken, Laub, Abgestorbenes und Schlamm sollte im Auge behalten und regelmäßig gereinigt werden.

Im Winter sterben die Stauden oberflächlich ab und müssen entfernt werden. Gräser können bis zum Frühjahr stehen gelassen werden, spätestens dann wird alles abgeschnitten.

Die Pumpe sollte zur Überwinterung im niedrigsten Level gehalten und der Wärmetauscher auf 6°C gestellt werden. Alternativ kann die Pumpe auch rausgeholt werden. Der Skimmer sollte mit Styropor gegen Frost geschützt werden. Das Wasser kann im Teich bleiben.

Ein Schwimmteich ist ein Naturschauspiel, das muss man wollen und akzeptieren. Ist man dem Spiel mit der Natur eher abgeneigt, ist ein Swimmingpool die passendere Wahl.

 

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