Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Derzeit leuchten im Botanischen Garten Karlsruhe die tiefroten, tellergroßen, Blüten des Staudeneibischs – und setzen farbige Akzente in der „grünen Oase“ im Zentrum der Fächerstadt. Wer möchte, kann das faszinierende Blühereignis vor Ort bestaunen: Die Außenanlage des Botanischen Gartens ist täglich ab 6.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Sumpfeibisch (Foto: VUBBW - Thomas Huber)

Farbtupfer in der Aussenanlage des botanischen Gartens

Der dekorative Hibiscus moscheutos, so der botanische Name, gehört zu den Malvengewächsen. Ursprünglich stammt der Sumpf- oder Staudeneibisch aus Nordamerika. Heute findet man den großblumigen Hibiskus in vielen heimischen Gärten sowie auf Balkonen und Terrassen. Sein Name leitet sich von seiner Gestalt ab: Staudeneibische haben einen niedrigen, buschigen Wuchs. In der Außenanlage des Botanischen Gartens Karlsruhe sind die Staudeneibische in Kübeln anzutreffen. Ihre tiefroten, tellergroßen Blüten setzen leuchtende Farbtupfer – und ziehen die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher auf sich. „Manche Zuchtformen bilden Blüten mit einem Durchmesser bis zu 30 Zentimetern aus. Hier bei uns werden die Blüten bis zum 20 Zentimeter groß – ein echter Hingucker“, schwärmt Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens. Allerdings: Jede Blüte ist nur einen Tag geöffnet, es gehen jedoch täglich neue Blüten auf – vorausgesetzt Standort und Pflege stimmen.

Der Staudeneibisch braucht Sonne und Wärme

Staudeneibische kann man sowohl im Garten als auch im Kübel kultivieren. Ob Behälter oder Blumenbeet: Die Pflanze ist ein echter Sonnenanbeter: „Der Staudeneibisch liebt einen vollsonnigen Standort und braucht so viel Wärme wie möglich“, erklärt Thomas Huber. Entsprechend hoch seien sein Dünge- und Wasserbedarf. Passen die Bedingungen, kann er bis zu 1,50 Meter hochwachsen. Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Da die Pflanze kein Laub hat, kann sie kühl und dunkel überwintert werden. Im Weinbauklima ist sie winterhart und ausdauernd. Ab zirka Mitte April treibt sie wieder neu aus. „Sobald neue Triebe kommen, braucht der Staudeneibisch wieder Licht“, sagt Thomas Huber. „Dann steht dem faszinierenden Blütenzauber von Juli bis Oktober nichts entgegen.“

Sinnbild der Exotik

Weltweit sind heute rund 500 Hibiskus-Arten bekannt. Einige Sorten sind essbar oder werden als Heilpflanze verwendet. Bereits 1825 waren in den Beständen des Botanischen Gartens Karlsruhe 33 verschiedene Hibiskusarten verzeichnet, heute sind es zwei. Neben dem Staudeneibisch – der auch in heimischen Gärten gedeiht, sind hier auch viele tropische Exoten anzutreffen. Sie kamen auf den alten Handelswegen der Seidenstraße von Indien und China nach Europa und brauchen, anders als der Staudeneibisch, auch im Winter Wärme.

 

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